Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 43)
- Language
- German
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erzählt hast, darauf beharrt und Jude werden will, so wirst Du ihn nicht ablehnen." Man wünschte aber nicht, daß ganze Gruppen oder ganze große Völker, von denen man auch nicht annehmen konnte, daß sie innerlich vollständig Juden werden würden, ins Judentum aufgenommen werden. Es hat auch solche Fälle gegeben, aber für diese ist das Judentum als solches nicht verantwortlich zu machen. Der traurigste Fall in der Geschichte ist der Fall des Makkabäers Jochannan Hyrkan. Der makkabäische König hat die Edomiter zwangsweise zu Juden gemacht. Das wird ihm schwer zum Vorwurfe gemacht. Er hat das Land erobert und die Einwohner gezwungen, Juden zu werden. Das hat sich auch am Judentum bitter gerächt, denn dieses Volk hat uns als Danaergeschenk die Dynastie Herodes gebracht. Herodes war ein reiner Edomiter, er hat nicht einen Tropfen jüdischen Blutes gehabt, denn Vater und Mutter waren zwangsweise zum Judentum bekehrt worden. Das ist der einzige Fall, den die alte jüdische Geschichte kennt. Allerdings gibt es auch Fälle, daß ganze Stämme, große Gruppen freiwillig das Judentum annahmen, aber das waren Erscheinungen, die sich gewissermaßen von selbst ergeben haben, ohne daß das offizielle Judentum etwas dazu getan hätte. Der erste Fall, den wir kennen, isl der des jüdisch-arabischen Reiches im sechsten nachchristlichen Jahrhundert. Da hat es einen König gegeben, ungefähr ein Jahrhundert vor Mohammed, der in steter Berührung mit den Juden in Arabien gelebt hat. Er war noch Heide und hat sich vom Judentum angezogen gefühlt, sodaß er allmählich einen großen Teil seines Volkes dazu bestimmt hat, jüdisch zu werden. Das Reich hatte nur eine sehr kurze Dauer und wurde dann vom äthiopischen König im Auftrage des byzantinischen Kaisers zerstört. Ein Teil des Volkes ist christlich, ein Teil mohammedanisch geworden. Manche Araber, die damals zum Judentum V)