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Jüdischer Almanach · 1931-01-01 · 5691 (1930-1931) · p. Seite 41

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5691 (1930-1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
Language
German
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IRI
…/4919024-4919342--0361-4919385
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41 liehe Veränderungen an der Klagemauer vorgenommen; insbesondere gab die Regierung, trotz Einspruchs der jüdischen Instanzen unbegreiflicherweise die Erlaubnis, am Südende der Klagemauer eine Mauer durchzubrechen und so eine direkte Verbindung vom Tempelplatz zu dem Platz vor der Mauer herzustellen, wodurch die Möglichkeit geboten war, dass die auf dem Tempelplatz versammelten Moslems in den Raum vor der Klagemauer eindringen. Die Regierung beachtete nicht die wachsende Erregung der Juden, die dieses Verhalten als Provokation empfanden. Am Vorabend des 9. Ab (14. August) veranstalteten die Juden eine ruhige Demonstration an der Klagemauer. In Tel-Awiw jedoch wurde eine Massenversammlung abgehalten, die in ihren Resolutionen forderte, dass die Klagemauer sofort den Juden zurückgegeben werden soll; ein Zug junger Leute, begab sich am 15. August zur Mauer, nachdem die Regierung nach längeren Verhandlungen die Erlaubnis erteilt hatte, unter der Bedingung, dass keine Reden gehalten und keine Fahnen gehisst werden. Die Jugenddemonstration verlief in Ordnung, doch wurde trotz des Verbotes bei der Klagemauer die blau-weisse Fahne gehisst und Reden gehalten. Eine Jugend-Deputation überreichte der Regierung die Resolution der Tel- Awiwer Versammlung. Darauf verlangten die Moslems das Recht zU einer Gegendemonstration, die am 16. August stattfand, wobei jüdische Gebetsutensilien vernichtet und der einzige vor der Klagemauer anwesende Jude misshandelt wurde. Die folgenden Tage waren Tage äusserster Spannung und zahlreicher Zwischenfälle. Bei einer Rauferei wurde ein kurdischer Juden junge getötet. Seine Beerdigung gab Anlass zu Demonstrationen und brutalem Eingreifen der Polizei. Am nächsten Freitag, dem 23. August, kamen besonders viele Moslems zur Omarmoschee; es waren Briefe in die arabischen Dörfer gesandt worden, die Gläubigen sollten zur Verteidigung der von den Juden angegriffenen Heiligtümer bewaffnet nach Jerusalem kommen. Trotz mehrfacher Warnung schritt die Regierung nicht ein, und als in der Mittagsstunde der bewaffnete Haufen vom Haram esch Scherif sich in

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