Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 194)
- Language
- German
- Belongs to
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PROF. DR. MAX GRAF. Aufgaben der jüdischen Musikforschung. Die Musikgeschichte gehört zu den jungen Wissenschaften. Sie ist etwa siebzig Jahre alt, denn mit dem Erscheinen der Musikgeschichten des englischen Forschers Burney, des Italieners Padre Martini, der deutschen Mu' sikgeschichten von Forkel und Ambros und der franzö' sischen „Histoire generale de la musique" von Feti* beginnt die Grundlegung der modernen musikhistorischen Studien, die rasch einen riesigen Aufschwung in alle" Ländern Europas genommen haben. Für die Entwicklung der musikhistorischen Forschung war die Ausgabe von musikhistorischen Materialsammlungen besonders wichtig Die ersten dieser Sammlungen waren encyklopädische Sammelwerke alter Theoretikerschriften vom Fürstal5 Gerbert und Coussemaker. Ihnen folgten große Samrne'' werke aller Musik, deren Herausgabe ganze Generationen junger Musikforscher um ein Schulhaupt versammelt' In Österreich war es Guido Adler, der die „DenkniS'^ der Tonkunst in Österreich" begründete und systemalise" junge Gelehrte heranzog, die er in Stilkritik schulte. '" Deutschland war Hermann Kretzschmar, der eine Qt°^t Schule von Musikhistorikern begründete und zur Arbß an den „Denkmälern deutscher Tonkunst", wisse"' schaftlich ausrüstete. Die gewaltigen Bände dieser grolje^ Sammelbände, Monumente des Gelehrtenfleißes, sl" die Grundlagen der modernen Musikforschung geworde"' In allen Kulturländern Europas wurden wIssenschaftHc*Jl Sammlungen alter Musik veranstaltet, und bis zum We krieg vereinigte ein internationales Band die Musikforscn aller Länder, das jetzt erst wieder geknüpft werden rfl" 178