Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
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Andererseits ist jüdisches Kapital ins Land geströmt, ohne das an den Autbau nicht gedacht werden kann. Mit eisiger Kälte ging die Kommission über das gesamte Tatsachenmaterial zur Tagesordnung über. Die Stellungnahme der Mandatskommission hat die Zionistische Exekutive veranlaßt, eine ständige Vertretung am Sitze des Völkerbundes in Genf, an deren Spitze Dr. Viktor Jacobson steht, zu ernennen. Der Wechsel im politischen Kurse Großbritanniens, der durch den Übergang der Macht von der Labour Party auf die Konservativen eingetreten ist, hat keine Änderung in der Stellung Englands zu Palästina zur Folge gehabt. Die politische Lage im Lande selbst hängt mit der Araberfrage aufs engste zusammen. Eine Änderung ist vor allem durch den siegreichen Feldzug der Wahabiten eingetreten, die der Herrlichkeit des Königs Hussein von Hedschahs, der immer wieder mit dem Säbel rasselte und die Schaffung eines arabischen Staatenbundes — Palästina inbegriffen — anstrebte, den Garaus gemacht hat. Nach der Eroberung von Mekka trat die Dynastie zurück; in Transjordanien konnte sich Emir Abdallah nur mit Hilfe Englands behaupten. Allerdings gehen jetzt auch die Wahabiten daran, eine expansive Politik zu betreiben, indem sie sich mit den Türken verbunden haben, anderseits werden die arabischen Führer durch die Niederlage der Franzosen in Marokko ermutigt. Immerhin kann gesagt werden, daß das Verhältnis der Juden zu den Arabern kein schlechtes sei, selbstverständlich gilt dies nicht von den extrem-nationalistischen Komitees, die jedoch vergeblich versuchen, das arabische Volk ins Schlepptau zu nehmen. Dies beweist die Tatsache, daß eine jüdisch-arabische Abordnung im Kolonialamte in London vorsprach und daß die jüdischen und arabischen Chauffeure einen gemeinsamen Streik veranstaltet haben, am meisten aber das Versagen der an- 13