Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 183)
- Language
- German
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'1 der Kunsi, die allen nützliche, nicht so sehr die außer- 0|,dentliche, sondern vorderhand nur die ordenlliche Tat. Sollten wir ihm nach seiner Weise rechtschaffen dienen, *ir hätten schon zwischen die bedruckten Blätter dieses Ruches andere Bilder legen müssen: nämlich Pläne für neue Stadlteile, Grundrisse von neuen Wohnhäusern, Entwürfe für praktikablen Hausrat, kurzum lauter sachliche Anweisungen, mit deren Hilfe unsere Leute im Lande 'sraels ihr Leben sauber, oesund und vernünftig einrichten La Konnten. Freilich, die meisten unserer Leser hätten dann ein saures Gesicht gemacht. Was sollen solche Nüchternheiten in einem Erbauungsbuch! Ist da die Beigabe der 9raphischen Künste nicht viel schicklicher und schöner, Selzt sie nicht Sinn und Gemül in edle Bewegung I Zuflegeben. Aber für die nächste Weile gilt es, von eben dieser edlen Bewegung, die das Nutzlos-Schöne hervorruft, abzulassen und sich dem Nützlich-Guten hinzugeben, "ss wird ohne Opfer an fragwürdiger Sentimentalität, an ro- ^anlischer Schwärmerei, aber auch an echten Ergriffenheiten n'cht möglich sein. Doch diese Opfer müssen gebracht Verden. Die Zeit, die Lebensstunde unseres Volkes wol- 'en es so. Man wird, um das schnell und ganz zu begreifen, allgemeinen Zug des Kunslgeschehens wenigstens Wl einem Blicke streifen müssen. Denn so unabhängig j*uch der Charakter, so fern auch die Ziele der jüdischen ^Unst sein mögen, sie kann sich ohne Gefahr dem organischen Zusammenhang aller gegenwärtig schaffenden r,illc nicht entziehen. Den Geist des Volkes umschließt der Geist der Zeit. Nun wird auch dem naiven Beobachter kaum entflogen sein, daß sieh die Kunst seil Jahr und Tag in H'nem krisenhaften Zustand befindet. Das vorige Jahrhundert war, unter den Fahnen Frankreidis, mit einem 'ege der Malerei zu Ende gegangen. Das neue bemühte 167