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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-07-02 · 12 (2.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
12 (2.7.1930)
Date
1930-07-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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tig. aber das penticn beute nicht mehr zur 'Ausbildung eines iudiidien Vi'hrcic-. Tie ii':d;tiaiieit Demeter her gesamten hcbraifdien Vitrtutjti. .tuet) >vo ik nicht „irlichc'»" iit, Pint Gabriel uitb Ibu lr;ri h:» zu JM.iltf. T :d).'ni:du'ii’C-fi und Vatikan, Pi'n 'Beujamiit mnt T;tf..n b:» Vldiaf Ha am und Vlcnnni, innisen einem Vehrer, bei beute ju-Jud-ii 'utaettb ttbei jufi'die Tinge belehren full, bekannt >V.«. '»{•.; dem reichen leboitfiaeu .»>ebraikb der Wegen u'ait.inut; ei peifuupi: :c::;. Und ein Vehrer, der «her die modernen mV.:radier, und 'ovalen Probleme de» Judentum» nidn sehr genau Vk'd'etd wein, wild vor jndi'dien Tekniidaiieni oder Pri matten: tnintei eine finttmerlid:.' Jviattr bleiben, and) trenn er noch h> ante „tb.'oleai'd'e" Mennrtttne hat. Matt famt nur hoffen, daß, mein: die'e Fotderitugen t'idt a»dt »:d)i in den Pritstingsbeslim »ittnaen tindett. die iiramiiiatinen nidn- Pciiaunieit werden, sich .mit) auf fiektt nie bieten über die Meitntuiik der Mattbibaten zu maemiiieut. .'Xm i'canten iit jti iaaett: Tie Bedingungen. die durch den '•eui'.’ da laß iin uu'eren dieliauni-Mtiuerridn acubaticn worden >'inf. it.Uett fa» t'liiitftiaite bar. tra> man ftir. diesen, in feinem ’a-efeu alWtfhta* immei uir,ineidieufett Unterricht wiiutdten kann. .'In n tt' ei eit Seminaren iit c» nun, dafür jtt sorgen, die neuen V Inet 'm au»*,unken und eiitpifteilen, daß ihr Unterricht nicht mehr nur „iKeliiimit»" Unterricht ist, sondern wahrhaft indischer lli::rir:dt: wild, durch den sie ihre Sdiiilcv z» jüdisdteu Menschen beranbildeit. Virtschastskampf unü Lebensgestaltung. Bon^ i tt; 2 dt tu a r; i dt i I d. Tte litaijche i ei'entliditeit bietutiert im Vliicieiibli.'t lebhaft iit inraMlnhe Aiaucn. Tie meittratieuben Folge» her Wirtidtatte (nie haben andt hie 'Ireiie irrörternuci von Maßnahme» ne m'unnen. die iunh vor iierhältui-Muüüicr Inifer;\eit die besondere •i;nmvnfiuteii einer .Vtu»ci»anbrriebiiitfl mit den mirtidtaitlicheu tMidieiintnaen von iüeunbii Teile her zu reriieinett geneigt maiVti. Tte feiitichrii Juden iind beehalb beionders bei rotten tvorden, weil tte einen starten otozentnalen VIIIteil an de» Viernssgritopeii liaben, die den h,randerunae» der Wutirtiait vornehmlich a»*>ne teft iind ’ 'hei den nichtlüdttclten Vleruiotiiticrett Da11 viel)t sich die ni'tUHUbm geworöene Umitelliun; deshalb leichter, weil iür ne die beu'nfcreit Tchwieriateite» menfallen, die sich ans der ..Indenrciiiheit" aaniei Wtrtichastsziveige dem finden ein denen stelle». In dieser bedeiiltamen äußere» Tdmncrinlcit kommt aber eine nemtchttne Tatiache liinztt. die bei der lyrünernna Wirt ichat'tlicher .Tranen int jüdischen Mrri-> besondere Vlitnnerliainfrit verdient Tie VlttfeluiLfunweit der älteren i'teneratum, die auch in der efruehunn der Jugend ihren Vciederichlag gefunden haben, waren ganz von dem heert. der U'irtichattlidKit Srlbftänbiaieit beherrscht Cbumltl iür den aitttneifiainrn Beobachter die Folgen der Wiriichatisentwtdlung nicht verborgen blieben, war das cteiellichastliche Urteil ditrrlt diese Vltttchanitng bestitnutl und so' ernibt sich bettle eine für weite Mrette der deutschen Judenlteit »nerträglicbe 2va»»ttttg zivitche» der winidtastliihen Realität und dem iKielliihnttlichru Maßstab. Tao läuft vraltisch daraus iiittau», daß, die übemnenenbe VAehrzahl der jüdischen Bern so tatiaen heute iit bezug aut ihre tuirtirfiafHielte Ifriftens mit der Tauer eine* ahb.itteunen Verhältnisses i\cl)tteit miiiien und aiich rechnen, wahrend sie in be;ua ans Vebe»->ffil und Lebensansdiauung sich io gebärden. ab> stände da» durch die Entwicklung erlc'digtö Ideal einer mirtichnttlichcn' Selbständigkeit als Ziel »och vor ihnen. Vlls ('iiteb der VVirtidiaii haben sie sich der llnerbittlichteil der Eittwicklnug beugen müssen. Als ihlied der jirdiidh'» Gesell schau iind sie noch in den Anschauungen und Böertbegrisseu der Borlriegogeneratio» besangen. 2o bieten sich diese Mensdten, vorrugoweiie auch gerade ander jüngeren ciieueraiion, alo jene wenig itiinvathiichen Tuven dar, die voll Tihain die Bitterkeit ihrer oroletariichei: ionstenr tragen. Tie Notwendigkeit von Hilsontaßitahttten der jüdischen Tessent ltchketl durch CTrötsnung neuer Bernsoauosichte» ist erlannt. iö-ä ergibt fiel» aber gerade für die jüngere i'Viicratuut angesirht-o de-ä deutlich rrlenitba-ren weitere» .Tortichreiteuo dieteo Proletarisie rttugovroiesteo eine ^rrielttittge-ausgabe, die mir mindesten-o ebenso widnig ersdteit». Unsere Mündtener Tagung hat sich den . Broblemen von V'Ti11fdla11-r-fa111dt und Vebene-gestaltiiitg gewidmet. It> viele-ö ist noch nngelläri. gering sind noch die rein statistiidte» Unter lagen für die augenblickliche Tituatiau, alo daß mit konkreten Undlösiingen aI» Vrgebni-o gerechnet werde» konnte. Jedent'allo ist die klar ertanute VInigäbe dieser Tagung gelöst worden: mit ^00081 HAARSTICK GOLD-UND SILBERSCHMIED WERKSTÄTTE FÜR SCHMUCK UND GERÄTE IN EDELMETALLUNDBRONZE BREMEN ♦ AUF DEN HÄFEN 37 GEGRÜNDET 1874 . FERNRUF: DOMSHEIDE 27768 einer anS der Situation verständlichen mitleidlosen Schürfe und Tenllichkeit die ganze Schwere dieser Probleme für den jungen Inden anszitzeigen. Tie jronseqiteitze» der WirtschaftSentwicklung in bezug ans die BentsSwahl und die Bernfogestaltung sind in aller ' ^dtärte batdeftellt worden. Ter junge Jude must sähig gemacht werden, die veränderte wirtschastlidie Situation sstr seine persönlicheu Aussichten und seine Vebeusgestaltung in Redinnng zu stellen und zu einer sreudigen Bejahung innerhalb dieie» wirtsdiastlidten Rahmens zu komttteu. Austerordentlid) toid-tige Perspektiven ergeben sich anS dieser Rotwendigkert für seine Stellung innerhalb der deutschen JndenHeit. die in ihrer gesellsdiastlichen und organisatorischen Struktur diese Berände rntigen briüdsiihtigeu must. Praltisdte Hilsstnastnahtueu und eine veranNvortungS und zielbewußte ilrziehnngsarbeit tverden nnS auch dieser schwierigen Situation Herr werden lassen,„goenu wir uns darüber Recheuschast geben, das; die zu .Uonsegnenzeu verpflichtende klare Erkenntnis wirtschaitlicher und sozialer Insammenhäitge und Ent Wicklungen, und nidit wirklidikritsfenie Heilsbotschasteit uns helfen kann. Ten jüdischen Jngendbünden erwächst hier die Vluigabe, ihre Ioichtigste I-nnkiion als Selbsterzieliuugsinstrnmeht jüdisdier Jugend zu erfüllen. Httüer aus üem religiösen Leben üer^uüen. Bon Else S d> u b e r t Ehrista 1 ler. Essen. Während religiöse Tarsteilungen in allen Jahrhunderten die Malerei austerordentlid) stark bel>errsditen, beginnt eine jüdische Äunst eben erst aufzublülien. Reben anderen lltfadjcn ist auch dies ein Grund: im christlichen >inlt ist der hervorstehende Zug Ruhe und Bild, während der EHarakter des jüdisdieu Kultus Bewegung und Musik ist. Ter jüdisdje Gottesdienst ist niemals eingestellt auj bildhafte Wirkung, sondern das Auge empfängt von ihm Rlmthnnis und Bewegung der Massen). Bewegting (der religiöse Tanzt spricht wie Musik das religiöse Empsinden am reinsten ans. Seele, Gefühl tritt hier in materielle Erscheinung. Tie bildlidie Tarstellnng dieses Elementes stellt allerdings air die Malerei groste Forderungen. Tod) hat die Entwicklung der fehlen Jahrzehnte Hier neue Möglichkeiten geschaffen. Tie Malerei Hat von ErvrejsioniSmus eine Gelöstheit zurückbehalten, die zum dchpthmus werden kann und bisher ausgesdilossene Ge biete in das Berrid) der Tarstellnng zieht. Bor mir liegt ein solches Werk, eine Mappe mit seck)S Linoleninhanddrucken von Eva Samuel: „Hitlahabut", Bilder ans dem religiösen Leben der Juden. Tie meisten dieser Bilder sind entstanden für die Marburger religionsgesd)id)tlidie Sammlung, die von Professor Rudolf Otle und Professor Sieinrid, Tvricf zusammengestellt wird. Diese Sammlung zeigt neben den Kuligegenständen in jeder Abteiiung auch Bilder, die de» Geist deS Kultus vermitteln, die hineinführei» sollen in dies besondere Leben, das sid> aus den toten Tinge» nid>t erkennen läßt. Eva Samuel wurden die Tarstelliingeu für die jüdisdie Abteilung übertragen. Tie junge Künstlerin, als Toditer eines' Rabbiners mit Siinagoge und Knltns ansgeiPadlsen, hat eine besondere Be gabung sür den RlMthmnS der Masse», den Ausdruck der Bewegung. Nid)t Ruhe, »id)t Sdiönheit ist der Gegenstand dieser Bilder, sondern Beivegung, Ergreifung. Wie der Titel sagt: Inbrunst. Je mehr man sid) in sie vertieft, desto stärker sprechen sie und reißen mit sid) fori. Tie Tedmik deS Linoleuinsdntitts bedingt die einsad;e strenge Form, die dem verständnisvolle'» Besdiauer dann so überrasckiend viel Musik und Jnnerlidikeit vermittelt. Die Bilder erinnern an die talntndisdie» Legenden, in deren einfad)er Form eine Well liegt, sie haben Berwandtsdiait mit der hebrätsdiett Sprad>e, die so herb und unbiegsam erscheint und Nneudltches zu sagen vermag. Die beiden Blätter „Thoravorlesung" iittd „Vlttfhebeii der Thorarolle" zeigen den tätigen Anteil der Gemeinde am Mittel Punkt des Gottesdienstes. - Tie beiden Bilder von Simd)as Thora.spreche» die Gefühle für die Thora aus: Freude lind Liebe. Ter „llmzug" ist voll Musik. Hier sprechen die Körper, die Gesid)ter sdjtveige». Stark aussdireilend sdiwingt die Reihe der Männer daher, zur Seite stehen die sahhentragende» Kinder. Tas andere Bild „Vlusheben" ist auf den stilleren To» der Liebe und Jnbruust gestimmt. Tie aiisgestredten Arme', der Vlii»druck der Gesid)ter, Befriedigung, leidvolle Liebe, im Vordergrund die rührende in sich versunkene Jünglingscic-stalt. sprechen von Schicksalen. Ter „Sederabend" entzückt besonders durd) seine einzelne» Gestalten, die .Haltung der Versunkenheit und Hingabe. Ist es dod) dem Besdianer, als blicke er selbst einen Vlugenblick von seiner Haggada ans und sehe den Kreis seiner Tisdigeuvsseu bewegt wie eine Melodie. Ernst und Leidensdiait kommt in den „Betenden" zum Ausdruck. Tiefe drei Gestalten wissen nid>ts voneinander, sie sind, obwohl ränutlid; einander nah, jeder im eigene» Erleben des Gebets, —- in sich versunken oder aus sid> herausbrechend zum Himmel empor. Ein Bild von besonders starker Innerlichkeit und Einfachheit. Jeder der jüdisdies Leben liebt und einen Blick für den Ausdruck der Beivegung hat, wird Freude an diesen Bildern haben. Tie 'Mappe ist z» beziehen dnrdi Eva .Samuel, Essen, Steelev 2traue zum Preis von Mark, EinzelbläUer zu 1 Mark.

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