Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Gleich aber unterbrach er sich und fragte mich jiddisch: — Mister, haben Sie diese Oper in Amerika gehört? Und verstummte. Er sprach kein Wort mehr den ganzen Weg, bis er mich nach Jerusalem in mein Hotel gebracht hatte. * * * EineWoche später lustwandelte ich gegen Abend am Strande von Tel-Aviv und traf unseren Chauffeur wieder. Er stand auf dem feuchten Sand, nahe bei der Brandung des Meeres. Er hielt eine Hand schützend vor die Augen und blickte zum fernen Horizont, der gerötet war von der untergehenden Sonne. Ich trat auf ihn zu und berührte seine Schulter. — Ah, Mister, wandte er mir sein strahlendes Gesicht zu, noch immer nicht nach Amerika zurückgekehrt? Nein, sagte ich, aber vor einigen Tagen war ich im Hafen von Jaffa und sah, wie sich Edna nach Triest einschiffte. — Ich weiss, sagte er; ich hatte sie von Jerusalem hingebracht. Und warum haben Sie sie nicht zum Dampfer begleitet? — Begleitet? Bin ich ihr Verwandter? Wieso denn? staunte ich; und alle die Worte, die Sie zu ihr auf dem Wege gesprochen haben? — Was habe ich denn zu ihr gesprochen? fragte er und das rote Feuermal auf seiner Wange verdüsterte sich plötzlich. Haben Sie denn .... verstanden? Alles habe ich verstanden, sagte ich. Einen Augenblick lang schaute er mich bestürzt mit verlegenem Lächeln an. — Sonderbar... mir fiel gar nicht ein.... Sie haben also alles verstanden, was ich geschwätzt habe? fragte er mich.