Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Setzung für den Willen zur Zukunft, also für jede Sittlichkeit. Darum sollte man nicht vergessen, dass das elliptische Schicksal wohl seine Gefahren aber zugleich seine einzigartigen Werte hat, und dass es in der Situation, in der wir jetzt stehen, nicht nur eine Wirklichkeit ist, sondern, wenn ich so sagen darf, auch ein Programm. —«»— Aus den Anfängen unsrer Schriftübertragung. Von MARTIN BUBER. Der folgende Aufsatz ist Franz Rosenzweig, dem frühverstorbenen Mitarbeiter an der neuen Bibelübersetzung gewidmet. D. H. Es werden in diesem Frühling fünf Jahre, seit die Geschichte dieser Verdeutschung der Schrift begonnen hat. Aber sie hat eine Vorgeschichte. Ich hatte schon seit vielen Jahren an eine solche Arbeit, vom heutigen Sprach bestand aus zu wagen, gedacht. Meiner damaligen Meinung nach konnte nur eine Gemeinschaft sie unternehmen, und zwar eine von Menschen, die auch persönlich untereinander verbunden waren und so einander im Werk tiefer helfen konnten, als dergleichen sonst möglich ist. Vor dem Krieg war eine solche Gemeinschaft im Werden und sogar schon eine Vereinbarung zwischen ihr und einem grossen deutschen Verlag, der die Übertragung allmählich in einzelnen Büchern (nicht in der Reihenfolge des Kanons) veröffentlichen sollte, getroffen; aus dem Plan erwähne ich nur, dass Moritz Heimann zunächst die Sprüche, Efraim Frisch zunächst Samuel, ich zunächst Jesaia übersetzen wollte. Der Krieg hat auch dies Vorhaben vereitelt. Aber im folgenden Jahrzehnt gewann es in mir erst seine Reife, seine grundsätzliche und methodische Klärung. Ich lernte jetzt erst unmittelbar verstehen, was das für ein Buch ist, im Sinn, in der Sprache, im Bau, warum es, trotz allem,