Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 34)
- Language
- German
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schaftlichen Pogrom, durch Druck und Verfolgungen aller Art — dies sind keine gewöhnlichen Auswanderer — dies sind Verfolgte, die flüchten und die das unverjährbare A s y 1 r e c h t geltend machen dürfen. Ein Beweis für viele: Wenn vor anderen Auswanderungslustigen durch Immigratiosverbote die Türe zugeschlagen wird, ob es sich um Japaner oder Italiener oder Ungarn handelt — kehren sie in ihre Heimat zurück, denn sie haben ein „zu Hause". Als unlängst der Fall eintrat, daß einigen Tausend jüdischen Auswanderern der Eintritt nach den Vereinigten Staaten verwehrt wurde — da blieben sie in den Häfen liegen, zwischen Himmel und Hölle hangend und bangend — weil es für sie „kein Zurück", kein „nach Hausegehen" gibt. Der Ausschluß der flüchtenden jüdischen Auswanderer, die in dem überwiegendsten Teile Opfer von religiösen oder politischen Verfolgungen sind, darf nicht scheinheilig als „Immigrationsbeschränkung" bezeichnet werden. Dies ist — mag es sich auch um so demokratische Staaten handeln, wie England und Nordamerika — ein Bruch des Asylrechtes. Bevor der Krieg eine wachsende Rücksichtslosigkeit auch auf diesem Gebiete zeitigte, empfand man auch wirklich in England starke Skrupel, man sträubte sich, die Tür dieses Landes vor den Armen und Verfolgten zuzuschlagen. Als dort zum ersten Mal Einwanderungsbeschränkungen geplant waren, setzte man zuerst eine parlamentarische Untersuchungskommission ein, in welche auch ein jüdisches Mitglied hineingewählt wurde. Und von dieser Kommission wurde — ein besonders in England seltener Ausnahmsfall ein Nichlengländer als Experte einvernommen, als Wortführer der 30 IT