Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
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Zwei Wege gäbe es, dieses Unrecht gutzumachen. Der eine wäre die Aufhebung der Beschränkungen wenigstens denjenigen Juden gegenüber, die aus Ländern kommen, wo sie bedrückt und verfolgt werden. Bei dem Geist der Xenophobie, der jetzt nach dem Kriege herrscht, kann man dies schwerlich erwarten. Dann sollten aber diese Staaten wenigstens die moralische Pflicht erfüllen, den asylsuchenden Flüchtlingen, denen i e den Eintritt verwehren und die keine Heimat hinler sich zurückgelassen haben, — dazu zu verhelfen, anderswo ein „zu Hause" zu finden. Das einzige Land, welches hier in Betracht kommt, ist Palästina, wo nach dem Beschluß des Völkerbundes (der ja auch von Nordamerika gutgeheißen wurde), ein nationales Heim für die Juden unter englischer Verwaltung geschaffen werden soll. Wenn nun die Tore Englands von seinem Innenminister geschlossen werden, so müßten zu gleicher Zi it nach den Grundsätzen der Logik und Gerechtigkeit — die beide doch in England zuhause sind — automatisch durch denselben Druck dieses Hebels die Tore Palästinas den Juden ganz breit geöffnet werden. England als Mandatar des Völkerbundes hat Pflichten übernommen dem Lande Palästina gegenüber, aber auch den Juden gegenüber, und je mehr die Anti-Alien Stimmung praktisch sich durchsetzt, umso stärker muß dort die P r o-Z i o n-Tendenz durch Taten sich offenbaren. Aber die beiden angelsächsischen Geldmächle können und sollten in noch einer Weise den durch die Entziehung des Asylrechles vollständig heimatlos gewordenen zehntausenden von Juden behilflich sein. Als anderthalb Millionen Griechen nach dem Siege der Türken aus Kleinasien nach Griechenland flüchten mußten, war die griechische Regierung finanziell außerstande, eine großzügige Hilfsaktion einzuleiten. 52