Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 217)
- Language
- German
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der Majorität an, sondern auf die Intensität des jüdischen und menschlichen Lebens der palästinensischen Judenheit, auf die Liebe zum Judentum und zur allmenschlichen Gerechtigkeit, die in den Herzen wohnt. Und so stark ist das Erbe des Prophetismus in jüdischen Herzen, daß selbst Herzl, der Schöpfer des Judenstaatsgedankens, in seinem Altneuland ein Zukunftsbild ausmalt, worin keine Rede ist von einer politischen Vorherrschaft des jüdischen Elementes in Palästina. In Alt- Ueuland gibt es in politischer, staatsrechtlicher und wirtschaftlicher Beziehung keinen Unterschied zwischen den Völkern. „Wir fragen nicht, welchen Glaubens und welker Rasse einer ist. Ein Mensch soll er sein, das genügt uns", bekennt mit Stolz David Littwak. Und Reschid Bey rühmt die Bereicherung, die die Araber durch die Einwanderung der Juden erfahren haben. „Sie leben mit uns wie Brüder, warum sollten wir sie nicht lieben?". Und a's der böse Teufel im jüdischen Lager stellt sich für Herzl der Dr. Geyer dar, der einen Judenstaat im niacht- Politischen Sinne erstrebt, der den Instinkten des Volkes nach polnischer Herrschaft schmeichelt. Er ist der falsche Prophet, wie sie auch immer wieder in Israel aufgestanden sind. Und seinen Anhängern ruft in der Wahlschlacht Herzls Mund zu: „Wählet einen, der nicht an den nächsten Vorteil denkt, sondern an den dauernden. Wenn ihr 9°er einen Geyerianer wählt, so seid ihr nicht wert, daß eUch die Sonne unseres heiligen Landes bescheint." Selbst die jüdische Akademie Palästinas „hat die Aufgabe, das Verdienst einzelner um die Menschheit aufzusuchen, ^'ese Aufgabe war selbstverständlich nicht an die Grenzen des Landes gebunden". So sieht die allmenschllche neue Gesellschaft aus, Zu der sich Herzls Judenstaat gestaltet. Um wie viel in Wahrheit nationaler Achad Haams Zukunftsbild ist, um *'e viel den tatsächlichen Bedingungen entsprechender, 199