Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 216)
- Language
- German
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Warner und Mahner, die unserem Volke wie keinem anderen erstanden sind und ihm immer wieder im Namen der Wahrheit und Gerechtigkeit Worte gesagt haben, die es nicht gern hörte. Wohl glaubt auch Achad Hanm an die Sammlung aller Zerstreuten, an die Wiedererrichtung des alten Glanzes, aber er sieht diese Gesamtlösung der Judenfrage, diese messianische Erlösung des jüdischen Volkes verknüpft mit dem Heraufkommen der Gerechtig' keil unter den Völkern, in ferner Zukunft. „Nicht zufällt! sind in Isral Propheten erstanden, welche in ihren Visionen die Gerechtigkeit am Ende der Zeiten herrschen sahen. Ihr Nationalismus, ihre Liebe zu Volk und Heimat, brachte sie dazu. Der Zionismismus im Herzen der Pro* pheten erweiterte sich und schuf die große Vision, da kein Volk das andere bekämpfen und auch Israel ruhig in seinem Lande wohnen werde. Dieses Menschheitsideal war und ist daher für immer ein wesentlicher Teil des nationalen Ideals des jüdischen Volkes und der Judenstaat wird ihm dann erst Ruhe und Sicherheit verbürgen können, wenn die ewige Gerechtigkeit über Völker und Staaten gebieten wird . . . Das Geheimnis unseres Bestandes als Volk liegt darin, daß schon in den ältesten Zeiten die Propheten unser Volk gelehrt, nur die Krall des Geistes zu verehren und nicht in ehrfurchlsvoller Scheu vor physischer Macht in die Knie zu sinken. Aber ein Staalsgedanke, der sich nicht auf die Basis der nationalen Kultur stützt, vermag den Sinn des Volkes den Idealen seines Geistes abwendig zu machen und in ihm die Ambition zu erwecken, seinen Stolz in die Erreichung materieller Macht und politischer Herrschaft zu setzen. Damit würde aber der Faden abgeschnitten, der es rnN seiner Vergangenheit verbindet, und die historische Basis unter seinen FUföen weggezogen." Von diesem Standpunkte aus kommt es nicht mehr in Palästina auf die machtpolitische Frage der Erringunö 198 r