Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 226)
- Language
- German
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im Exil weder regenerieren noch produktiv werden könne, daß auch die soziale Frage innerhalb des Judentums nu im heiligen Lande gemäß den messianischen Idealen ge' löst werden könne: „Bei den Juden weit mehr noch al bei den Nationen, die auf ihrem eigenen Boden unterdrückt sind, muß die nationale Selbständigkeit jedem politisch' sozialen Fortschritte vorangehen". („Rom und Jerusalem"-) Nie ist ihm eines vom anderen getrennt — jüdisch und sozialistisch immer verbunden. Sein geliebtes Frankreidi, das „zweite Vaterland jedes Revolutionärs, wo er so viele Jahre, teils freiwilüfl teils als politischer Flüchtling gelebt, die „Freundin de nach Freiheit ringenden Nationen'*, schwebt ihm a's Patronin einer künftigen Renaissance vor Augen. An En<J land, das ihm ferne lag, dachte er weniger. * Viel ist Moses Heß angefeindet worden, doch am viel verehrt. Am wenigsten gehört wurde er — von de" Juden seiner Zeit. Die besten — darunter Graetz und Auerbach - - schwanken, drehen und wenden sich in VC' legenheit. Viele lachen seiner, wenige lauschen. Mehr Gehör fand er beim Proleteriat, namentlich kurz vor und nach dem Tode Lassalles, dem er — rührender Bescheidenheit — gegen Marx und Engels GegnC' schaff Treue hielt. Deutsches, französisches, polnisches Proletariat be' trauerte ihn. Aber sein Herz, dieses zart auf jede t,r' schütterung reagierende Pendel, war jüdisch. Prophetisch war Heß seiner Zeit voraus, Gedanke" kamen ihm, die erst Jahrzehnte später Adiad Haam, Pinskßr> Herzl, Gordon wiederfinden sollten — aus denselben Quellen lebendig strömenden Volkstums emporgetaucn1. Er war Zionist und Sozialist. Er war ein fromm^ Herz. Laßt uns seiner gedenken — des „Kommunistenrabbi! 206 T