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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 127

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 127 (sequence 129)
Language
German
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127 neuesten Aufsätzen der wissenschaftlichen Zeitschriften. Dennoch musste oft um ein einziges Wort der Briefwechsel wochenlang hin und hergehen. „Meine Rolle dabei", hatte Rosenzweig im Anfang der Arbeit mir geschrieben, „wird ja wahrscheinlich nur die der gründlichen Muse (Diotima und Xanthippe in einer Person) sein, wie Ihre bei Jehuda Halevi. Aber das ist, wie Sie ja aus diesem Beispiel sehen, nichts Kleines." „Seine Rolle" ist, obgleich er auch später bei dem Bild der „gründlichen" Muse blieb, hundertfach mehr als das „Beispiel" geworden. Die Blätter, die in diesen Jahren hinüber und herüber gegangen sind, ergeben zusammen den lebendigsten Kommentar: die Schrift hell werdend im Raum einer Wechselwirkung. Welcher Art diese Wechselwirkung gewesen ist, kann ich hier nur an wenigen Hauptfragen kennzeichnen : 1. Wir waren uns alsbald einig, dass wir unserer richtig aufgefassten philologischen Aufgabe gemäss („Der Wissenschaft folgen wir doch immer, nur eben unserer", hat mir Rosenzweig einmal geschrieben) nicht bloss so weit als irgend möglich beim masoretischen Text, als dem einzigen objektiv erfassbaren, verharren mussten, sondern auch, wo es sich etwa um den Zusammenhang und die Verknüpfung der einzelnen Stücke untereinander handelte, nicht auf die oder jene angeblich herauslösbare Quelle zurückgehen durften, sondern die uns vorliegende literarische Ganzheit wiederzugeben hatten, also, um die Sigel der modernen Bibelwissenschaft zu gebrauchen, nicht J (den „Jahwisten") oder E (den „Elohisten") usw., sondern R (den „Redaktor"), d. h. das Einheitsbewusstsein des Buches. In dieser Erkenntnis haben wir einander, im Lauf der Arbeit von der Arbeit lernend und lernend, bestärkt, sie hat sich in dieser unserer Wechselwirkung immer tiefer in uns beide verwurzelt, und es war ein Gemeinsames, das Rosenzweig einmal in dem ernsten Scherz aussprach, wir lösten das Sigel R nicht „Redaktor" auf, sondern „Rabenu". 2. Ich war lange vor dem Beginn unsrer Arbeit zu der Uberzeugung gelangt, dass man bei einer Ver-

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