Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 182)
- Language
- German
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ÜNIV.-PROF. DR. MAX EISLER. Lebensfragen der jüdischen Kunst Gleichwie in früheren Jahren erscheint auch dieser Almanadi wieder begleitet von einigen Werken der Fläche"' kunst. Er unterscheidet sich von seinen Vorgängern viel' leicht,nur dadurch, daß er bei seiner Wahl ausschließli^ Werke der Graphik herangezogen hat, die sich mit de1" Druck der Textblätter reiner verbinden, als die entfärbte11 Wiedergaben der Malerei. Aber diese buclitechnische Ef' wägung will angesichts der mittlerweile reif gewordene" Lebensfragen unserer Kunst nicht viel bedeuten. WolU611 wir aufrichtig sein, wir müßten eingestehen, daß diesef Bilderschmuck dem Ernst des Augenblickes aus dem We0^ geht, ja daß er ihn geradezu verleugnet. Die Gewohnhe1" ein jüdisches Volksbuch mit schönen und starken Zeich' nungen zu versehen, mag einmal sehr zeitgemäß gewesejsein, ja ist das im gewissen, unbestrittenen Sinn &üC noch heute. Denn noch immer bringen solche Zeug"!**0 des freien Schaffens uns den Quellen nahe, aus dene" die dunklen Gemeinsamkeiten unseres Blutes komme11' führen auf die Anhöhen unseres Geistes, lassen hiu'e ihrem Schein unser tieferes Sein, hinter ihrer Art 1 schauen und zu wirken Grad und Wesen unserer ideale11 Bewegtheit erkennen. Und wer wollte in Stunden der A"' dacht auf solche Erquickungen verzichten! Aber heute, im Angesicht des Augenblicks, ersehe nen diese feierlich entrückten Erlebnisse fast wie si'"1. hafte Lässigkeiten. Das Gebot des Tages fordert, «a man sie zurückstellt, bis die Zeiten wieder anders werde ' geeignet für ein beschauliches Genießen. Es will, f"1 166