Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 133)
- Language
- German
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131 meinsames Erringen folgte, innerhalb dessen mitunter nicht mehr auszuforschen war, was dem Denken des einen, was dem des andern entstammte. — Als ich Rosenzweig das Buch „Im Anfang" (in der ersten Fassung) gesandt hatte, erhielt ich von ihm dieses Gedicht: Dass aller Anfang Ende sei, ich hab's erfahren. „Ins Leben" schrieb ich, schreibpflichtfrei, — nach knapp zwei Jahren ward lahm die tatgewillte Hand, die wortgewillte Zunge stand, so blieb mir nur die Schrift. Doch Anfang ward dies Ende mir: was ich geschrieben, ist kein — ich dank es, Lieber, Dir — Geschreib geblieben. Wir schrieben Wort von Anbeginn, Urtat die bürgt für Endes Sinn. Und so begann Die Schrift. Das Zitat „Im Leben" ist den Schlussworten von Rosenzweigs Lebensbuch „Der Stern der Erlösung" entnommen. Der auf dieses Zitat folgende Vers aber hat acht Tage später eine Berichtigung erfahren. Am 29. September 1925 schrieb mir Rosenzweig (ich hatte ihm inzwischen das Du angetragen und daran die Bemerkung geknüpft, es werde ihm hoffentlich nicht schwer fallen, sich daran dem um nahezu 9 Jahre Älteren gegenüber zu gewöhnen): „Lieber Freund, es ist mir gar nicht schwer, dazu habe ich das Du im Stillen schon viel zu oft gesagt. Den Abstand zwischen uns macht gar nicht so der Altersunterschied, obwohl ihn eine rund zehnjährige Spanne männlicher Welterfahrung noch vergrössert — denn Du warst mit zwanzig schon öffentlich, während ich mit dreissig noch zu Rumpelstilzchens Spruch tanzte — sondern