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Jüdisches Gemeindeblatt · 1931-03-15 · 6 (15.3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1931)
Issue
6 (15.3.1931)
Date
1931-03-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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tvefen und Wirken der (hewra. Anl>.ßlich des Nil. Tcbruar jtattgefunceneii £ur uiu,v:-|eue-> Cee viu.iaa vaiuiiu'cv bninten um eine ,1111^1.14:1', me ceieu 'oatu'tcv sKu4tentiicii ca ü'uu v'iiMi.ii Ca ,vmci)i'i-M)alle >I> L'vtli e,o Ceijcn ciion.ieii i;at: n»> iittii'un oufammcnljaiifli’ mit Cer räumlichen l£jiin»iefiniiö ur.jaa ünuajuCi uvtCen Cie i'hnbjtattc» Ihrer Einwohner ri» ura mehr vom Zentrum an das äußere BTeichbilC verlegt, iü Ui es m,; Ceit Triedhojeu Cer christlrcheu .rtonsejsioneir; jo rjr es auch »nt Ce» iucijcheu ^rieChvteii, Ter qltesle ^rieChvs Cer vUiOen, Cer oer Straße, an welcher e. lußi, ihren volkstümlichen da men gegeben hat, ivar jeiiteijcit iut.eitut) abj.rts von Cent Mittelpunkt -Hannovers. Heute liegt er ringebettet in Sa» Her; unserer Stadt. ein4) Die ziveite Grabstätte Cer -Haniroverscheu ^iiCen, au Cer stiangriede, einem christlichen ^rieChal nachbarlich gesellt, ist schon jert ^ahizehnteu von Cent puljterenoeu Leben Cer Eroßstadt um wogt. Es ist unschwer zu erraten. Saß dieser ArieChoj, dessen TLethe >vir heute begehen, und dessen Aufnahmefähigkeit aus hundert .iahte berechnet tsi, wohl in einigen Jahrzehnten 1» das betriebe -Hannovers, eher, als wir es uns heute vorstelleu tonne», eiubezogen iein ivirc, B.srehr so eine starke 'TL-echselwirkuirg zwischen dem 'Itkibcn der staCt und dem sterben ihrer Einwohner, so kann aber in dieser stunde auch daraus Hingeiviesen meiCeit, daß seit nahezu i.ii >,,u>reu, wo auch immer der Tod seinen Eiiizifg in ein jüdisches -Haus hielt, Cie E h e w r a St a 0 1 j ch a , die heilige Bruder Ichafr, ihren Treust an de» Toren geübt und damit auch den Hin t.tbiiebeitett Trost und Beruhigung gewahrt hat. Aber ehe die Ehewra gegründet wurde, hat »rau diese iZorur der Betreuung der Tote» gekannt, denn aus alten jüdischen Bräu ü>,n jruö diese vrelerorts bestehenden Bereinigungen enistauSeu, Tarum ist es ertlarlrch, daß sie irr dem Bewutzijei» unserer We ineiujchai! stark und lres verarrtert sind, denn jedem Menschen loiiikt als Abschluß seines Lebens der Tod. Hs ist.das eherne Raturgesetz, dem alle.zum Tpfer fallen, wie and' der (sujall der Geburt immer das Leben gestaltet haben »arg, E>anz g.eich. ob ein namenloser Unbekannter, krank und seb.rach, zeruinrbt voll den Schicksalen, die er über sich hat ergehen 1-ili müsse», vielleicht zum ersten Male bei seines Lebens Ab l.ruj wirkliche :>iuhe in der Ruhe des Todes jinöet, oder ob ein .T.icu, der an* den Hohen des Taseins gestanden, iturhegt und 111. sr rgt, umgeben von Elanz und Pracht, Cie Augen zum ewigen Schlummer jchließt, Cie Ehewra tut ihre Pjkicht in gleicher Beeise, Tasselbe sterbelleid unC derselbe schlichte sarg sind dem :>ieichen wie dem Armen Vorbehalten! darüber hinaus aber auch dieselbe vpserwillige und freiwillige Erweisung der letzten Treuste von dem Augenblick des Eintritts des Todes bis zur Bestattung, '•heeiui wir erfahren, daß ein Erdenbürger seine Reise vollendet hat, jo loiuuien wir zu ihm, fuhren ihn aus feiner letzten 'kLohnjtätte in dies Haus, waschen und kleiden ihn nach den Bor schrifteu unserer Religion, wie das in gleicher TLeife der nfrae litische svrauenvereiu bei deir weiblichen Leichen tut, und bestatten daun unsere Toten mit eigener' Hand in dem schoß der Erde, Aber ganz gleichgültig, ob Cer Berstorbeue hier in dieser geweihten Erde begraben oder ob er bei Lebzeiten verfügt hat, daß feine sterblicherr Ueberreste durch Teuer bestattet werden sollen, unter Ablehnung jeglicher Unterschiede üben wir unsere Pflicht, Es ist begreiflich, daß eine Einrichtung, die tiberall da in die Erscheinung tritt, wo der Tod seinen Einzug gehalten hat, nach ganz besouCereu räesiäuspunkten geübt werden »ruß,, Ter ToC heißt Ruhe, nicht liur für den Berstorbeue», sondern auch für dessen -Hinterbliebene, Rach .Krankheiten, die in jedes Haus Aufregung und Unrast für alle Mitfühlenden bringen, tritt mit dem Ableben eines Menschen jene letzte tiefe stille ein, die alle in ihren Bann zivingt und darum üben wir'unser LLerk nicht nur i n alle r stille, sondern auch mit aller stille. Und-so sind wir Weifte überall da, wo Trauer und Berzweiflung ihren Einzug gehalten haben. BT.'iin mit' heute an dieser stelle von unserer Tätigkeit sprechen, so geschieht das lediglich, um uns,als Träger einer Tradition zu bekennen, die wir zu den schönsten und den für unsere »llaubensgemeinschaji ehrenvollsten rechnen, TLir gedenleri in dieser stunde in tiefer Tankbarkeil aller derer, die uns durch Lehre und Borbild gezeigt haben, wie mau Menschenliebe wahrhaft »bt. Mit dem -Hinweis auf diese Tälsg keil und dem TLeckruf au das l'köeüten au unsere Lehrer aber wolle» wir bezwecken, in einer ,'seii krassester Telbniucht jedem einzelnen, die Lehre zu geben, sich opferfreudig in-den Treust der Menschheit zu stellen, B?ir vTitCen, Cie in vielem anf'Tahrtauiende alte ('Vcbväudtc zurüekblnke», iinC von dein Ewigkeitswert des (Gedankens überzeugt. der in dem göttliche» Webatc zum Ausdruck kommt: „Liebe deinen 'Rääisteir", Trotz aller errrgegensiehenden ErsaKrnngen, die uns die We sich ich te der 'JJie nnlilieit im allgetneiueu und die des nuderrtuins rnr besonderen lehrt, hosfe» wir, daß die höhere Menschlichkeit doch einmal den sieg davoiktragen ivird. Und io sind wir se-ü davon uberzengi, daß eine Einrichtung, wie unsere Ehewra sie darslellt. immer opferbereite Menschen finden wird, die mb ihr niibtaun ihrer je.bst ivillen, sondern rm Ttensie e:ner hohe>eu.Bc.i:->n.,cbke>!: den Toten zur Ehre, deir -Htuterbiiebenen zum Tröste, zur Berirrgirng stellen werden, Tenn: jo war es, jo ist es und jo wird es rninrer sein, , ' ■ :>i 11 Coli H erzber g. Neise nach Polen. Bon El u st a v B r v 1 a n k e r, . t i' 1 111 it ( u 11 (i . .Sr iiiitin iiu'iMmi iiMOiicOciiüiclj zu aium majt umviKuttuuui SU!»i?i,cha-. \SlüüllutfK lUv'iU’Uu auumuuui viuM)Juuit(i ftiuu. di-.- ich, \)\ erc m'tnlK VUnvealrvUiNuiuin»i. Du, kuv,iMiii ihu am 'JitiVciu i\i vtuu'un, slch ScO ui a.um |dit tu;ata uicich Vuuu, uamiuU Ul Oa Stmtuiuiiji l»^l»luch 'Iu.IiMum v».niut|uueii. UlliUUUmtl.U'V UMr lch I.U), «UUU l.lch.I.V ZU iuu^uutt, tiUuit Ich iv unla Ciit iutcii '^iiJ;.uUt sli.t.i. Cil Hill C«l wiliNlUchlli ZU Mit ichilul Ci II Ci.. U.lk.B.IUCtUlkU rrcjeiiL-i-. Ca llch Ulk H'.Ulchikk ^iuCilUuui vCceZiiU'.. uue Ciii ^llkllIkN'.',fcN>>UUUzr. Ckc eiui.l.lk IVldUvIUOlilcÜ .t d jrtaUvlt tt ÖJ) UdCi Cay.ue vliliwig^iUtN<". w.k-.' nur fc.-cll.He'iil.'k,k U'.il.' kUlC UliMchi -.. uuizu^i Ui'iutttat. um.- Ci Ul 1S.- L'> i'i'Uchli'iv .Hti(miH||i Ca ctailtjla,titelt ata,um ivu.ia,it 1.1 dii V^Uiuiu,!, Cutz U' viu •iui: ivii;u»>i, c.t.' Ci Ul ti.u-.ichiN >a.. Siuck iUii anj|i Uiaiu,ifvit uuC Ca Ua'iiUMjui L'iUucht.i.iu givl. v\clj l'iiCuuli Ciii incbuu Sn Miutiv ^jauuit miUauiU unC Cdiuca umauv mauv4ai iiMti'unit iuu.iS'..uat Autlchluß Ccm uui-gi jiichiiiiiU ii-;ii|iifa viaf..' X.S M i U;i 11 tu 1, Ter Autobus rumpelt irgendwo', durch LLolhynien. Es ist nrerkwurdrg, daß er erneu Biotor hat, denn er erinnert an eine Postkiitsche. Auch das Leben der Wegeud, Cre er dnrehjahrt, er innert an die Postkutschenzeit. Es r>t eine ab>e>tige ländliche TLelt, in der äußerlich wenigstens alles weiter geht wie vor einem Jahrhundert oder langer. Ein paar .riilvineter weiter vjilich hat >rch die radikalste aller klniivalzungeu abgeipielt: da liegt das treue Rußland; hier >>nd wir rnr alten >rkrainr>chen Rußland, das letzt Bolen Yorßt, Unser Autobus verbruder alle dre Torser und tylccfeii, die „seitwärts stille liegen", mit Cer LLelt der Ei>enbahn, -Heute befördert er OiiCen, die schabbes zu Haufe oder bei Ber wandten sein wollen, - Einer frühstückt, und sogleich ist der ganze TLagen lieblich von Stuvbkauchduft durchzogen, Ten hintererr Teil des Bsageus erfüllt eine zahulvje Alte, das ausgeurergelte E>e>rcchr in erueur Ichurutzigeu stvpftuch, »nt unaiifhorlichein Weicchrei, sie ivird an Ser nächsten Station von dem robusten sihajiiier kurzerhand herausgesetzt! nicht wegen des Eleschreis, sondern, iveil sie nicht zahlen will. An der Endstatron will >re zahlen, Ta werde» ihre Berivandteu sie arrslvjeu. Und ehe wir begrisjen haben, tvas vor sich geht, ist sie draußen, Ter LLagen rumpelt weiter, keiner har davoir Liotiz geuoininen. Es scheint alltäglich, .lrgeuCivo unter ivegs halte» um aus mibetaimiem Eirunde, Schaffner und Iahtet sterge» ans und gehe» in ei» TLirtshaus an der straße. Eint, mau lieft jerrien „Hajnt", seinen „Moment", sie werden schon kvinine»! sie konruren nicht, schließlich jchrertg» die ,vahrga>re zur Selbsthilfe, indem sie die Larinvorrichtungen des Tvageus in Tatiglert setzen. Einer hupt, einer klingelt, und jo abivechselnd, bis Schaffner und Wahrer, heftig gestärkt und durchaus nicht ver rvundert - es rji ein ojjenbar sahrplanniaßiger Botgang ivie der erjeherrren, Tann geht es srredlich werter, Ter deutsche Ande, der auj solche Begebenheiten rnrd solchen Tust nur literarisch vorbereitet ist, denkt an scholem Alecheius köstliche Eeschichte von den Borgängen auf der Train beim „Be juch in Berditjchew". Tas ist also ivirklich jo, Tiefe E>eschichten ans einer für uns fast legendarischen TLelt hier erhalte» sie jvcube und werden plirsrijeh. Und in diesem Milien begibt es sich, daß der mit dem Mncbel sich an uns wendet, um ztr sragen, wohin wir ivollen und zu ivelchem ^jiveck, Tie ,Trage nach dem LLvhin ist leicht beaiitirzortet, die nach dem Böozu inacht schwie rigkeiie», a11■ i man ihm jagen, daß Lektüre plastisch werden soll? 'Tder das; es uns daraus ankonuni, gerade ihn lennen zu lernen, den kleinen, geplagten Händler ans BTollmnien Ca, wo es am wolhunischslen isi> Mamt man ihm jage», das; wir ein .ander gar »iäst so fern sind, ivie es ihm scheint, und daß wir niancherlei miteinander anszuuiachen haben? Er wiirde das nicht bchrreijeir, aber er begreift es auch nicht in der einjaclisien Torrn, pie mir möglich ist, Und als er fäiließlich begrisjen zu habe» glaubt, siel» er »rich etwas nrißtranijch von der Teue an und sagt lakvuisä,: „Mes-H.igge seids ihr!" Ans der großci A-cit toll man kommen und >:i,c!N verlaiienes Tors LEollNiiiiens srl> von, »IN Aiedlciäis zu fche..^ ,'iedlaclis zu sprechen das m-ifz entiv-'o-r Schwindel oder Ca-v k n.crnel»»en eines Beirnckten iein. Er Ec >e die L'>"ecoi>p'uct gewählt, die ihm die gering?,e zu Pin i(.,un. AUGUST HAARSTICK I GOLD-UND SILBERSCHMIED I WERKSTÄTTE FÜR SCHMUCK UND I GERÄTE IN EDELMETALl,UNDBRONZE I BREMEN . AUF DEN HÄFEN 37 I GEGRÜNDET 1874 ♦ FERNRUF: DOMSHEIDE 27760 I

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