Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
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Da waren es — neben den Völkerbund-Delegierten — in erster Reihe die englischen und amerikanischen Wohlfahrts-Organisationen, welche tatkräftig, großzügig und mit Erfolg eingriffen, um den Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen. Nach der ersten Hilfe ergab sidi jedoch die Notwendigkeit, diese l'Va Millionen systematisch anzusiedeln, und dieses Werk erforderte nicht weniger als 10 Millionen Pfund, eine Summe, über welche Griechenland nicht verfügte und welche es sich durch eine auswärtige Anleihe besdiaffen mußte. Und da war es wieder England — mit der Bank of England an der Spitze — und Amerika, welche die glatte Durchführung dieser, im Verhältnis zur finanziellen und politischen Lage Griechenlands bedeutenden, Anleihe ermöglichten. Wäre es wirklich so unbescheiden oder utopisch, wenn die bisherigen Haupt-Auswanderungs-Zentren der Juden, England und Amerika, auch unserem Volke, das nicht blos lVa Millionen Flüchtlinge hat, sondern, soweit Ost-Europa in Betracht kommt, in seiner überwiegenden Majorität aus Flüchtlingen besteht — Flüchtlinge von heute oder höchstens von morgen — wenn man diesen entwurzelten Asylsuchenden durch eine Anleihe tür die Palästina-Kolonisation ermöglichen würde, das „home" wirklich in allernächster Zeit für Hundertlausende aufnahmsfähig zu machen? Wir gehören nicht zu den Naiven. — Wir wissen, daß wegen der Verletzung des Asylrechtes der jüdischen Auswanderer und Flüchtlinge keine Klage eingereicht werden kann, nicht einmal vor dem Haager Gerichtshof. L^as Urteil, wenn es je gefällt werden sollte, wird auch nicht im „Exekutions-Wege" vollstreckt werden können. 8 $3