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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-02-01 · 3 (1.2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
3 (1.2.1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Gute Stoffe Dro^wert kajfen und nach *-a3 arbeiten Jassen Sicheren Aufschluß „b^r V jdtin, QuaHtat und ^rf-^b'dung durch unsere Auslagen H \ KLEiDEftSTOFFF Stallmann & Harder '.i.KuVn hinein >» da» i.'kbestbt)ll rum 1911 donnert der Mricir lh zeti'iört jene Vorkriepsatiuosphäre, die Zweig »ns i» leinen ./Novellen um El.mdi.r" io meisterjidi nachschnf. Was »npi Bildliup iiud i'io'in»»ii|i, ivas nubt .Siultur und Vernunft, wenn dies alles eine-:- Tapes an Emliipkeil verliert und zusemt »teusturzi ivir ei» .siartenhans' Es ift Mricfl, alles taumelt im :Hanjd) Ser 'Bepeiiterilnp. alles idnett, alles hofft, alles marfebievt. Tie verdrängte '^erimnft imiitt fid» erfl sehr viel später wieder an die Cbeifladie, als es idio»;n spät ift. xln diejeii Z,eiten fpielt die ('ieidjiduc von tknore und Wer »er , UmiKUiert und uheifdiattet von den <siesd)ehnissen der .striepsialne, blüh!' ihre Vtebc, »her alle ...Trümmer MutS Treu itiiiuieii hiinoeii. Benin ivird Armierunpssoldal, er hat seine Budier und Mauiiskripie zilsainmeupepackt und schippl, einer inner Tantenden, i,, Zluparu. in Frankreich. . . Er rodet Bäume, er faiuit Vanie, er iaiibert Vairinen, den» „Erdreid), Sprache, t'Seijt nnd 'A'l ent die ii iind;m prosten Einheit 'Vaterland zusani' meupetonueiiUnd indes er seine Pslidn tut, ohne zu klagen, ein pntet .Nanierad nnd d»rd>sd>niiilid>er .'Irmierer, kämpst da heim in Potsdam r'enoie nin ihre Hiebe nnd ihr Heben als eine tapfere, lebensklnfle »nd liebenswerte 31veitevin.' Tiefe jiuiflc Frau von l'.Mt iit eine der snmpathischsten Ersdieiiiunpen, die »ns in den Budieru der lebten HaHre befleflnel ist. . Tie ist klug iind versufll nber eine persönliäre M»!»u, die so reich ist wie die Elandias, '-'Iber was ha! diese Beuore jener Elaudia nicht alles voraus! 2ie hat einen erstaunlichen Blut, sie scheut keine Te niiitiflniifl und keinen Tdmmb, keine Tdunerzensqual und keine 2ist, uni sich arid Berlin treu zu bleibetl, Ja, ihre Zache in Potsdam fleht besser vorwärts, als jene proste „dranstcn" im Mriefle. Tie fiept jchliestlich aus der ganzeu iliuie, Tie besiept den Böideritand der Eltern, besonders den ihres Vaters, eines Mustermps des deutsdien r'lüiinilationssuden, sie besiept selbst die 'Widerstande der Militärbehörde nnd sdiliestlich ihre durchaus nidit unbeprundewn -'.Weisel an Berlin, dem seine flair.e Berflanpen heit, fern 'Verautivortniipspesuhl nnd seine natürlich n>ensd>lid>c flindsidu chossnunpslos in die .Siomiuiststiesel gerntsd» zu sein sdieinen, 2envre, diese herrlidte kleiiie Ivfaii, bat einen harten Tdiäbel, den sie bitrdtiebt: sie brinpt es sertip, dast fid) die El lern mit „diesem Tdtristsieller" Berlin' nbfiitbeit. tlleberdieS ist es put, meint Hugo Wahl, ein Familienmitglied iin Feld zu haben,i Vemne trinmphiert, und dieser Triumph heisst: vier Tape Urlaub und Miiejistrauintfl. > II. Mit iunipein t'U'fitbl, mit ivirksamer .straft, mit erpreisender Tdtlidttheit in diese Viebcsflejdiidtte peidtrieben, Jlber Arnold jjmeifl ist kein Idvlliker, dazu ist seine Berantivortuiip zu prost, seine Berantwortuiip als Blensdt, Tiditer und Jude. Und darum iit das neue Bnd> nidn n u r ein öiebesroman, es peht nicht allem um das Beider spiel stveier Menschen: hier handelt es sich uni den ersten Band der prosten t'hudta Tichtunp, und das sapt peiiup, Zweig hat in sein Buch die;X’it und ihr Wesen cinge ianpe», seine Habel ans die breiteste Ebene gelingen nnd sie ein gebettet in die Ereignisse, von denen der Abstieg TeutschlandS, Europas und vielleicht der ganzen TX'lt seinen Ausgang nahm. Trop aller Empörung, die Ziveigs Werk vibrieren lästt, ist der Tidner dod> durdntänkt von seiner Vifbc st> dem Binde, das ihm Hupend, Tp>arhe und Beeile pab. Es wird kleine Geister pennp peben. iveidie ans der Enpe ihrer parteilid>en Einstellunp die uiibestedilidie Wahrhaftigkeit dieses Budies in Bast nmzukrit leln versuchen werden, 'beer das tut, de.r beweist nur, weder Zioeig, nodi sein Werk verstanden tu haben. Wie im „Grischa", so ist auch hier der Hammer des .Striepes, seine ganze brutale Tinnlosipkeit, die leerlansende entpeisterte Masdiinerie des Mili tarisuius anspeteipt. Tas H » d e n p r o b I e m hat fast in allen Werken Zweigs einen Blast. To and) hier das Thema: Tie Huden ini .Striepe. Hugo Wahl, i-'eiivreits Bater, Tohn des nod> aus anderen Heilen stammenden liberalen Markus Wahl, alanbt; dast dieser ,S>ri-.'g die lebten llutersdnede sözialer Art zivisdien Hilde und 'Aidttjude beleitipen ivird. Tein Reiditnm, seine tvirtschastlidie Madit stellliup. verpslidnen ihn. Er bepriistt den Siriep mit Heller Be> peislernnp und fördert die Parteien, die ein Interesse darau haben, ihn;» verlaitperu. Man lädt ihn nnd zwei wettere am gesehene Inden ei», an Berhandlnnpen bei der deutsche» Besahnupsbeliörde in, Tsten teilstinehmen, die unter dein Borsist des Generals ZchiesenzaHn stattsinden (dessen wir uns aus dem „Grischa" erinnern). Als man diesen drei Inden aber zumutet, es zu billiflen, dast die jüdische Bevölkerunp von Russisch-Polen, deren Ernährunp den deutschen Behörden .Skopsschmerzen macht, aus allen Hrachldainpfern ins voi^ Minen gespickte Meer ausae» sebt »nd ihrem Zchicksal überlassen wird^— da bricht in diesen drei Herren eine stllusion znsammen. Tic erkennen, dast alles bei», alten, dast Iud Iud geblieben ist. Einsilbig und nachdenklich kehrt .Hugo Wahl heim. Tiefer Hugo Wahl, ehedem ein Ttreber, der nur seine Hntcresscn und darüber hinaus keine mensdiliche Beraniwortung kennt, wird nach jenem Erlebnis zu einem andere» Menschen. Ihn läßt Zweig die Worte sprechen: „Es ist nid)t zu spät, »mzulernen. Berstand ist die beste Bakerlandsliebe, und Militarismus kein gutes Prinzip. Er wird Teiitschland ziiprnnde richten." . Arnold Zweig hat mit der „Hnngen Iran von 1914'^ einen der sdwnsten ikiebesromane unserer Zeit geschrieben. Wir warten mm ans die beiden noch ansstehenden Bände der Grischa-Teträlogie. Mit ihrer Bollendung wird ein grostcs Zcitepos geschaffen fein,' eine mutige nnd nnverpängliche Tichtnng der Menschheit unserer Tage. Manfred Zturmann )lus üer Israelitischen Gememüe Bremen Beitrüge für den lokalen Teil sind „an die Tchristlcitung des Indischen Gemeindeblarts, Bremen, Gartenstraste 7", zu senden. Gebeiretten der Israelttischen Gemeinde Bremen. Synagoge Gartenstratze 8. Wochentags »ivrpens. 7 Uhr abends .bis 11. 2. . .17 Uhr abends ab 14. 2 ...17">Uhr Jugend-Gottesdienst Sorniabeiid, 114. Iebr.. 16'" Uhr Neumondstage Adar I Eoiultag, 7.. Montag, 8. Tebr. Sabbat Frenag abeub 5. Februar. 17-" Uhr 12. Februar. 17', > Uhr 19. Februar. 17-w Uhr Sonnabend, Morgeugebel. 8^" Uhr Predigt o.SduisterKlariiug. 10 *' Uhr älimdia 8. Februar . ..17'* Uhr 19. Februar.. .17*" Uhr 20. Februar... 174-r> Uhr Nacht.. 6. Februar ...18«'Uhr > 13. Februar .. .18'* Uhr 20. Februar . ..18« Uhr Sabbat 1932 Thora-Vorlesung 5692 6. Fevriiar Mischpatim (Erodus 21' 24>", Neumondsweihe. 29. Ediwai Predigt. Hauaia: I. Samuel 20>s-4->. 13. Februar Trummah (Erodus 2ö> 27> ') 0. Adar I Haflara: 1. Siöinge ö-"— 6>* v 20. Februar T'zaweh (Erodus 27-"—30>») 13. Adar l Hastara: Ezechiel 43>" \ - Amtliche Bekanntmachungen. Aus gegebener Beranlassung Wörden hierntit die Grundsähe bekeiuntpegeben, nad> deneu der Lehrsaal im Hüdischen Gcnieindchause an jeweils zu vereiubarendeu Abendcu vermietet werden kann: 1. Tie beantrageudeu Bereiue »lüsseu durch ihr Wirken bereits hinlänglid) als in positiv jüdisd>em Tiiine arbeitend bekannt sein. 2. H.s'dcr Bereiu inust fid) über seine Bestrebungen durch Einreichung seiner Tlatuteu nebst Mitgliederliste ausweiscn. Ren gegründete Bereiue, die »och keine eigenen Ztakuten besibon, haben bis zur Fertigstellung des Ttatuts ihre Bestrebungen in aussührlidier schristlidier Tarlegnng mitzuteileii. Bremen, 22. Hannar 1932. Der Vorstand. Hiermit wird erneut daraus hinpewiescn, dast die volle Berautlvortunfl für die religiousgesitbliche Zuverlässigkeit nur für Waren aus denjeiiigen Betrieben übernoinnieu iverdcu kann, die „Unter Aufsidu der Ritualkomniission der Israelitischen Gemeinde Bremen" stehen. Tiefer Aussidit sind zur Zeit unterstellt: Tchladüerei nnd Wurstfabrik Ed. Alexander, Falkcnstraßc 13, Td)lad>terei G. 2. Bnrgtorfs, Tüsternstraßc 109, J Geflüpelhandlung Gebt. Tahnken. Buiitcutorsteinweg 024, sowie der Wirtschastsbetrieb des Hüdisd)en Altersheims. Für alle Waren, insbesondere Geflügel und Flcischfabrikate, die aus ausivärtifleii Betrieben bezogen werden, wird utrsererseits jegliche Verantwortung für .Siaschruth abgelehnt, auch wenn sie als angeblid) „koscher" in den Handel kommen. / B r e m e » 21. Haimar 1932. Der Vorstand. Vortrags-Zyklus der Israelitischen Gemeinde. Tie Israelitische Gemeinde veranstaltet in den Monaten Februar iiud März eiuen Vortragszyklus ■ über das Thema: ,,'JN o d e r n e Probleme in g e s d) i ch tl i ch e m Gewand e". 1. Assimilation oder Tclbstbehauptung. — Tic Wiedererrichtung des iüdisd,en Gemeinwesens unter Esra. Donnerstag, den l. Februar. ' 2. Ttaat oder Religion. - Hcrusale», und Iabne. Donnerstag, den 18. Februar.

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