Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 245)
- Language
- German
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gebiet im Auge, sondern von vornherein auch die Nachbarländer, vor allem Ägypten und Syrien mit ihrer zahlreichen Bevölkerung, ihrer gering entwickelten Industrie und ihren niedrigen Zollschranken. Es trifft sich gut, daß die fast restlose Einstellung Ägyptens mit seinen zwölf Millionen Einwohnern auf den rentablen Anbau von Baum- Wolle der Einfuhr palästinensischer Industriewaren für lange hinaus ein aussichtsreiches Feld eröffnet. Die Konsumkraft und -Lust der Palästinenser selbst lst, nach dem Urteil Sachverständiger, in rascher Steigerung begriffen. Der Fellache beginnt z. B. schon Unterwäsche zu tragen! Seit Kriegsschluß wurden in Palästina 150 industrielle Unternehmungen gegründet mit einer Totalinvestilion von 1,200.000 Pfund Sterling Kapital, wovon bis auf 100.000 Pfund Sterling alles aus jüdischen Quellen stammt. In Tel-Awiw allein wurden in den letzten v>er Jahren 70 industrielle Gründungen registriert. Die an Bedeutung nächstfolgende Stadt ist Haifa. Wichtige Voraussetzungen für das Aufblühen der Industrie sind billige Triebkraft und günstige Verkehrs- 'uöglichkeiten. In erslerer Hinsicht erscheint die Ausführung ^es Rudenberg-Projektes von günstigem Einfluß. Zur Elektrifizierung von Jaffa-Tel-Awiw, welcher heute bereits 2250 Pferdekräfte dienen, Ist im letzten Jahre auch die Elektrifi- Gerung der Städte Haifa und Tiberias hinzugetreten und Vorarbeit für das große Elektrizitätswerk am oberen ^°rdan macht vielversprechende Fortschritte. In Jerusalem, w° ein Grieche die Gültigkeit seiner Vorkriegskonzession Segen Ruttenberg durchgesetzt hat, soll diese Konzession, *jm sie vor Ablauf zu schützen, schon nächster Zeit als ^ladlbeleuchtung und elektrische Straßenbahn ihre Auswirkung finden. Das Eisenbahnnetz Palästinas, welches schon bisher Relativ dicht war, steht vor weiterer Ausgestaltung. Der Knotenpunkt der Linien Ägypten—Haifa und Jaffa—Jeru- 223