Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 12 (2.7.1930)
- Date
- 1930-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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unverträglich erwies Wir weisen onf diesen Herrn besonders hi», tveil er nickt versckiiintn. mit -'uibcii Geschalte z» machen Plonski ist als Wanderdekorateni. Nassierci und Beiirelei tcutii. Gesä.ästliches. Wir iveii'e» besonders ans die 'Nenerössnnng des Begeiariichen ütesiauranls, Pieperilraße Ui, bin. Sämtliche Speisen werden dvrt ohne lieiiiche Feile heraeitelli, sind schmackhaft und gesund heitlich sehr znnaglich Tie Pieiie sind >rvv der «>'»ne der Speisen mäßig, Ter Besuch dieie-:- nengcgi nudele» Haines kann besonders innge» Lenie» empivhlen weide». jüdische Nachrichten. Der Reictlsbunä jüöifciiee Frontsoldaten beim Volizcipräsi-cntcn Zvrgiebel. . B e > l i ii, i i.'.'l 1 Te> Polizeiprasideni Zorgiebel enip nng ->», Miilwdck. den i’.V ,'uiiii, die Berueiei de:- Reichsbundes indisckei Fronisoldaien, Lnsgrnppe Berlin, Tr, London und Rappe, die ilini eri'ne Besoignisse »der die neuerdings gesteigerte Bogiom Siiinninna;»>» Ansdruck brachien, Ter Herr Hoii,ci viandeni nahm ntelegeiiheil. »in Nachdruck zu dennie», daß die Polizei die ilu zu i^edvie stehenden Machiminel rinieve» werde, nni .Illen Siaalsburgeni die Sicherheit vv» Leben und Eigen innl zu geivalirleiiien Im ndrigen verwies er .ins seinen Bei tr.ig „Polizei »Nd Publikum", welcher am Sonnabend, den ..iiiu, durch den Tenlichl.indsender »beriragen ivird. Gegen pvgrom-6ohe. B e > i i », > Ii 3i Ter Reichsbiind indischer Fioinioldaleii, Liisginppe Berlin, ver.mst.illeie nnler den, Thein.i „liegen Bi> aiom Heve", >,», Tiensiag. den l, Juli I'.*:»<>. ndends s Uhr, in de> Li.idth.ille, .nioneisnaße. eine >! » » d ge b u n g. Einsprüchen luellen Pioseisoi oteoig Bernh.ird, M, d, :K., Tirekivr ('Wov.i Maivv-11. Bi'iiinendei der indischen läenieinde, Rechlsamvall T>, Hemii.li NI feie-:-' und Berireier des preußischen Slaalsminisie rinnis, Oie Zionistische Exekutive beschlicht die Einberufung des 17. ^ionistenkongresfes noch vor dezember 1YZ0. Am --I, August tritt das A. E. in Berlin zusammen. V o n d v n >ITA,I Tie Zionistische Ereknlive beschtoß, den I.;‘,u'i»ii.'uU'iuin-f, nach mu T c jcmtu'i des Jahres >!>:!» ad znhalie». Am -> '.'liniini mit das Aklions Eomiiee in Berlin zu einer Tagnna ziisanime», in der das genaue Tatuni »nd der Tagnngs an des »viigiesies desiinnni iverden sollen, U)ievbadensZremdenvcrkebrleidetunterNationaIsozialisten. Wies da de n, tITAl Ter Polizeipräsident hat wegen nnniitteldarer «Gefahr für, die öffentliche Sicherheit bis auf weiteres alle Bcranstallungen der 'Nationalsozialislcii unter freiem Himmel. chnndgedungen, Temonslrationcii und Umzüge verboten, da diese Bcranslaltnngcn der Nationalsozialisten eine nachteilige Wirkung aus den Fremdenverkehr Wiesbadens ansgeübt haben, Hakenkreuz und jüdische Richter. Berlin, (ITA) Wie schan mitgctcilt, hat Amtsgcrichtsrat Rosenthgl als Säinellrichtcr den Nationalsozialisten Franz Kirsch, der in einer Wirtschaft einen Polizcilcutnant unter dem Gebrüll: „Juda verrecket" niedergeschlagen hat, zu drei Wochen Gefängnis verurteilt und ihm Bcwährnngssrist zngcbilligt, falls der Polizeipräsident damit einverstanden fei, Das sozialdemokratische Hauptorgan „Bortvärts" nimmt als sicher an, das; Polizeipräsident Zörgibel einer Beivährnngsfrisl ganz und gaä nicht Anstimmen wird, und bemerkt weiter: „Es ist vielleicht kein Unfall, dag der Schnellrichter, der dieses ausfällig milde Urteil fällte, nach dem Namen zu urteile», ein Richter, jüdischer' Herknnst ist. Die Nazis brüllen fast jedesmal, wenn sie vor einen jüdischen Richter gelangen, und fordern, nur von reinrassigen Ariern gbgein teilt'zu iverden, — aber tatsächlich fahren sie bei den jüdischen Richtern viel besser. Wir erinnern an dpii Goebbels Prozeß wegen Bcschiinpfnng Hindcnbnrgs, wo Goebbels auch erst gegen den jüdischen Schössen tobte, wo aber nachher ein so mildes Geldstrafen»rteil heranskain, daß alle Welt den Kopf schüttelte, »in so mehr, als der Strafantrag des -Staatsanwalts, auf nenn Monate Gefängnis gegangen war, Tie Erklärung ist ziemlich einfach, Ter jüdische Richter wird u der Befürchtung neige», daß ihm ein strenges Urteil als poitische Bvreingenonimenheit oder als Racheakt gegen den Ange klagten ansgelegt würde: er wird daher leicht gegen den Angeklag tcn übertrieben milde sein, Weizn die 'Nazis etwas klüger wären, als >ie find, wurden sie verlangen, nur von jüdische» Richtern abgenrteilt zu werden. Wir möchte» allerdings dafür plädiere», dag man ihnen ihren jehigrn Wnnjch erfüllt und die Rgzis sol che» Richtern zuführt, die ohne Gewissenskonslikte und übertriebene Skrupel die gebührenden Strafen gegen die politische» Raufbolde verhängen," \ * v Milde Strafe für den Mörder Richard Kahns: 4 Monate Gefängnis. M a i n (ITA,) Das erweiterte Schöffengericht in Main; sprach am Sonnabend, de» 21. Juni, über den 28jähr!gcn In genienr Johannes Rebhahn, einen nationalsozialistischen Agitator ans Tarinjladi. der vor einem imisikaiije in vu;e» d> i jüdischen Kaufinan» Richard Kahn durch Rcvolvcrschüsse tötete, das Urteil, Rebhahn, der eingeschriebenes Mitglied der Nationalsozialiiiiichen Partei ist, haue in einem Gasthanse in :l.',e» an tiscniitischc Hehrcdcn geführt »nd die Inden beschimpft, Turch diese Bejchimpfiingcii fühlte sich der anwesende .llausmann Richard Rahn beleidigt. Es kam zu einem Wortwechsel, der sich auf der L trage fortsepte. Tabei gab Rebhahn aus seinem Reval in i Schüsse auf Rahn ab, die ihn tödlich verlehtcn und an deren Folgen er kur; darauf starb. Ter Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängnis für Reb- Hahn. Tas Gericht billigte, obwohl cs ausdrücklich seststellte, daß von Notwehr nicht die Rede sein könne, Rebhahn mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zü einer Gefängnisstrafe von vier Monaten. - Gefängnis für Nationalsozialisten. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte halten sich heute sechs Nationalsozialisten als Angeklagte zu veranrwvrlcn, weil sie vor einiger ^eit hie Berliner Synagoge am Rottbuscr User mit Hakenkreuzen und Inschriften, wie etwa „Inda verrecke", beschmiert hatten. Tic Angeklagten versuchten sich damit;» verteidigen, daß sic die Bcrabrcdung bei einem „Lnmpenball" getroffen, und ans.liebernint und in der Trunkenheit gehandelt hätten. Ter Staatsanwalt beantragte gegen fünf der Angeklagten je nenn Monate Gcsängnis. Tas Gericht verurteilte sic zu je sünf Monaten «Gefängnis. Gegen den sechste» Angeklagten wurde das Bersahrr» abgetrennt. Man kann cs »nr begrüße», daß das Gericht sich hier entschosscn hat, Strenge walten z» lasse». Tic Abwchrmaßnahmcn gegen die Ansschrcitnnge» der Rechtsradikalen könne» nur dann Erfolg haben, wenn auch die Gerichte ihrerseits davon abschcn, die Maßnahme» der Berwaltungsbchörden durch »nangcbrachtc Milde praktisch illusorisch zu machen. Thüringen. Bon einem in Thüringen reiscndeii Freund unseres Blattes wird uns berichtet, daß die von einigen Zeitungen gebrachte» Nachrichten über nationalsozialistische Ansschrcitungen jcdei Grundlage entbehren und unwahr sind. Ter Thüringer Bäder Bcrband und der Thüringer Hvtelbesihcr Verband geben offiziell 'in der Presse bekaiyit, daß sie antisemitischen Bcstrebungc» nach jeder Richtung hin fcrnstehen und daß in den thüringischen Hotels jeder Gast ohne Unterschied der -tionfcssion, der Partei angehörigkeit oder Nationalität auss herzlichste willkomipen iii Tic R urvc rWalt n n g T bc rho f legt Wert auf die Feststellung, daß, ungeachtet der gegenwärtige» politischen Verhältnisse in Thüringen, jüdische Gäste »ach wie vor in Tbcrhof >v i I l k o in m e » sind. Ter nnpolitischen Einstellung dex Rnrverwallling entsprechend, sind politische Umzüge nicht gestattet, so daß eine ungestörte Erholung aller Kurgäste gewähr leistet ist. > Sücherschau. I>. Paul Fiebig: Der Talmud. Seine Entsieliung. sein Wesen, sein Inhalt, unter besonderer Berücksichtigung seiner Be, dcnlnng für die neiliesiamentliche Wissenschaft. Leipzig I'->2!t, Es bereitet uns Inden iinmer wieder eine ganz besondere Freude, iveun ivir sehen, daß die in iiidischen Geldhrreukreiseu schon längst anerkannte Meinung, daß die hledankenweli des Neuen Tesla inenles nicht ohne die Kenntnis der zeitgenössischen.jüdische» Lite ralur, d. h. der Mischna, des Talmud, des Midrasch, restlos zu verstehen ist, sich immer mehr in den entsprechenden christlichen Kreihm Bahn bricht, Ter Bersasser dieses nur 140 Seiten starken Bändchens Hai auf diesem Gebiet schon mehriach gearbeitet. Er weiß deshalb mit besonderer Anschaulichkeit den in Ausbau wie Inhalt dem abendländischen Tenkcn oft so seinen Sloss an den Leser heranzusnhren, Tie beiden ersten Abschnitte des Bändchens gebe» nicht nur dem christlichen Leser wertvolle Einblicke in die Enislehuna und das Wesen des so verkannten »nd oft geschmähten Talmud, sondern sic sind hervorragend geeignet, »ns Inden, die wir dieses grandiose Werk ebensooft verdamme» »nd perkennen, als wir es nicht kennen, ein Bild seines wahren »nd tiefen Wr t'ens zu geben I,n dritten Teil macht uns Fiebig mit dem In. Hali des Talmud dadurch, bekannt, daß ^'r Teriprobe» ans allen '»öglichr» Gebiete» in guter deutscher Ueberiehnng bringt' und sie in ganz liebevoller Weise in ihrer Eigenart seinen Lesern er klar» und zn seinem engere» Thema in Beziehung,seht. ^Gerade »»> dieser TezlpiPben .willen sei das Bändchen unseren jüdischen Leiern anss ivarmsie empsohle», da sie hier einen Einblick in die zivingende Logik lalmndische» Tenkens t»n können. Auf Einzel heilen, in denen wir von der Erklärung -oder Anffassnng Fiebigs abwciche», wollen wir in ei zier solch allgenieinen Besprechung nicht cingehen, A, PH.