Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 244)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Vormundpflichten redlich erfüllt. Bezeichnend dafür ist die neue, im September 1924 verlautbarte Zollordnung» die als erster zielbewußter Schritt zur Emanzipierung Palästinas vom Auslande aufzufassen ist. Darnach wird die Einfuhr von Fabrikaten, welche im Inland erzeug werden können, durch (Erhöhung der Zollsätze erschwert, während die Einfuhr von Maschinen, welche die Hebung der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion in Aussicht stellen, durch Herabsetzung der Zollsätze oder gar völlige Zollfreiheit erleichtert wird. Gegen die Einfuhr von Luxuswaren richten sich höhere Zölle, was so" wohl der Erziehung zur Sparsamkeit, als auch fiskalischen Zwecken zur Deckung der Einnahmen dient. Das Anwachsen der Bevölkerung, insbesonders durch die jüdische Einwanderung, wirkt als mächtige1" Stimulus zunächst auf die Entwicklung der Bauindustrie- Seit 1920, und vornehmlich seit 1922, wurden laut Regierungsbericht nicht weniger als 6713 neue Häuser in Palästina erbaut, davon ein Großteil in Tel-Awiw. Dazu kamen viele Erweiterungen und Reparaturen. All dies hat die Hände tausender Bauarbeiter in Bewegung gesetzt. Die früher zeitweise feiernde Silikatfabrik (Sand' ziegelfabrik) in Tel-Awiw ist überbeschäftigt. Die neue mit 300.000 Pfund Sterling Kapital begründete Zementfabrik in Haifa wird den Konsum aus Inlandsmaterial decken können. Die Steinbruch- und Steinmetzindustrie blün' nunmehr auch unter den juden auf und für Dachziegel» Drainage- und Kanalisationsröhren u. s. f. steht die völlig2 Emanzipation vom Import nahe bevor. Die seit 1924 stark wachsende Einwanderung scher Mittelstandselemente brachte, besonders aus Polen- Leute ins Land, welche ihre heimischen Industrien, und vor allem die volkswirtschaftlich so wichtige Textilindustne nach Palästina zu verpflanzen bemüht sind. Diese Industrien haben oft nicht nur Palästina selbst als Absatz 222 I