Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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53 ZIONISMUS PALÄSTINA (Versuch einer Neubegründung des Zionismus.) Von Dr. ERNST SIMON, Jerusalem. Die Beziehung zwischen dem Volke Israel und seinem Lande, die im modernen Zionismus ihren vorläufig letzten geschichtlichen Ausdruck gefunden hat, ist nur einem historischen Verstehen zugänglich. Wer den Zionismus etwa erst vom Erscheinen des Herzl'schen »Judenstaates« im Jahre 1896 oder auch von den einigen Jahrzehnten jüdischer Kolonisation her datieren wollte, die diesem Buche bereits vorangegangen waren, dem müssten sich in einer solchen Flächenperspektive sämtliche Linien auch der neuesten Gestaltung dieser Frage verzerren und vergröbern. Deshalb mag es erlaubt sein, unsere Darlegungen durch einen ausführlichen Rückblick zu unterbauen. Wenn wir die Bibel aufschlagen, finden wir gleich auf ihren ersten Blättern die Erzählung von der Vertreibung aus einer Heimat, freilich keiner irdischen, sondern einer göttlichen Heimat: dem Paradiese. Trotzdem ist mit dieser ersten Diaspora ein Ton angeschlagen, der von nun an auch die Verbindung des irdischen Landes Palästina mit dem jüdischen Volk beherrschen und als dauernden Wechsel zwischen Anziehung und Abstossung charakterisieren soll. Dieser ersten paradiesischen Heimat, die am Ursprung des Menschengeschlechtes stand, entspricht eine letzte, messianische, die an seinem Ende stehen soll. Zwischen ihnen beiden ausgespannt verläuft nach jüdischer Auffassung die Geschichte der Menschheit, also Israel und Israel.