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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-12-12 · 18 (12.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
18 (12.12.1929)
Date
1929-12-12
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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C(w «HHtlntffoflnlltM efy#f talfwtffMrif' otw ‘ZjmH'lnitfCvi'lfr & ^W&w- Dr. Luüwig Lazarus Aamenkof. B'I'N 7». »icburtsiag am >.',. Dezember 1 -3Yi (v;t:iiiM;m .h~i'l!li:i; '‘piiiaH' „tyit'rmnte" nnuhr am I.'i. S ezenibei l-'m Bialiislak als Soli» eine» Lebreis gebaren and!>i zu 7ö.iiuImu .im i.;'Uuil I'.'IT iu\itiiuTt'ii. ,'ui seiner (Hebnris it.ic: tnu'iiiux ';’,.im.'i!lnii .in» de» ersien Eindriuken seiner .Hiad hi’if den '"ledan.'ei: an eine Menüben ' n»d Gelier verbindende luniiale 'Jvi’i:hilf:-fpi»iilic. Ter 'Baden seiner Hemiai war Ivie ge iNi.iüen dazu. die ,',dee» einer iniernaiianalen Hilsssprache ans teim.v zu lasten „.",» diesem kleinen Lande" so schreib! ein liervviraaender Esperantisi in einer biagrapliischen Skizze »ber elamenboi „leinen nun verschiedene Baller iiiüuiimi'it oder >länigei geiagi gegeneinander. eie angeilammien Liianer be siedelten al» Banein das Land, die Polen saßen in Schlossern. .Nuäien. »nd Sibnlen, die :>inssen »bien al» "Beamte nnd 'Blilitär die '"leivalt an.-, die eeniniie» inldeien siadiisebe .stalanien and die Buden beieinen als Handiveiler >ind Handelslenie die Straßen. ,ude» der '»ns Boilei beumie ieiiie i'oltiiitu' l'ia.'iuin in Sprache, 'Rauben nnd nauanaler '"leiinnnng. E» baue iietr eine 7llmo spbaie dee- 'B>:ßiiane».s nnd der Beindsänisi nnier diesen Balkern gelnldel.?,n diesem '».ilu'ii geivann .'.anienbos ieiiie ersien Irin drmie." vui .im» t.1111 ilnn die Bdee, dnrä> eine neniraie Well inls-i-'vr.ube d:e Annäherung der Keiler praltiiäi zn verwirklichen, eie ,sdee, eure <iene Spi.ube u> schaisen. veraniasue ib», sich durch Selbststudium Spi>ulmstsiensä>a'i und Spiachenlennlnis in reichem nV .lHiiu'iiun'ii br mar rmn 7-e> ni 'Aiigenarzi: seine Studien lagen als» ziemlich abieiievvn der Lingniiiil, io das; man sstgiich sageg!an». e> ivar van 'Beinssmegen znm Schöpfer einer neuen Spraelie dnni'anennin beiiinim:. Ter '"ledanke enisprang bei ihm rneimein einem rein iiuliche» Bdeälismns. eie 'Bnlibilss 'brach Esperanto. diese emineni prakiische Erfindung, die vaineiimiich bi.iiuüir.n Jamalen diene», svii, yt da» Werl eine» .sde.iiisien. -'„inieniivs erkangie, das; die '.Nenirben nie einander verstehen iverden, ivenn ije sich tlich: »iileinander verständigen loiinen. '.'lach der aüeiren iieberiieseruna war da» goldene '',ei> aller jene», da nach alle Welt in einerlei .»iuuk redeie und nnier den Menuben nach einer'lei Ball lind einerlei Spiarlie ivar. - .un .Viliie i--7 imirde die n e n e 'de e l l l> i l s s s p r a ch e der r esieiülichieii nbergeben. e ie Sprachgelehrien spaiielen riber e'.-imenlias» versuch, aber iranaliedem fand Eweraniv ailircmein '.'lnklaiui nnd »i.ubie aiaiie Tvovtiiliritic, und seine diniiamierschar iMirli» van .saiir;» ualir. sniiideiiiansende spreaien heute Espe rania. -Huf dem leinen bsberania diandren zu »liiinbera waren »bei >!""" b'sperantiiien au» in '.'iaiianen anwesend, u-rei van iedei biielkeii. ans 3\inf nnd .'inerkennnnn nielu erpichi, ivar /.anieniivi' nur ans den vfuUv ieiiie» 'J^.'ife-? bedachi. ^aiiienbaf li'.n ainer ,'>nde. er nmireiie in seinem '!r>eien lies im .«ndeninni. «Gerade al» .ende iniilie ii»b >',ame»iias der »ranzen Mcnschireik ver bnnden bsi ei leine »ach den e rininbli seine» 'deeriee- »nd am i. Jli'vtl I"I7 iii er in de.nschau iansi verschieden, die b'spe lania'^eme.rniiis i'i iniernaiianal aiaranisierl und iibei die eianze 'd^ll 'verbreiiel. Das tzauskerrenreckt. biniae laiiiend denriche Bauern baben sich var.ciiva zwei 'chian.nen. van der »kraine ber in 'Beiveann»! e>eiek»i, um da» And land;n eneicheii ^ie walken ^amseirnfzland verlassen nnd lieber a»f da» r'and ibrer ''-ebnii verziebien. al» iaeiier in dieser .üaile zu leben. .\hv b'bl iw ins; vielleichi nach mebr al» ibre b'uzablnnii > zeitil die. aliisiande in diesem anaeblicb revaluiianären Zlaal. der iii 'dairkliwieii inda» rief ft e i l l e lalle r inrii>k>ierrlilien i'l. al» dei w.en'.li na.I> bäaeninm der Cluicifen ivar. die ihm iHlanbeu. Be'iba'lianna und e>ei:ni>a vai^brieb. Tteieit deillscheii ^Banern in ihr Beiii'. ntid dei^bruaa ihrer '?irbeil abaevrefn Ivar Lan d weh rstraße Ecke Schönebecker Straße dnrw die qlcichcii Mittel Niederhalten lassen, mit denen sich, die mvnkirchischc '.'inlokratic sicherte: durch Militär, Spitzel nnd Polizeiwlter. 4"iefe denischen Bauern erzählen nun vvn dem svzialtslilchön Paradies. Sie ivnrden peqiiäit, weil sic Meniwnilcir sind, einer Seile anflebare», die die "Prasse und die b4ewalla»Wendung als nniittlich und goiila» verwirft. Tas duldete der :ä a r nicht und seine k o in m n » i fi i s ch c » ">t a ch f v l g c r, die ihre ,^dcc mit der allgeniciurn Baehrpflicht durchscben kvvllen, weil sic ohne Ka scrne nicht regieren können, haben diese tapferen Menschen kurzerhand enteignet. 71!» diese nun nach dem '.'lusland aufhrachen und mach Moskau wanderten, n>» sich dort ihre Pässe zu Holenl wurden sie znnächsi ans dem bbadimka ireid inlernicrt. Das ist jener Plan, auf dem bei der .Hrvnnng Bikvians >1. eiiiigc tausend Men scheu zu rode eteirampell nvorden w.rren. Dort hielt man die Panern feil. ' ... Dann wurde einigen .Zunder! van ihnen die (rrlanhnrs erteilt, nach e enischland;» geben. Die anderen wurden zivangsweisc ans sagenannie .Haiieilivwinschasteu i» Südrnszland anfgctcilt, wo sic van nun ab in der srran lebe» miissen. Die ^cit der, -j o t c n -Seele» ist ivieder gekommen nnd es ist oer revvliiiivnarc So zialismn», der sie beraiisgefnhri Hai. Er kann dies wagen, weil es das Prinzip der „inneren '.'ingeiegeubeiieu" gibt. So werde» unter den :'ingen der Pöeil, in tHegenivart des tHeivissens der $i vilisalian ".vienschen versebleppl, ihre» PHileiis beraubt nnd in die ,'reiset ^der Veibeigensebasi geschlagen. Denn da» besagte tHewisseu sanktioniert das - ekinfzland beiim das a u s b e r r e n r e ch l nnd ubi es. - Pan dicscnt Recht baren auch wir in Miitelenropa von e'.eii;» 'seil, u» Sester reich bai va> n'enigen ragen ein gewühlter '.'lbgeardneter, Mitglied der sich christlich nennenden Mebrbeitspartei, erklärt, daß die indischen Sindenien, die er mit dem "Pchrl „blesindel" belegte, ge inäß den, Hansberrenrech! geprügelt worden sind. Der Man» sagte das nnd niemand bat ihm widersprachen. -Hein Porsibender bat ihn gerügt, kein anderer der gewählte» kHescvgcber, auch keiner der revalniioarcn Sozialisten, bat sich auf diese Schändlichkeit besannen. Mi1* bal auch keiner daran gedacht, daß mit diesem Hans berrenrechl auch alle Rechisbriiche gegen deutsche Minori» i Ü i e n begründet werden. Der Rihilisuins dieses Hansherre» rechtes ift eben iniernalianai. Es umgibt die Perfolgnng der '.>.>>enHaniien durch die Saivjeis, die Perjagniig der jüdischen Stildeinen van den Hochschnlen in Palen, in Sesterreich nnd in Ungarn mitilegalität. „Kondolenzbesuche dankend verbeten^. Wir'-cutnehmtu dem Breslauer hkcmcindeblatt: Seit vielen wahren lesen wir bei den Todesanzeigen gerade unserer Klaubensgenasscn fast regelmäßig die im Titel dieser Bemerkungen angegebenen Worte. Seit dieser Zeit staune ich über diese so all-> gemein üblich gewordene Sitte, denn — ich muß e§ zur Ehre dieser Trauernden annchmcn — ma» weiß nickt, daß dieser Wunsch mit echt jüdischen i^efühlen, mit der Ausübung wahrer Wohltätigkeit, nicht das geringste zu tun hat. Man scheint ganz allgemein nicht mehr zu ivisse», daß die T.rgsinng der Trancrnden ein -schwerwiegendes religiöses (gebot ist, das der freund und Wcmeindegestasse erfüllen fall, vorausgesetzt, daß die Trauer im Hause nnd in den Herzen der Hinterbliebenen lebt. Nach ist cs allgemein üblich, daß man den Trancrnden int (stotteShausc empfängt mit der allbekannten, so sehr zu Herzen gehenden Formel: „Wott tvöfte dich millen unter den, Reste der um ssian und Jerusalem sranernden". Ei» jeder hat srrennde, Bekannte nnd Angehörige genug, deren Besuch ihm nicht nur angenehm, svndern geradezu eine Boraussetznug selbstverständlicher 7irt sein müßte: denn nicht nur in der srrende, sairdern erst recht in der Trauer kann uns die srienndesband, das srrenndeSivart erheben und besänftigen'. Nicht allein wallen wir sein in nnscrem Schmerze, nicht schweigen wollen wir van dem Tale», sondern gerade dadurch, daß man viel van ihm redet, daß man seinen Berdienstcn die so »st im Leben unterlassene Elerechtigkeii ividcrfahren läßt, daß man die Tugenden des Eiiischlafenen preist, zieht sicher der Trost in das Herz der. Trauernden ein. Und nun ivird der Wunsch knndgegcbeu: Kommt nicht z» mir, bleibet zu Hanse mit euren :1>eden. ick iveiß mlein. was ich verloren habe, ieb brauche keinen Trost van anderer Seite. Das ist -Egoismus im übelsten Sinne des Warte?, dasnst Lengnnng eines religiöseir tHebotes, da» ist Beiseitesetzung alles liatürlichcu Empfindens. 'uh habe, iv:e oben bemerkt, immer gestaunt, ivie dieses nickt' zu empfehlende "Boibild so allgemeine Nachahmnng fand, noch mehr aber staunte ieb. daß sich bis setz! meines Wissens keine Stimme gegen sglüie ".'lnfsassnna erhob. ,schiimll zugeben, daß der Besuch van Be'enschc», die der 7iamilie int Leben fern standen und die lediglich eine "Anslandspflicht oder einp. u-ormaliiäl erfüllen möchten, nicht gerade angenehut zu sein pslegt: aber mit der Bemerkung „dankend verbeten" werden auch Nähersiehende uirülkaeschreckt und der Trauernde bleibt allein. Wie oft würde ein Besuch zu solcher .'leit auch Heil und Segen durch Rat und' Hilfe in anderen wichtigen, gerade gegeniväriig so ausschlaggebenden Beziehungen schassen können, sfch iveiß. daß diese meine Llnseinandersebnng z'lnlaß tu "Baidersprnch neben kan» »nd wird, »tritt Emvsindcn sagt mir aber: es ist vom Standvnnkl unserer heiligen stieligion ans ein llnrecht, solche "Bemerkungen zu machen und zur Nachahmnug in wenig erwünschteilt Sinne anznsparnen. Rabbiner M a e E l l g n t l> e r , Ncissc.

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