Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5698 (1937-1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 44)
- Language
- German
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12 HANS LICHTWITZ erworben haben und jetzt von Bodenkäufen in Obcrgaliläa zu sprechen beginnen, so stand uns dabei nicht allein der landwirtschaftliche Gesichtspunkt vor Augen, sondern es leitete uns von Anfang an das Bestreben, dem Volk nach Möglichkeit weitere Grenzen in unserm Lande zu sichern.« Weitere Grenzen in unserm Lande! Das war das vornehmste Ziel der gesamten Tätigkeit des Keren Kajemeth Leisrael, der in diesem Jahre sein 35jähriges Jubiläum gefeiert bat. Am 2. Jänner 1902 wurde er über Vorschlag des Heidelberger Mathematikprofessor Hermann Schapira am V. Zionistenkongresse gegründet. Mit seinen ersten Sammelmitteln, den Marken, der ölbaumspende, der Blauen Büchse und dem Telegramm legte der KKL. schon vor dem Kriege die Fundamente für das, was heute von der ganzen Welt als einzigartige schöpferische Leistung bewundert wird. In unsern Tagen ist er zum entscheidenden Faktor der jüdischen Bodenpolitik in Palästina und zu einem der wichtigsten Faktoren im zionistischen Aufbauprozessc geworden. Er wurde der Erzieher einer neuen Generation jüdischer Landwirte; die auf seinem Boden errichteten Siedlungen bilden heute den Kern des großen landwirtschaftlichen Sektors des jüdischen Jischuws. Der KKL. ist darüber hinaus einer der stärksten erzieherischen Faktoren der zionistischen Bewegung geworden. Er lehrte die Zionisten, daß der große Gedanke der nationalen Wiedergeburt nur durch die unbeirrte und unbeirrbare Kleinarbeit im täglichen Leben seine Verwirklichung in Erez Israel finden werde. Wenn in den vergangenen 35 Jahren das Fundament der Heimstätte für das jüdische Volk geschaffen werden konnte, so haben dies nicht zuletzt die vielen tausenden freiwilligen Helfer und unbekannten zionistischen Mitarbeiter vollbracht, die der KKL. zum Träger seiner und der zionistischen Gesamtarbeit in allen Ländern der Welt erzogen hat. Noch ein helles, ein sonniges und beglückendes Erlebnis dieses Jahres: das Palästina-Symphonie-Orchester, das von Bronislaw Huberman gegründet wurde, begann seine Tätigkeit mit großen triumphalen Konzerten in den Städten Palästinas; sein erster Dirigent war der größte Musiker unserer Zeit, Arturo Toscanini. Das Echo dieses Debüts war in der gesamten Kulturwelt deutlich spürbar. Hervorragende Kunstkritiker, die den Konzerten in Tel Awiw und Jerusalem beiwohnten, schlugen in ihren Berichten Töne