Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
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bunt vor Menschenmenge. Immer noch kommen neue Karawanen hinzu, ihre farbenprächtige Kleidung glitzert im Sonnenschein. Autos rasen mit lauten Huppensignalen, Kamele schreiten mit Schellengeläute dahin, Männer und Frauen sitzen auf Esels- und Maultierrücken oder auf Milchwagen, Chaluzim, Kolonisten, Studentengruppen schreiten mit wehenden Fahnen, tücherschwenkend einher. Alles drängt sich zur sefardischen Synagoge. Den ganzen Vormittag wogt die Menge und staut sich in der engen Gasse, die zur Synagoge der Spaniolen führt, aus welcher die vielhundertjährige, legendäre Thora herausgebracht wird. Auch ich versuche, mich hinzudrängen, verliere mich aber in der Menge und sehe nichts. Mit schwerer Mühe arbeite ich mich aus dem Menschengewoge heraus und erklimme ein Fensterbrett. Der Zug hat sich schon in Bewegung gesetzt. Ohrenzerreifiendes Jubelgeschrei verkündet, daß die Thora dem heiligen Schreine schon entnommen worden ist. Die Flöten, Trommeln und Posaunen stimmen das Bar Jochai-Lied an und die Menge singt begeistert mit: „Heil uns, Glück ist unser Teil An dem Hochzeilsjesle des Bar-Jochal . . Die in Gold- und Silberpracht gehüllte Thora wird hochgehoben und wandert aus einer Hand in die andere» im Gewoge der singenden, tanzenden Menge. In der engen Gasse kommt der Zug nur langsam vorwärts. Ich mache einen Umweg gegen das Tal gegenüber dem Friedhofe ist eine kleine Lichtung län<ls der Straße, dort halten Polizisten hoch zu Roü, um die mitmarschiei enden Ordner abzulösen. Eine Weile mußten wir noch auf die Ankunft des Zuges warten und ergötzte*! uns an den Schönheiten der wundervollen Landschaft« Safed heiüt auf hebräisch Zefat, Aussicht. Vom Azm»n und Tabor wehen frische Gebirgswinde und lindern die Hilze, so daß man trotz der sengenden Sonnenstrahle1* 116