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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-12-01 · 17 (1.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
17 (1.12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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i’inllnm» im 'uiltrc IVifi iilv crfnv XVlinr und 'J-robiflcr 'il’ätct '»uil'bincr ui London. 'Haler in'» . 2tr \vnnann und 2ir ^imd "H'lliiiu", : al-> oritcr ''uil'hnu-r XYiumlb 'lioitiitU icii l*»», diftinlu'ii I. 2nt l:i_'I aiinuii ,'mIn '.'(Kn ,'\m ,'uitiiil'.'-’.'i li l'iiii in 'J»ri iiu'n ’,iitn 1 1 Tu 'ulCumi, bi»' > enii mbe zililie iib,r 1' 11 I ,c 'uibni in 'in'iv.'iiuf ba* zum biMiniil .il 21aa:»i bi.i i»lihi iinb bcr tnnimnur iil . n 2ni:iiiu>r,»'*i»T»'111»'111r>o Aninnnd 'Hlnnii'iitlial 'K.iiurnngsbc •,uf 2Mb»' iiinui.1 Miiin: bn- 'mbiii m Bremeibavi >i di'liövi'H;nr 2m'.ajv'!liniviin'ii'bi' '^.iaiiuiiibi'. die wahre Lage -er ^uden in Nußlan-. Bon 2 i >' s r i c b B c t n c n fl r u c n. '.'US t’or ii'lni oalmrn bfr »vininunisinn-s in iKufilanb zur N'oiiiiUiijt fli'Utiflti', iH'rlirciti'ic bic -nationale Presse Iveft cui'iu'iio die '.'iiiilnifln, bic bolsdiewistisdie ^cnicflunii werde fast iiii”fd)irci)Iicl) uon Hilden geleitet und sei darum auch im lii'chsieu i'irabf Jiibnijn'iinbluiv AIS Beweis dasür wurde angeführt, das; Trotzki und Lenin!?) iiibi)d>ef Abstammung 'eien nnü^.bif Sowjetregierung eine jüdische Republik im Lüden äiustlandS gründen wolle. Das war voi; zehn Zähren! Ta die innerpolitisd»e Lage Rnsilands damals so ivirr und ungeklärt cifdjieit, bafi man (id» ge ,wnuge" sah, bao hin zu nehmen, was einem von der Preise ausgeiiidit wurde, konnte mau gegen ihre Meldungen naturgeniäst and» nicht Einsprud» erheben., Ammerhin war es verwiinderlid», das, tagtäglid) zahlreid-e Flüditlinge jiibisd»rr Rationalität an* Rnstland nad> Teutsd)land und Frankreich answanberien, da sie laut ihren eigenen Erzählungen die Be» liandlnng der Lowjetbrhörden nid»t mehr zu ertragen vermochten. AIS id» diese Tatjadie damals den nationalen Kreisen entgegenhielt, und sie darauf aufmerksam mad>te, dass die Berid»te über die jndensrenndlidie (Besinnung der Sowjets mnibeskens stark übertrieben sein müstten, wurde mir erwidert, die oskiiidisdwn Einwanderer seien keineswegs Flüchtlinge, sondern bolsdiewistisdie Agitatoren, die auSgesandt seien, um Westeuropa zu unterwülileu. Tie Hirnveibranntheit dieser Behauptung liegt aus der Hand, aber es hat. Tausende gegeben, die sie glaubten und nod» glauben, vente nun, nachdem der über Rnstland gebreitete 2d»leier des PnlverdampseS und Blutuebels der ersten Revolutionszeit zerrisse» ist und mau darangehen kann, sichere Fesliiellniigen zu madx'n, kommen wir zu folgenden Ergebnissen, die von den früher in 'nationalen und heute merkwürdigerweise and» kommnnistisdie» Blättern verbreiteten Meldungen dnrd>an-s abiveid>en. ' Tie Führer der sowjetrnssischen Bewegung waren weder dnrdnveg jüdisdi, »vih dnrdiweg rusjisd», sondern rekrutierten sid» aus verschiedenen Rationen. Besonders ivührend der Gründling'-',eil des SoivjelLkgimes war es eine recht bunt znjamniengewürselte teeselljdmst, in der neben Russen und Ukrainern, and, Anden, Tentsd>e und vor altem Letten und Mongolen vertreten waren. Ter prominente Führer r»ssisd>er Rationalität war natürlich Lenin, jüdisdier Trotzki, deutscher Frunsc und IcttiidH’r 2tnljd)fn. An der lichte» Zeit hat firft jedvdi dieser internationale Charakter der obersten Lowietleitung verändert und nimmt der Einstellung der russisdwn Bolksmassen Redinung tragend mehr und mehr ein natioiralistisdies vlepräge an, laut dem nid>tniijijd)c Glieder aus der Regierung ansgeschie' den werden sollen. Bon einer iiibijdie» Borherrsd)ajt kann also unter keinen »mständen gesprodwn werden. „Was nun die Lage der an. -V> bis! Millionen zählenden '.Rasse der Anden in 2owietrusiland anbetrisst, so ist sie in jeder , Beziehung sdnver und unersreulich. Bon einer jüdisdieu Republik ist im Ernst naiürlid» niemals die Rede gewesen, wohl aber bat d:e Sowjetregiei nng derartige t»>erüd»e zuweilen in Ilmlans gebraebt, menn es galt, mit dem Auslände irgendwelebe Beiträge zu sdiliesten, bei denen die Pariser, Londoner und vor allem Renporker indische .Hocl»finanz->ein sdiwerwiegendes Wort mitziispredien batte. 2elbst der Plan, einige hunderiiansend unbrinilteiter Anden in der Ukraine anzusiedeln, zu welchem Zwecke von der Reg erung :io Millionen Testjatineu Land zur Beringung gestellt wurden, scbeiterte kläglid) an dem 'Bädersland der eingeborene i Bevölkerung. Tatsächlich kvnnteu nur liinnit Meusdie» auf zirka L»<»nc> Testiätinen angesiedrlt werden, wälirend der Reit der nolonisie.i sid» gezwungen sah, soweit er indrt den Pogromen' in Odessa, »iew und Poltawa znm r'vfer s:el, wieder nah seinen früheren Wohnsiheu zuriidzukelireii. And» in nationaler und kouiessivueller Beziehung wird daS Aiidentnm in äinstland auf das sd»werste bedrückt. 2o ist Rustland beisvielsiveiie der einzige. Staat, indem jüdisd»e ^dnilen, jüdisdie Büdier tso weit sie uidit für de» .»lommuniSmnS propagieren) und die Organisationen des „Aeire Aion" verboten sind. Aa, gegen die Mitglieder dieser Beieinigung sehte Pogrom - Masscnaiissd»reiiuugcpi der russisd»en Bevölkerung gegenüber der jüdisdje» Minderheit. von rcgierungswegeu eine rid»tige Bersolgung ein, die natürlich aud, sehr bald von dem Volke ausgenommen wurde und zu blutigen Aussd»reitungen führte. llcber diese Zionisteiiversolgnuge» ist aus der östlid»en Presse etwa solgeudes zu ersehen: Tic Mitglieder der verbotenen Bereinigung „Aeire Zion", veranstalten genau wie zu einer gewissen Aera deS Zarenregims getieime Ziisamnienkünste, die von der rujsiscl»en Regierung in jeder Weise versolgt werden. Dies« . Verfolgungen begannen bereits 1!»!>, steigerten sid» von Jahr zu Jahr und gipfelten sd»liestlich l')23 in der ausseheuerregendeu Verhastuiig sümtlid>er Teilnehmer des illegalen Kongresses der zionistisd»cii Arbeiterpartei, die ohne besondere Formalitäten nad» dem Rarhmgebiet deportiert wurde». - In den Jahren 1J124 und üfef» wurden viele Zionisten in Charkow, 2d»itöi»ir und 2luzk verhaftet und nach der Kirgisisd»en Steppe versdiidt. Am 2d»limmsten wurde es im Jahre >l>Rl, wo es in Odessa, Kiew, Krementsd»ug und Aletsaudrowsk zu blutigen Masseuausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung kam, wobei sid» sogar Militär beteiligte! BiSi zu dem heutigen Trrge dauern diese Bersol-: guugijii fort und es ist fcstgestellt worden, das sowohl im Moskauer Unters»d»ungsgcfäuguis, als and» den sibirischen Berbred»erkolviiieii huudertk von zionistisdieu Inden um ihrer Ueberzrugung »Villen sd»»ad)teu. Allerdings besteht, innerhalb der kommunistisd»en Partei tiustlauds eine besondere jüdisd»e Elruppe, die sid» Jewsekzia jew rejskaja jekzija — jüdisd»e Lektion) nennt, aber für die Ausbesserung der Lage ihrer Ltammesgenossen entiveder nichts unternehineu »vill oder kann. Beispielsweise tonnte diese Lektion es weder verhindern, das; die Sowjets eine Reihe berühmter Lhnagogen enteigneten und dem Volke als i.Arbciterklnbs" zur Verfügung stellte, nod» dast die versprod»ene jüdisdie Liedelnng in der llkraine dnrd»gesührt wurde. Tem Anslande gegenüber sind die Kommunistischen Mad)thabcr uatürlid» bestrebt, Rustland als ein Eldorado für das Jiidentnm hinzustellen und besonders der Anstenkommissar Tschitschcrin leistet sid» in Verspredningen gegenüber dem iutcruationaleu Judentum austerordentlidzeS. Wie sehr sold»e Darstellungen und Verspred»ungen aber von der Wirklichkeit abweidre», kann au der Hand der hier gegebenen Tatsachen scstgelegt »verden. Viscount ö'^bernon über die Iu-en. Ter ehemalige Bvtsdiaflcr Englands in Berlin, Viscount d'Aberuvii, veröfteutlicht demuädisi den zweiten Band seiner Lebenseriniieriingc». Wir finden darin die folgende bemerkenswerte Anfzeichnung über die dentjdien Anden: 17. Lcptember l'.iLb. Berliii.. Einer der uncrklärlidisten und beunruhigendsten Züge der »lilteleuropäisdien Politik von heute ist die Tatsadie, das; die führenden Anden, hauplsächlid» die Beherrscher der Presse, antieug-. lisd> sind. . . Ach känii Mid» nur an eine einzige Ausnahme erinnern. und zwar Theodor Wolfs vom „Berliner Tageblatt", der deshalb nur nidn anticnglijch ist, weil er und) mehr anti Poincari'-istisd, ist. Es ist ankfalleud, dag mau bei den Anden keine Spur von Taukbarkeit für die Engländer findet, die sid» verhält nismäszig grostzügig ihren lKlaubensgcnossen gegenüber gezeigt haben, wie das Fehlen jedes Antisemitismus in England betveijt. Ebenso fehlt and» nur der geringste Tank für unsere Unterslüvnng der zionislisdu'n Bewegung. Tic Jude» ziehen Paris vor, >vo sie sowohl vor und nad» dem Trcysus Prozest misthaudelt wurden, und sogar Teutsdiland, wo vor dem Krieg kein Aude Offizier werde» konnte, ist ihnen lieber als England, wo sie seit langem gleidic staatsbürgerlidie Red»te besitzen. Wenn man alles über die Anden sage» will^ was zu sage» ist, must id» ans eigener Erfahrung hinznsiigen, dag sie die treueste» Freunde und die klügsten Berater sind. Ad» »viirde jedem Anglo iiid»ii'n, der sid» ins (Kesdiäftsleben hincinwagt, den Rat geben: „Tun Sie nidits, ohne fiel) einen jüdische» Mitarbeiter oder Ratgeber gcsidicrt;n haben, am besten ist, wenn Sie einen Anden haben, der sid, entsprechend hod» beteiligt »nd mit Ahnen zusanimenarbeitet. Sollte» Sie keinen Anden wissen, »ehmcii Sie einen Schotten-, aber tun Sie nichts ohne den cincn oder bei» anderen. Beide habe» einen Anslinkt und eine angebirrciie Begabung, die die andere» nid»! erwerben können." ^üöische Nachrichten. Die Hauptversammlung ües Neichsbunües jüüischer Zrontsol^aten. Berlin. <ATA.) Ter Reichsbnnd jüdischer Frontsoldaten hielt am und Ll. November seine diesjährige Hanptversammlnng ab, die von Hundcrtcii von Telcgiertcn ans Berlin und aus dem Reiche besucht war. Rach einem Begrübungsabend, den die

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