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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-02-01 · 3 (1.2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
3 (1.2.1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN OER GEMEINDEVERWALTUNG Rl EBkl Oas Jüdische Gemeindeblatt •wird den Mitgliedern der Rwl BB jWrB fcl Israelitischen Gemeinde Bremen unentgeltlich zugestellt WlL EL| g * | Um Q Madidrudt nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet VertaQfnrf Kastet Verantwortlich für den lokale» Teil: M. Markte ch Nr. 3 > Bremen, den 1. Februar 1932 4. Jahrgang 1932, -as?abr -er Entscheiüungen. Drei große Bcrsammlungcn -cs Ccntral-Bcrcins in Groß-Berlin. Am Lonnabend, de» IN. d. M.. fanden in Berlin drei große Bersammlniisten des E. B stall, i» teilen zu den poiilischcn Tagesfragen Ltellnng genoininen wurde. Zn der Aula des Königostödtischcn Realgymnasiums cröffnelc Tireklor Tr. Holländer die Kundgebung. Er führte ans: „Tic gegenwärtige Vage erfordert den Ra: und die Mit' arbeil jedes einzelnen Mitglieder, denn heute steht im Bordergrnnde, Mittelpunkt und Hin-iergrunde sämtlicher Berh.rndlnng » die politische, lvir^schaftliche n.-E kulturelle Geßrmtlag.- in ollen ihren Auswirkungen ans die deutsche Zndcnheit. Tas Zahr I9lV rvird die Entscheidung dringen, od dos deutsche Reich sich den Mächten gegenüber durchsetzen kann, die Unrecht und Gewalt ans ihre Dahlie geschrieben haben nnd d>rdrnch den inneren und äußeren Frieden des Palerlaiides bedrohen. Es wird die Ep! fchcidnng bringen, ob die iinmer lauter werdenden Forderungen der Judenfeinde nach Entrechtung des jüdischen Bolksteils in Tentschland ans den Gebiete:-.- der Bcrwaltnng »nd Geietzg.bnng teilweise oder ganz erfüllt werden.- Und das Zahr I'.it'.V wird damit;nr E»tscheidr»rg bringen, ob.wir deutschen Znd^n;» Lraals bürgern zweiter .Klasse herabgewnrdig! norden. Ukiemand von uns hat das Recht, auf den Lieg der WaKrhdit zu hoffen, wenn er nicht unter Einsetzung seiner ganzen ge.stigen und materiellen Mvaft entschlossen ist, für unsere gute »nd gerechte Lache zu kämpfen. Richl nur, daß wir uns mit »nbengfamem Kampscswillen cirireih.r:- in hie Fron: der Gnippe» und Barleien, die nach ihrer Weltanschauung auch für unser Rech: nnd unsere Freiheit eintrcten: wir müssen auch mit der ganzen uns zur Ber fügnng flehenden Ueberzengnngskraf:, »ich: zuletzt durch das per sönliche Beispiel, aufklärend wirken. ' 'Uir müssen '.'lafklärnng schassen in de» Mieijvit der Menschen, die jn dem ehrwürdigen Reichspräsidenten mit uns das Lymbol der Einigung des deutschen Baierlandes in Freiheit ni-d Gerechtigkeit sehen. Zur großen Laale der , Gcscllschast der Freunde sprach als erster der Borsitzende des Eentral-Berein-S, Znslizra.i Tr. Brodnitz: „Wir wissen, daß viele, die in ihrer Berzweislung dem Rationaljozialismns nachlansen, lediglich unter der Parole, daß alles anders werden müsse, keine -.'lhnnng haben, welche Hetz' arbcit von de» Rationalsozialislen entwickelt wird. Wir halten das deutsche Bolk auch lseiue noch innerlich so gesund, daß wir ans Besinnung mit Licherheit rechnen. Es handelt sich aber darum, besinnliche Menschen, die es in allen Kreisen ulid bei allen Parteien gibt,, ansznruscn, damit sie erkennen, daß Gewalt, Bcrlenmdring nicht die Mittel sind, mi: denen wir unser deutsches Bgterland anfbancn können. Tcshalb müssen wir neben der allgemetnen Rvl auch unsere persönliche Rot würdig und selbjllnwnßi ohne Bangen und Zagen hinansrnsen an alle diejenigen, die übeö allen Kamps der Parteien nnd über ihre eigene Rot win-ans nur an das Wohl unseres Baterlandcs denken. .Es ist deutsches Lchickfal, daß auch in Zeiten der Rvl die einzelnen.Gruppe» nicht die Besah-.gnng besitzen, sich in den Tienst des Ganzen zu stellen, selbst wenn man damit den csncn oder anderen Parieigrundjatz, oder sogar auch eine Fülle von Parieisormeln beiseite stellt. Wenn wir in dieser Zeit uns zerfleische», so dürfe» n,: nns nicht wundern, wenn in der ganzen Kultnrwcll an der e.oenssähigkeil von -Tentschland verzweifelt wird. Zn dem überfüllte» LogenhauS Zoachimslhalcr Ltraßc betonte Tr. Brnnp Weil-Berlin, stellvertretender Borsitzcndcr des E.-B., n. a.: „Tas deutsche Zudeuium und weite Kreise des deutschen Bolkes erwarten gerade von ',dcm Herrn Reichskanzler , schon längst eine eindeutige Erklärung, daß er nicht länger geivillt j iit, der Berhöhnnng nn" P i'pntnng des j.rdt'.ben rülarrbens -tatenlos;»;ns.-hen. Zu errva- :e.- von rl»n. daß er dea -.'l.ijrnt zu Gewalttaten, von den: d:e na::o.:a.io;:--.iii-'.l'en Rvden and Zeitringe:-. täglich erinll: sind, :.n se:::e:n i>',.iv:ih.r verwir't and daß er den verhetzten Po.lsxil zur Rübe und Beiinnnna ermali::: Tie deutschen Znden richten ab.,r anär eti-.en Aavell an a . l e Bolker der Ed e. d:e verz>ve:jel:e Vage erkenne::, in der k Tentschland iiclt b.s:r:dct. L:e >vc::ei:' ihre anslan.-'ü-en iab.-n.- genoisen daraus l>:das; -.',a: »nd Elend d:r:ch di d.-rrab. Vrad. »nd ganz besonders durch d r-s deutsche Znden:nm. geh:, nnd daß eine Eller.»:e:nng der okonon-.r-.l'.-n Vage Ten'.'.l'lants.iinr ans der ver. iandnisvollen Einsicht der anderer- Polte: he.g.l.-.-.e: n-erden kirn. Ter gesund. Teil des de.i-.h.n Bo.kes. :v:-.d erte daß >ede Beeiiltrachtrgnug der versaisiings-.nakngen R.cl-:e d. r de.rt'cb-». ,»irden Te:.r:-ch..r::S ans der R.-.lre der >inl:nrstaa:en >ioi;.-n wurde, daß ic^er Ber-ngi Tenn.in.rrrds, vor: R..l tsrtandvnnl: aas »-.ne .'len-)er:r::g :c:::er Vage and di. Tnrengang der Ferieln des Per träges von Periailles herbe:;»!>rhrcii, vom Ausland voller Holm m-.t Hiniveis ans die Rechilosmachung eines Te.lP:- der den:-.Iren Polksgenossen beantwortet im-rden ivrrrde. Er sprachen noch Rndo.f Herzberg rHannov. >->. T > sie Irr rSi.risersl.iu:cr>:r. Tr. Klausner und Tr. F Brodnrtz rBerl:i:> rrrrd Tr. Alsred Wiener unter slnrrntscheui B.iiall der Peijanrmlurig. Zn. alle» drei P.r-.rmmlniigen wurde d:e solgende Resol n : i o n cinslinirnig angenommen: Tie Mttglreder des Eentral Perei ns den:s.her T: ratsburger j,idischdn'"Glanbens, zu die: >''»oß -Berliner siandgeb.tilgen ver- -arnmel:. erk.aren einstimmig, daß ie seil en:-üilonen srrrd. ihre ganze Sirast gegen jeden Angriss ans :hre sla.-nsbnrgerlnhen Rechte abznrvehren. . Tie Glcichberechtttznng aller Lt-aatsbrrrger ist die Grnrrdlage aller'moderi:en Persaiinnge». Zhre T:i:>hb:echnng wäre Rnrljrll :n. Barbarei. Tas Maß der Besiliiiup'nngen, der» d:e den:s>hen Znden gegenwärtig ansge-etzl sind, »berühre-.:.-: das s.lb-ä j,r den politisch erregteste.» Z,e::e:- Erlaubte -.'Ras; in außergewöhnlicher Weite. / Tie deutschen Znden .richte» dainm an die gerecht Tenterrden alle'- Glaubensbekenutntsse. an die sur die pol:l:jrhe» i'».i>hehiiisse iiu deutschen Parerlande Peranuvortliche», an d-.e Fahrer eer Ration die Rusford.-rnirg, .sie in d:.-'e:» siarnpie nrns Re.ln^ der g.eichzeitig ei» stainpfür das dent'.he t'lnsehen in d.r -W»-.:r ist, rn rittterüntze:: 'E. P. Presjedwust.) Arnold Aweigs neuer Roman. . „Zunge Fron von IUI!" I. '.'lrnold dtzveig hat mit seinem „Etrischa" den klaiiii'rhc-n Kriegsroman gejchasse», klassisch deshalb, weil er ii>1> ivedc-r an - einer »irr periönlichen .impreision herleitei, noch eine Tckrildernna ist, die von dem engen Blickprrnki einer Ration gegeben iit. Tarnnr Hai dieses 'Brich eine seltene nreuichliche gieie ni^d nah außen eine so immense Wirkung: es hat in der ganzen Welt enihniiaslische '.'lusnahme gefnnde». r'lls errie, Band der von Zgveig geplanten «ürriclia Tetralogie erschien soeben lim Berlag i'>nslav Kiepenhener. Berlini der neue Roman „Zunge Frau von I U I l" War im „l'tiisclia" dsd Handli^ng nacli. „draußen" verlegt, in die »nmiltelbare 'Rahe des Krieges also, so iit das neue Werk der .Kriegsioman der Heimat, des von den Fionren geschützte» Hinterlandes. Ti,e „Zunge Frau von IUI I" heißt Venore Wahl nnd iit die rsseliebte des uns ans dem „i'innlm" wohlverlranten und unvergeßlichen Werner Berlin. Wir sehen also bereits in derr beiden bisher erlchienenc-n Banden, ivorurn es bei -jweigs Tetralogie gehl: nrn die Beziehung der Einzel, wesen zu dem großen i'leichtben .Krieg ,

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