Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 46)
- Language
- German
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wertvoll und ein neuerlicher Beweis, daß es nicht das offizielle Judentum war, so sehr es auch später den Eintritt dieser Familie begrüßt hat, das den ersten Schritt tat, um diese Fürstenfamilie zu gewinnen, sondern einfache Kaufleute. Das ist ja auch die Art, wie z. B. der Islam jetzt Propaganda macht. Man begreift das auf den ersten Blick gar nicht. Die christlichen Missionen, die protestantischen vor allem, die englischen, amerikanischen, machen seit Jahrzehnten, fast seit einem Jahrhundert, die größten Anstrengungen, um in Asien und Afrika festen Fuß zu fassen — der Erfolg ist gleich Null. Der Erfolg der Mohammedaner nbe,r ist ein ganz ungeheuerer. Dabei hat es kaum eine organisierte Propaganda gegeben, allerdings unter Abdul Hamid schon, früher aber gar nicht. Trotzdem finden Sie viele Millionen Mohammedaner in China und in Indien, und ein großer Teil von Afrika ist vom Islam geistig erobert worden. Wodurch? Sie haben keine Geistlichen, keine Missionäre hingeschickt. Es sind die indischen und arabischen Kflufleute, die allmählich Einfluß gewinnen und ganz unauffällig ihre Propaganda machen. Das war auch der Weg des Judentums nach Adjabene. Ein jüdischer Kaufmann — Josephus Flavius, berichtet ausführlieh und mit großem Behagen über diese Bekehrung der fürstlichen Familie — ein jüdischer Kaufmann, sagen wir mit Seidenstoffen, ist nach Adjabene an den Hof der königlichen Familie gekommen. Natürlich haben sich in erster Linie die Frauen für seine Waren interessiert und zwar nicht die alten, nicht die Königin- Mutter Helene, sondern die Schwiegertöchter. Der Kaufmann kam häufig hin, s-ie wußten, daß er Jude war, aus Palästina kam. Vom Judentum wußten sie ja etwas. Und nun haben sie sich allmählich für ihn interessiert und haben von ihm erfahren wollen, was denn eigentlich das Judentum sei. Es ist überhaupt eigentümlich, daß es 12