Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 135)
- Language
- German
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133 Noch geziemt uns nicht der Jubiläumsfrack, fünfzehn Kehren noch steigt jochhoch Wegs Zickzack, noch harrt mancher herbe Posuk unsres Psak, manche harte Nuss auf unser kritisch „knack!", wir einander rufen uns: w'nischasak! Von Professor SAMUEL KRAUSS, Wien. Bei der Hochzeit eines jüdischen Paares sehen wir zunächst etwas, was nicht anders als »grosse Aufmachung« bezeichnet werden kann: wir sehen, dass für das Paar ein Baldachin auf vier Stangen aufgeschlagen wird, die allgemein bekannte »Chuppa«, von der in neuerer Zeit auch der Name »Trauhimmek beliebt ist, da man doch bei diesem Anlasse, der »Hochzeit« des Lebens, so recht zur Poesie gestimmt ist. Was soll diese Chuppa? Was soll diese »Aufmachung« im schlichten jüdischen Leben, das doch sonst keinen Prunk kennt und fern ist von allem, was die Sinne fesselt? Ein »Trauhimmel« ist nun dieses Zelt nicht, das bei bestem Willen nicht geeignet ist, uns den Himmel vorzutäuschen. Wenn es noch, wie die Orthodoxen verlangen, unter freiem Himmel aufgestellt würde — freilich, auch deren Symbolik ist nicht auf den Himmel gerichtet, sondern auf die Fruchtbarkeit des neuen Paares, weil die Zahl der Nachkommen Abrahams eben an den Sternen gemessen, werden soll — aber was soll dieser Raum innerhalb eines anderen Raumes? Denn gewöhnlich wird die Chuppa in der Synagoge aufgestellt, ja in einem schlichten Zimmer, die schon baulich alles eher sind, als das Abbild des grossen weiten Himmelsgewölbes. Und warum wird die Chuppa flach gemacht, und nicht gewölbartig, wie —«» »| ■