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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 213

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 213 (sequence 215)
Language
German
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…/4919024-4919342--0533-4919557
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213 Braut und Bräutigam schritten also zum Trauhimmel. Angesehene Männer der Stadt breiteten ein Tuch über das Haupt der Braut, die Brautführer kleideten den Bräutigam in ein weisses Gewand und streuten Asche auf sein Haupt, dorthin wo die Tefillin gelegt werden. Das Auge bezeugte mit Tränen den Schmerz um das niedergebrannte Jerusalem und das Herz zerquälte sich in Gedanken an den Tag des Todes. Schon stand der Bräutigam unter dem Trauhimmel und die Brautführer sollten die Braut heran führen. Sie gingen ihr entgegen, näherten sich ihr und kehrten wieder um; Die Brautführerinnen gingen nun mit der Braut dreimal um den Bräutigam herum. Der Vorbeter legte die rechte Hand ans Ohr, den Daumen an den Taktstock; dann stimmte er den Vers an: „Wia ein Bräutigam tritt er aus seiner Kammer" und der ganze Chor fiel ein. Kinder und Frauen kamen aus allen Gassen und Winkeln, um zu sehen, wie Braut und Bräutigam gerührt sind. Noch standen sie unter dem Trauhimmel, als eine kleine Wolke vom Ende der Stadt her sich erhob. Man sah auf und erblickte Ross und Reiter. Einige, die beim Brautvater standen, sagten zu ihm: „Sieh doch, das Oberhaupt des Bezirkes schickt einen Sonderboten, die Seidengewänder zu bewilligen." Der Brautvater aber sprach zu den Umstehenden: „Gewiss nicht, denn ausdrücklich schrieb er, „dass der Zaun nicht eingerissen werde". Und so bleibt die Bestimmung aufrecht. Allein wenn der Eilbote zu uns hereilt, so bedeutet das wohl nur, dass er für den Bräutigam am Tage seines höchsten Festes ein Schreiben mit dem Morenutitel bringt." Und er schwieg. Er sah seine edle Tochter und den Glanz ihrer Schönheit und er sprach in seinem Herzen: Meine Tochter ist selbst in den einfachsten Kleidern eine liebliche Braut. Allein an seiner Handbewegung war zu merken, dass er im Innersten mit der Bestimmung betreffs der Kleider nicht einverstanden war. Der Bräutigam nahm den Trauring und steckte ihn an den Finger der Braut mit den Worten: Siehe, Du bist mir geheiligt! Und alle Gäste, Männer und Frauen, und alles Volk, das dort war, riefen: Masel

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