Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 52)
- Language
- German
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50 derungen die Einstellung der jüdischen Immigration und das Verbot des Bodenverkaufs an Juden. Die Jewish Agency liess die Regierung wissen, dass sie die Gewährung jeder dieser drei Forderungen als einen Bruch des Mandates betrachten würde. Die Regierung teilte den Arabern mit, dass sie nichts tun könne, was gegen das Mandat Verstösse; sie habe aber mit Interesse von den arabischen Darlegungen Kenntnis genommen und werde trachten, alle berechtigten Wünsche im Rahmen des Mandates zu erfüllen. Daraufhin erklärte die arabische Delegation die Unterhandlungen für beendet und reiste ab. Nach dem Abbruch der Verhandlungen hat sodann die englische Regierung die bereits erwähnte Zurücknahme der Zertifikate verfügt und auch provisorische Massnahmen zum Schutz der arabischen landwirtschaftlichen Bevölkerung angekündigt, die jedoch bisher nicht erfolgt sind. Die geschilderte Entwicklung der politischen Verhältnisse war begleitet von einer leidenschaftlichen Diskussion innerhalb des zionistischen Lagers. Die Revisionisten machten die schwache Politik der Exekutive für die zionistischen Misserfolge verantwortlich und forderten ein stärkeres Auftreten gegen England. In diesem Punkte stimmte ihnen weit über ihren Parteibezirk hinaus ein grosser Teil der Zionisten zu. Und auch die Zionistische Exekutive hat ihre Politik seit August einzig und allein auf den Kurs festgelegt, unter Anrufung des Gewissens Englands und der übrigen Welt und unter Einsatz aller jüdischen Machtmittel England an seine Pflicht aus dem Mandate zu mahnen. Nach den Unruhen wurde die Parole ausgegeben, dass als Genugtuung für das Geschehene die Zionistische Bewegung jetzt eine grundlegende Umwandlung der Palästinaverwaltung in ausgesprochen und eindeutig pro-zionistischem Sinne fordern müsse. Demgegenüber glaubte eine kleine Gruppe von Zionisten, dass England den Zionismus nur dann werde fördern können, wenn er nicht eine zu starke Belastung der englischen Orientinteressen, die eine gewisse Rücksichtnahme auf die arabische und moslemische Welt vorschreiben, mit sich bringt. Daher sei