Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 18 (12.12.1929)
- Date
- 1929-12-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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unterricht, für den wir Recks, Barren, Sprtingstgndcr, Ringe, Schaukel und Trapez zur Pcrsügiiiig haben, fast täglich ans An raten des Nervenarztes rhythmstche Gymnastik getrieben wurde. So haben wir im ersten Fahre des ncncn Heims uns beniüht, mit offenen tilgen zu schauen und nach Arbeitsmethoden zn suchen, die uns befähigen, das Seelenleben eines jeden lindes zu erfassen,'seine Eigenart zu erkennen und in jedem Ziinde das Gefühl wachznriifcn. daß wir bei all unseren -Maßnahmen darauf bedacht jind, den Miiiöcrit Hilfe und Erleichterung in ihren seelischen Röten zu gewähren, im Bewußtsein der schweren Aufgab. unseres Werkes, ein Hcilcrziehungsheim zu sein. ^üöische Nachrichten. ~ \ vr. Zranz Kosenzweig Tr. Franz Rojcnzweig t Frankfurt), der gemeinsam mit'Martin Buber die Bibel übersetzte, einer der größten jüdische» Elclehrte», isi'am Dienstag gestorben. „Einheitsgebetbuch'' unü „Einheitsgesangbuch Berlin. (FTA. Amtlich.) Unter dem Vorsitz des Cbcr. kantors Zivi (.Elberfeld) trat am l. Dezember ItEO zn Berlin die Musikkoulmissivn des liberalen arnllusausfchiisscs des Preußischen Landesverbandes jüdischer Eemcinden zn>a»i»ien, der die Ehor direkroren Badrian (diönigsberg), Arno Radel und Alexander Wcinbanm tBerlin), ferner Dberkanlvr Elnlimann tPr'lsdam) und Rechtsanwalt Heinrich Stern «.Berlin) angehöre». Als Per treter der jüdischen Gemeinde zu Berlin »ahm Ehrcnrcich an den Beratungen teil. Ter einzige Punkt der Tagesordnung lautete: Fnangrijfnahmc der Arbeiten zwecks Herbcisuhrung von cinftimniigen Elemcindegcsängcn aus Eirund der Teilte, die im „Einheilsgcbclbnch" bziv. in dc»cn „Anhang" niedcrgclcgt sind._Er wurde in mehrstündiger Slhüng dtirchberatcn. Die Schwierigkeit des Problems einer Reforin des synagogalen Elcsangcs kam im Laufe der Berhandlungen immer deutlicher znm Ausdruck. Die dtom mijjiou verdichtete die von ihr geivonnencn Erkciinluisje in Richr liiücii, die für die weiteren Arbeiten fortan niaßgebeiid sein solle». Es besteht die Hoffnung, daß neben dem Einheitsgcbetbnch min auch ein „Einhertsgesangbuch" in nicht allzu ferner Zeit den judi fchen E-cmcindcn zur Perfugung gestellt werden kann. Werbeaktion -es jüdischen Ljan-werkerverban-es in Westdeutschland. Berlin, (flTA.) Anläßlich einer vom >9. bis L7. Rovem der er. in Westdeutschland flaltgefniidenen Werbcaktivn fanden öffentliche Berfaminlnngen in Dvrlmnnd, Essen, Düsseldorf, Mulu und M.-Eladbach statt, in denen der zweite Bcrbandsvorsihende Tapczicrcrmeisler Louis Wvkss (Berlin) über das Thema „Die jüdische Mittelflandsbeivcgnng im Lichte unserer Zeit" reserierie. Wir erhalten über den Bcrlanf der Wcrbcaklion die folgenden Mitteilungen: Tie Bersammlniigen waren anßcrordcutlich stark besucht und gestalteten sich zu machtvollen dtuudgebnngen für die Sache des jüdischen Handwerkerstandes und somit des gejamleii jüdischen, geiverblichen Mittelstandes. Reben dem Rabbinat, den Berlrctcrn der Hlemcinden und der Repräsentanten waren die namhaften Persönlichkeiten des jüdischen öfscntlichen Lebens, so wie die Führer der Logen »nd anderer Organisationen, wie Een Irak Verein Rcichsbnnd jüdischer Frviilsvldaien, Liberale Per cinignng, Zionistische 'Bereinigung n. a. m. ausnahmslos erschienen und beteiligten sich an der sich dem Referat anschließenden Diskussion. t'lps allen diesen Znstimiunngcn waren die Sympathien und das einigende Band spürbar, das sich in Erkenntnis der berechtigten, im Referat zum Ausdruck gebrachte»' Fordern» gen um alle jene schloß, die bereit sind,, nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Tal an der Förderung dieser Bestrebungen mitznwirkcu. Ans ('hinib der öffentlichen Bersammlnngen und persönlicher aufklärender Rücksprachen haben sich die jüdischeu Handwerksmeister und die interessierten Mreife in M «äladbach und Elelscnkirchen organisiert und werden als neue 'D rlsgrnppcu nach erfolgter dtonftiluierung einen wertvollen Zuwachs für den Zcntralverband .jüdischer Handtverkcr Deutschlands bedeuten. Wahlerfolge -er Nationalsozialisten in Thüringen unin Kapern. Berlin. (FTA.) Bei den am verflossenen Sonntag im Lande Thüringen durchgeführieu Wahle» znm Landtag konnten die Rationalsoziakisten ihre Stimmen und ihre Mandate verdrei fachen. Während bei den Landtagswahlen im Fahre l!E'7 auf die Listen der Rativnalfozialisien rund i'Snno und bei den Reichstagswahlen l!l-'«> rund :io noo Stimmen abgegeben wurden, hatte die Hitlcrparkci am s. Dezember über ituo'iHi Stimmen auf ihre WienerBäckerei und Konditorei Berthold Gröger Bremen,Ostertorsstelnwei$77, Telephon Domsheide 2(128 letz mache höflichst darauf aufmerksam, daft ich zur I lerslellung der Waren nur die beste Molkerci.llutter verwende Liste» vereinigt. Flire Mandate im Landtag erhöhten sich von 2 ans * Sollte eine ansgeiorochene Recknsregie.rnng gebildet wer-' den, io ivnrde sie unter dem Diktat der Rauonalioznrlisien stehen. Bei den am Soirnlag. - Dezember, in, Bane»» durchgefuhrle-u .tR'iueiuderaiswahleu haben die Rationaliözialinen, meist ans dtp neu der Deursckmarionalen, große F-onirbrnie erzielt. Fm Mnckchener Stadirai haben sie >lne Sine von vier ans aekit vermehrt, wobei aber die bisherigen zwei völkischen Sipe von de» Hitler leuten absorbiert wurden. Ancki in Augsburg. Lörirzburg nnd i.n. anderen Cvten haben die Hitlerlenie ihre Sipe vermehren kon neu. Fu Batirenih errangen sie nenn >bis io, in Pirmasens IO lbisher 2i Sladiraismandaie. Fn stobnrg haben sie tun» ihrer offenkundigen Mißwirtschall, die znm jladnsrlien Bankerott nnd zur Staatsaufsicht führte, ihren Besitzstand von N Mandaten gewahrt nnd verfugen somit ancki weiter über die absolute Masoritär im Siadlrat. Resultat -er Wahlen in -er jü-ischen Scmein-ereprasentanz Leipzigs. Leipzig. (FTA.)..Am Sonntag, den l. Dezember, wurden in Leipzig die Wahlen in die Repräsentanz der jüdischen Elemcindc durchgesnhrt. Die Propaganda seitens der verschiedenen Parteien war eine sehr rege. Es ivnrde, wie gewöhnlich, in zwei. Sektionen tfür Fnländer niid für Ausländer getrennt) abgeslimml: jede der Sektionen wählte ihre eigenen Abgeordneten. Fünfzig Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Urne. Fn der Fnländer-Sektion wurden rund l.Hio, in der Ausländer Lektion rund :»>• K> Stimmen abgegeben, oiewählt ivnrdcn acht Liberale (alle-in der Fnländer Sektion), ferner zwei Mitglieder der Fndischcn Volks Partei und ein Dilhodozer. Die Poale.Zion gingen ohne Mandat ans. Nationalsozialisten überfallen jü-ifchc Einwohner in flltcnburg. _B c r l i u.—ßFDA,7-Das— sozialdemokratische Hauptorgan „BorwärtS" teilt unter der Neberschrist „Pogrom in Altenburg" mit:. „Fm Anschluß an eine WerbeveranstaltnTig der Raiionalsozia listischcn Arbeiterpartei kam es in Alienbnrg verschiedentlich z» Schlägereien. Fn der Walkstraße überfiel ein Dl »pp Rational svzialisien eine Anzahl jüdischer Bewohner »nd mißhandelte sie. An der Ecke Berg nnd Franengajje ivnrde» von den 'Rational svzialisien einige Reichsbannerlenie geschlagen. Die Angegrifse neu haben teilweise nicht nnerheblnbe Berleviingen davongelragen. Die Täter haben sich 'bisher nicht ermitteln lassen. Die durch die Borkoinniuisse erregten Bewohner und Straße». Passanten konnten nur durch energisches Eingreifen der Polizei'' davon abgehallen iverden, ans die Raiionalsozialisien einzn dringcn." Zniil Schluß bemerkt „Borivarls": „Die Polizei vo» Altenburg Hai also die Roivdus -geschilpt und deriveil die Däier lausen lassen. Das ist eine jelljaine Llnijasjnng der Ausgabe der Drdnnngspolizei." Öaniel Vrenn, -er Erfolgreiche -cs wahres 1242. Ber.l in. tF DA.) Die Sporibeisige des „Berliner Tage blaues" bringt heilte das Bildnis des Dennismeisiers Daniel Prenn, der bekanntlich Diljude ist, nnd schreibt darunter: „Daniel Prenn, erster der deutschen Tennis Rangliste, Sieger über pro minenie Vertreter der Weltklasse, taktisch einer der rassiniertesten Spieler Europas, brachle gemeinsam mit Moldenhaner in den »ämpsen um deii Davis Enp Deutschland ans den drillen Platz »liier de» Tennis 'Rationen." ^ü-ifche Gemein-cn dcutfchlan-s für Palästina. Berlin kFTA.« Die Firdisebe täeineinde Soest bat ans Antrag von Herrn Rechtsanivali Dr. 'Dvpenheimer I.',o Mark ji'i die „Hilfe Hnrck, Aufbau Aktion der Fewish Agent»" bewillig: Fn der Fndischen tgemeinde Beatlensäieid eibrachie eine von .Ranivr Dppenheiin dnrchgesnlnte Aktion, an der iiäi fast jäno liche Repräienlanicn nnd igcnnindeniiiglieder beteiligten, einen Betrag von :!<*7 Bkark zngnnsten der dnr>h die lepten Ereignisse in Palästina EZeschädigten. Statistisches Jahrbuch der Freien Hansestadt Bremen Jahrgang 1929 Kaufen Sie bei den Inserenten dieser Zeitung