Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 219)
- Language
- German
- Belongs to
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217 worden ist. Im Schweigen der Nacht entblösst er seine Arme, drückt seine Braut ans Herz und gemeinsam tanzen sie den Totentanz. Darum geht niemand aus dem Stamme Ahrons auf diesen Hügel und einen Trauhimmel stellt man bis heute dort nicht auf. * * * (Berechtigte Übertragung aus dem Hebräischen von FRIEDRICH THIEBERGER.) —«»— Der Aufolenker von Jerusalem. Von J. D. BERKOVITZ. Zu Anfang des vorigen Sommers, als ich zum erstenmal Jerusalem besuchte, beschloss ich eines Tages, eine Autofahrt nach dem Toten Meer zu unternehmen. Mein Hotelier versprach mir, einen Privatchauffeur ausfindig zu machen, der sein Fach gut verstehe und sich besonders auf der Route von Jerusalem nach der Umgebung von Jericho gut auskenne. Nach einer halben Stunde vernahm ich vom Gange her eine weit vernehmliche Baritonstimme, die laut nach dem amerikanischen Touristen fragte. Bald auch erschien an der Tür meines Zimmers ein junger Mann, Anfang der Dreissig, hochgewachsen, mit grauen, lachenden Augen und einem offenen, strahlenden Gesicht. Auf seiner rechten Wange glühte ein blutrotes Feuermal, das sich quer von der Schläfe bis zur Oberlippe hinzog. Obwohl das Mal sein schönes Antlitz verunzierte, verlieh es ihm dennoch den Ausdruck kühner Männlichkeit und leuchtenden Glanzes, so dass man schwer unterscheiden konnte, ob sein Gesicht vom Licht der grauen Augen oder von der Glut des roten Feuermals leuchtete. — Sind S i e der Mister, der zum Toten Meer fah-