Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 195)
- Language
- German
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^eben dieser Arbeit am großen und ganzen ging eine Unermüdliche Spezialforschung einher. Große Biographien e'nzelner Musiker entstanden, darunter wahre Meisterwerke, wie der „Bach" Spittas, der „Mozart" Jahns. Musikalische Lexiken wurden mit Gelehrtenfleiß zusammenstellt. Wissenschaftliche Musikzeitungen, die der Formung dienten, entstanden. Die Spezialforschung bereitete alte Epochen und immer neue Probleme wurden ^geworfen, die letzten fünfzig Jahre der Musikforschung jjind fast ganz Jahre fleißigster Detailforschung gewesen. ür den großen zusammenfassenden historischen Blick, ,Ur konstruktive Phantasie ist die Zeit noch nicht ge- °mmen, da auf musikgeschichtlichem Gebiet alles in ^formung, alles im Neuwerden ist. In den letzten fünfzig Jahren sind eigene Disziplinen er musikgeschichtlichen Forschung neu entsenden. Die n°ralwissenschaft, in der besonders französische Bene- 'ktiner Rühmenswertes geleistet haben, nebst der dazu ^hörigen Neumenkunde, verdankt praktischen Interessen ^er katholischen Kirche, der die authentische Wiedererstellung der liturgischen Melodien am Herzen lag, die ' *rksJe Förderung. Neu war das Studium der Musik [rnitiver Völker, das insbesondere in England, dessen 'cher Kolonialbesitz auf solche Musik aufmerksam ge- . öcht hat, betrieben wurde; neu das Studium der Musik den alten Kullurgebieten des Orients, das jetzt zu er „vergleichenden Musikwissenschaft" sich erweitert Die Entwicklung des Phonographen ist besonders j'esen Studien zugute gekommen. Die modernen Musik- ^■"scher reisen mit dem Phonographen In fremde Länder, f(f len t'or' Gesänge auf; in Wien und Berlin bestehen r diese Aufnahmen eigene Archive. Will man über den aenwärligen Zustand der Musikforschung sich infor- ^'eren, so bietet das neu erschienene „Handbuch für üs'kgeschichte" von Guido Adler, an dem nach ein- 179