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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-12-01 · 17 (1.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
17 (1.12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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wurde» dort nicht weniger als 8W .Häuser und bl» Brunne» mit Hilfe des „CWI" errichtet. Auch in loten dediente der „C:)i2" int Jahre iiii's!*):* von Landwirtschaft n»d Gärtnerei sich ernährende Iamilien, ferner wurden dort vom zwölf landwirtschastliche Genossenschaften ins Lebe» gerufen, l-JiMK> Cbitbiiitmr gepslanzt n. a. m. In Bes sa ra bien konnten -4*>r» jüdische Banernfamilien die hilic des „ORT" in Anspruch nelmien. Insgesamt hat der „ORT" im lebten Jahre auf dein bediele der Landivirtschait in verschiedenen Ländern Osteuropas in 127 Liedlnngenl:V2s jüdischen Iamilieu lzirka 2.', lxxi Beelens nni einer Anbaufläche von U :t7s Hektar seine Hilfe g leistet. In 2 c n t s ch l uit b hat der „ORT" die veruiliche Nm ■ schichliing der jüdischen Bevölkerung dadurch gefördert, dost er geineinsai» mit der Berliner jüdischen täemeinde eitio 5 rillte: dern> e r k st ä t t e errichtete, des iveite.e» warte» vonß „ORT" Elianssenr->inrse gegründet, die ivähreild der lehleii Je t eii e segensreiche Tätigkeit entfalten. Tie Nurse wurden dis jevt von > >!> Lchükeru besucht, von denen l l'.i die Prüfling bereits bestanden haben. Tanebe i gibt der „ORT" jüdisclX'N jungen Leuten, die sich .giiwe.'blich oder .landwirtsckxistlich ausbilden wollen, die Möglichkeit zur Iorlsebnng und Beendigung ihres' LtndiumS. '.Vidit nur mt dgs -Herz der jüiische» Mitlnürger appellier» der „ORT", dast sie durch Mildtätigkeit die Rot ihrer Brüder lindern Helten, sondern ec will durch sein Programm auf die Aktualität und nngehenre Wichtigkeit eines blrundprobleins der jüdischen Wirtschaft die berufliche llinjchichtung der jüdischen Bevölkerung, ganz besonders im Oste» und gleichzeitig auf die Mittel zur Lösung dieses Problems Hinweisen. Tiese ivirtschaftliche Aufbauarbeit hat aber auch eine kulturelle und ethische Leite. Tadnrcb, das; der „ORT" an Stelle des 2rf,imv rohertu ms und des „Lustmenschrn" wirtschaftlich nünliche triste»' zen und berusstüchtigc Mitglieder der täeiellschajt zu schasse» bestrebt ist, nininit er dem Judentum einen Ma!el, der ilnn so vielfach in den Augen der Welt noch anhastet. Tiefe höhere Werlschähung jüdischer Arbeit und jüdisch.'» läeistes kan» navür« lich auch den deutschen Juden nicht gleichgültig sei». So wird jeder sozial entpsindende Jude, unabhängig von seiner sonstige» Einstellung zum Judentum, i t den Bestrebt,ngen deS „ORT" eine gemeinsame Basis si ide i, aus der sich sein Tienst am Judentum auswirken kan». hilfsvereins-fibenü. Zum Lonntag, 24. Rvvcmbcr, Halle der .hilfsverein der dcut scheu Juden seine Mitglieder und eine Reihe inlercssierlcr Wäftc in die Prachtsäle von Hillmanns Hotel zu einem Tee Abend ein geladen, um das Interesse an dem großzügigen hilsswcrk wachzu rufen. Ter Leiter der Pcranstaltnng.Üier Porsihendc des Bremer Lvkalkoinitccs des hilfsvercins, Herr Rechtsanwalt Tr. Rosenak, hatte die freudige ('zcnngtunng, in seinen Begrüßungswortcn eine überaus stattliche Beteiligung scstslcllcn zu könucn und ins besondere den Bertreicrii des Rorddeutschen Lloyd, des Ronsulats der USA. und der Bremer Presse für ihr Erscheinen zu danken, zugleich aus die Tätigkeit der Ausivandcrcrsürsvrge des hilfsver eins näher eingehend. Ter Redner des Abends, Herr Univcrji ^tätsprofessvr Eugen Mittwoch lBerliu), sprach über „Tas kultn rclle Werk des hilssvereins". Iür die bremischen Juden sei die soziale Tat des hilfsvercins der dcntscheit Jude» nichts Renes. Jahrzehntelang hat sich in Bremen die Fürsorge für arme jüdi sche Emigranten als notwendig erwiesen, und so habe Bremen schon im Jahre l'.illl, als der hilfsvercin ins Lebe» gerufen wurde, an seiner Wiege gestanden und in der Person des bcr ewigten Rabbiner Tr. Rosenak und von l'.'A! bis l!'27 in Bern hard tRrlaher nnermüdlichc Helfer gesunden. feindet die Ans ivanderung heute auch nicht mehr in dem Maße statt wie vor dem Rriege, so sei auch seht noch eine sortivährendc Betreuung mittelloser Answandercr und Rückivanderer vonnöten, deren ach der jeviac Leiter der Bremer Zweigstelle deS hilfsvercins, Herr R. A. Tr. :'!o fenak, mit besonderem hieschick annchrnc. Reben dieser Auswan dererhilfc aber sei es eine der hanptansgaben des Hilfsvereins, mit den jüdischen Ezrvßorganisationen, dem Joint, der Ica, der Alliance usiv. vor allem in Polen und Ruuiänicn zusammenzuarbeiten und so die Tradition sorlznführcn, die er einst in Palä stina und dem vorderen Orient durch Elründuitg von Riltdergärten, Lchulcn und sonstigen .ztulturwerke» begonnen habe. Redner schilderte recht interessant die Tchwierigkeitcn bei der Erziehnng, die. zuerst durch daS Ichlcn eines gemeinsamen Idioms vorhanden ge wesen seien: hob die Tat Ben IelmdaS hervorsnud den aeivaltigen Iort schrilt der ncnhebräischen Lprächbcivegung, hierbei die Sprache der Tpanivlischen Inden betonend, die l.">0 Jahre nach der Per treibnng aus Lpanicn ihre heiniatfprachc bewahrt hätten und eine leichte Perständignna mit dem nivdernen Spanier ermöglich ton: so sei auch der Iiddischsprechcndc, der Bewahrer des mittel allerlichen TenIsch, überall zu Hause, wo das Tcutschc Pcrkehrs spräche ist. Eine solche Organisation wie der Hilfsverein, der überall, wo es Iiidcit zu Helsen galt, segensreich eingegriffen hat, erfreut sich iu aller Welt größter Sympathie, und so erscheint cs als Pfliht aller Inden, einem so großzügig angelegten, hilsswcrk genügend Subsistenzmittel zur Bersügung zu steilen, damit keinen Augen blick eine Pause in der Iortsuhrnng seiner Iursorgetätigkcit rinzutrctcn brauche. Ten mit großem Beisah ausgenoniitienen Atzssuhrungen Iugtc der vseneraljekrctar des hilssvereins, Herr Tr. 'BBschniper, stiähere Angabe» über die ^egemväriigen Bemiihnngen des hilss Vereins hinzu, an allen größeren und kleineren Plapen neue Ircnnde für den hilfsverein zu werben: er nalim die i'Gelegenheit wahr, den anwesenden Berireter des Pereins .chriiilicher jnnger Männer, Herrn Tchmidi, zu begrüßen, dessen Organisation namenilich im Auslatid häufig mit dem hilfsverein und dei» ihm. kooperierten jüdischeii Organisationen helsend zutammenarbeite Ter verstorbene Inlirer des hilssvereins, Tr. Pani Raihan, habe den richtigen Weg gewiesen, ivic ertolgrciche Wirksamkeit enisaltei werde» könne: nicht vom grünen Tisch ans, sondern durch grnnd lichr Ersorschung der Probleme an Ort und 3tolle und im eng sten Einvernehmen ftiit der bet ros jenen L andesbeväIkerung. Tas sei der l'lrund. weshalb der hilssverein überall als diejenige 3teile in Teulschland gilt, die jede ersordcrliche hiljsarbeit snjie matisch dnrchzusnhren versieht. Tie Reden ivaren umrahmt von gesanglichen und ninfikili scheu Tarbictiingen, für die sich dankenswerteiweiie Iran' Ja iedel Eornelius Hamburg ii'iesangi und die Herren Tr. med. Walter Evhen iPioline), Tr. jur. Th. tonnten lEelloi und Hans 'Reu mark kRIaviert zur Perfngnng gestellt hatten. Tie aus knnslleri scher höhe stehenden Porträge trugen wesentlich zu der jeierlichen Ltilnmung bei. die bis znm Tchlnß der Peranstalinng aus dem t'sanzen ruhte. Unser Wnnsch ist cs. daß dem hilssverein ein voller Ess.'lg beschiede» sein »löge. (Gerade die heutige Z.eit toirtschasilicher T' Pression ist dazu angetan, »ns aus uns selbst zu besinnen und Porsvrgc zu treffen für noch schliniinere 'feilen, die leicht herein brecheit können. Wer die Zeichen der Z,eil versteht, trägt Torge dafür, daß ein Iürsorgewerk ivie das des hilssvereins allseilige Iördernng crsährt Piid daß niemand beiscileiieht. wenn es gijt, die bestehenden Ortsgruppen zu stiihen und ausziibanen. Bremen in Hanö 4 üer jüüifchen Enzpclopäüie. Jude» werde» in 'Bremen zuerst im Ia'ne 1 Pf.» llrlnndi» der Erzdiözese Bremen erwähn,. Tas bremiiel'' -i»dire,l,i ge denkt ihrer zuerst im Jahre 1 :*.■1!.'7 wolmte eine Jüdin Jutta a»S Breme» i» Osuabriiel. lim l'tr> ivird ein Jude Lamuel genannt, der sich vor dem :>>'aie i» Breme» verant Worten »ins!. Wie ans dem Ireilieitsbrieie der -mbt Olden bürg vom Jahre l.'!l."> heivorgeln, dursten die Jude» in Bremen keinen Handel treiben. Tänidt berichtet in seinen „Iiid Merl Würdigkeiten" >P. ,>iap. I. :'e> : „Tie Handelsstadt 'Bremen, sammt deiiiselbigen ganzen 31iiit l idet leine Jude» " Ter Rat z» Bremen verhinderte in de» iolgende» Ialirhnnden.'» die Aniiedlnugsversnel'e von Jude» iiinerl'alb der '.»kauern seiner Ttadt. Erst l'-".'!. als die i» hastedl »nd am 'Barllws tvvlinende» hannoveril'en Tehnhjnden von'Bremen itbernomme» wurden, tvurde die Israelitisch.' chemeiude 'Biemen g'gründet, die dann auchden bis da'ii» zu Achim R>gier»ugsbezirs -lade gehörende» jüdischen Iriedlios in Hastedt nb-'rualini Im Ialire t>>l<> ließe» itrti jüdische Iamili » i» di' 'Bremer 'Bürgerliste ei»reich->'n. Ei» lüesuch des Bendir!>-»»,vel?elm>a>>e, damaligen Porstelier-5 der Indeiiichast. beir de» E'werb des Bmger rechts o.siv. wurde l^I l vom?e»ai abg l lMi: man beschloß gemäß dem Artikel >7 des Pariser Iriedeus, de» ii.ke i» Bremen anshaltenden Personen 'üdii.l'er Ration Auie»ll>al,s erlaiibnis und Tchnii aus sechs Ialire;» g'wilue» Ter Bürgr »leister Tmidt wirkte aus dem Wiener govgrek: gegen' die Interesse» der jüdische» Bevölleruug w'ilirend Earl >>»»»» Bnchhosz als Anwalt der Jude» i>> de» s'aiiieii idle» sür iie tätig war. I'-l'e beschloß di' 'B'irgerieliait. l.-tnesiall-- Inden mehr ausziiuelimen: eiliielie» »»> norl di l^i.'! >>»» Hannover übernommenen Te>»»>»d>» ilne Tilmni'i ieie Erst int Jahre 1*1'' »aln» die Bürge>ich.aii de» Auirag. '.Nichmen sür die Eiinvanherung^ der Jude» sr.iz»ae!>eii. an nmiii ln zogen tlsi» die hastedter Inden »ach Breme», denen aus wärtige Inden ielate». verli i> der?e»,ii der .inaelnisst ,, blenteinde die Rechte einer i'.irtstischen Perion: l'-7i'> ersösg!' die Eiuiveihung einer Tnuoaog-'. die lNR". renoviert wurde Rach Wiede^errichtnvg der tg-meiiide wirkt Taniuel '."iarens Gummi- Walter Langenstraße 108

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