Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 15 (1.11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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fluswou-Lrerfürsorge -es Hilfsvereins -er deutjchen Iu-en. Ein W«rk von grotzrr sozial» Bedeutung. Tie Auswanderersiirjorgc des Hilfsvereins der Tentjchen Juden wird durch das Büro feiner Zentrale in Berlin, de» Bahnhofsdienst am schlesischen Bahnhof in Berlin, die Komitees in Hamburg und Bremen, die Bahnhofsdienste in stentsch und Osnabrück und^Bertrauenslente im Reiche wahrgxnommen. Im Jahre 1929 hat sich die Zahl der Auswanderer und Turcbwanderer, denen seine Fürsorge galt, stark erhöht, ins besondere, was den Turchgangsvcrkehr auf dem schlesischen Bahn Hof in Berlin anbctrifst. Unter der Fürsorge des Hilssvcrcins passierten: Bert in : Bahnhossdienst des Hilssvcrcins, schlesischer Bahnhof, Ans- und Rückwan derer, I. Januar bis 30. September 1929 31942 Personen. Ihren Weg »ahnten über: stentsch: 1. Januar dis 30. sept. 1929 . . 9-367 Personen, Osnabrück. 1 253 Personen, H a mburg : 1. Januar bis 30. sept. 1929 . 3 400 Personen, Mr einen: 1. Januar bis 31. August l929 . 750 Personen. Jln Büro der Berliner Zentrale fanden ein gehende Beratung und Hilse: 1. Januar bis 30. September 192!». 732 Personen. Ter schlesische Bahnhof wird von 2luswandcrcrn aus oft europäischen Staaten passiert, die nach deutschen, belgischen, sran zösischen und holländischen Hafen zwecks Auswanderung nach Ueberjee gehen dzwz zurückwandern, oder aber kontinentale Reise ziele erreichen wollen. Es handelt sich dabei »>» einzelne Reisende, sowie »in Aus Wanderertransporte, die von schijssgescllschastcn oder jüdischen Emigrationsvercincn organisiert werde». In dem großen saale, de» die Eiscnbahnbehörden dem Hilss verein zur Berfugung gestellt haben, wird den Passanten vor übergehend Untertunst gewährt z sie erhalte» auch dort Er srischungen. Ter Ticnst auf dem schlesischen Bahnhof wird durch drei vom frühen Morgen bis spat nachts tätige Beamte versehen. Te» Auswanderern wird Beratung zuteil, sic werden, wenn es sich als notwendig erweist, an zuständige stellen, Behörden »nd Konsulate in Berlin verwiese». Es erfolgt ihre Ucberfiihrung nach anderen Berliner Bahnhöfen. Mit Angehörige» in Deutschland wie im Auslande werden Berbindunge» herzustelle» gesucht. Wf päckangetegenheiten werden erledigt, inrbc>ondere auch, wo es sich um iÄepäckrccherchen, liegengebliebcnes oder verlorengegangencs (Gepäck handelt. Ucberdics wird für die Isolierung und Behänd lang Kranker gesorgt. Tas Berliner Büro, sowie die Zweigstellen des Hilfsvereins in Hamburg und B r e m c n lassen de» Emigranten weitgehende individuelle Fürsorge zuteil werden, und zwar durch Beratung, Besorgung von Pässe», Bise» »nd Affidavits, durch Jnterventiv neu bei Behörden, Konsulaten, schisfsgcsclljchastcn, wie bei den Angehörigen der Emigranten innerhalb »nd außerhalb Deutsch lands. Ter Hilfsverein übernimnit in besonders schwierigen Fällen die Kosten für längere» Anfenthalt in Tcntschland, für ärztliche Behandlnng, Erholungsknren »Iw. Turchfeine Fursorgetätigkeit trägt der Hilfsverein zur Ent lastung jüdischer (Gemeinden »nd Organisationen in Deutschland erheblich bei. Ein jüdisches Konsistorium in Bremen. Während der Franzojenherrschaft gehörte die sorge nu> eine ordentliche Regelung der kirchlichen Angelegenheiten zu den Obliegenheiten der französischen Beliörden. Analog den Berhältnissen im übrigen Frankreich begann man mit der Bildung jüdischer Konsistorien, von denen dasjenige Wchtsalens durch die eifrige. Tätigkeit des bieheime» Finanzrates und toestfälifchen .gonsistorialpräsidenlen Israel Jgeobsohn am de kanntesten genwrden ist. Im Bezirk der WejärmünduNg ivurde im Jahre 1312 mit der 'Aufstellupg einer Borschlagsliste be gönnen, die die Rainen fokgciider 25 jüdischen Persönlichkeiten answeis«: .1. chumpc'l schw>il>e, Bremen. 2. Lev» Abraham, Breinen. 3. Mojes Aronsjohn, Breinen. l. Meyer siinvn, Ltl»n»ha> 5. Hertz Meyer, Ettersberg «!. Mojes Melier, Achim 7. saniuel Jfaae, Berden 3. Moses Aron, Rotlienbonrg. 9 Jfaae Hahn, Thedinghausen. 10. Lev« Leib, kvelgöime. 11. Jfaae Jacques schivabe, Teli»e„horst> 12. Lev» Jacques schivabe, Barel. 13. Abraham schivabe, Barel. >1. Joseph iSoldschmidi, Oldenburg. >5. Meyer taoldschmidt. Oldenlmrg in. Elias Herz schwabe. Oldenburg. >7. Marens Herz schwabe, Bremerlelie >3. Abraham tsottschald, Hagen. >9. Joseph goppel, Leejjnni, Eanton Begejaik. 20. salonivn Layarus, Bederkesa. Eanton Beverstedt 21. Joseph Abraham, Rienbvurg 22. Herz, Rienbonrg. 23. Marens Valentin, Hoya. 21. Marens Elias Herzel, Rethem. 25. schragenhain, Rethem Diese Kandidaten werden bezeichnet als „choisis paruii les uifs intposes et les plus rernmmcndublt-s du Departement des louches du Weser pour elre nommes au\ ferne tions des notables du eunsistoire tpii sera ultadie » la srnagoxue de la eoininuiie de Bremen". Ans dieser Liste ivnrde.i die neun Erstgenannieu. serner: Jjaac Eoheu, Rothenbourg, und Le'vy Eoheii, süke, als Rotabetn zur Bildung eines jüdischen gonsistoriunts für das Arrondtfie ment auf engere Blahl gegellt. Turch die Besreruiig von der Franzo enlierrjchajl ist de» Bor schlag hinfällig geivorden. Besonders in Breinen ivurde die Israelitische iäeineinde durch die ivieder einsetzende Reaktion völlig desorganisiert und die Absicht der jrauzösischen IKHörden ins Gegenteil verkeilt. Beudir iSunipei schivabe. der an erster stelle der Rvtabelu erscheint, dessen Raine allein ivegen seiner Bcniühuiigeii um das B.rotilergehem feiner ialauböiisqenosjeii zur Zeit des 2'Tieiier »vngreises »uvergesien bleibt, ivurde iuh1) im Jrahre 1321 vom damaligen senatsprasidente» smidl an besohlen „sich der Bezeichnung des Borstehers einer jüdisclien iäLineinde gänzlich zu enthalteii" 22>e jagte doch iäraetz? „Teiltscher Zunftgeist, verbnndea mit verknöct»ertem Lniherlnm, gönnte den Juden das Atmen nicht" Ist es jeitdem viel besser geworden? Schafft jü-ische Jugen-Heime! 'Rach den schweren Bersäuinnissündrii, welche die' Trägheit uuserer Herzen verschuldet hat, dringt de>Ja»sr»iirlude Ruf' der Jngeud^von allen seiten zu »ns: Horen wir ans ihn, ehe es zu spät ist, nähren >vir das Feuer, ehe es verloscht! Tie,Kleinstädte sind verlajje», die l3roßsiad>e nbersüllt. Hilj los treibe» jich vielfach die jungen Leute in den neuen Berhali nisjen herum, gelange« in Kreise, die ihrem Bildungsgrade nicht entsprechen, gehe» Berbindungen ei», die sie vom Judentum losen Laßt »ns eine alte Fvrderiing ersullen, die immer dringlicher geworden ist. Um unser Hans gut zu bestellen, laßt >t»s ein Haus-batten: . . . ein wirkliches Jugendhaus Ta sollen jich die jungen Leute finden und kenne» lernen, sollen jich belehren lassen, rtejrtfiftfcit treiben, ihre Feste feiern. . . 2Lenn >vir es verstehen, Menschen der 2Eeli;» sein, laßt uns darnbe» nicht ver gesjen, Menschen i>» Hein, ,i> sein, 'Menschen im jildischen Heini. Tas Jngcndheiin wird ein wichtiges Mittel fiir den Ren aufbaiz unserer ttzenieinden werden Auch die jüdische Jugend wird, zunächst rännilich, wieder in Beziehung zur itzenieinde ge jetzt, derr, liefen BeSelttliiig der jüdischen itzeineinde für ihr Leben allmählich inneznwcrden. Es ivird danü iniiErfolg niöglich jein, jüdische Jugend organisch in die rzemeinden hincinwachjen z>! lassen. Tie Errichtung des Jngendheinis ist fiir die verantwort lichen Führer unserer ltzenieinden eine dringlich gewordene Ans gäbe. Künftige täejchlechter werden es ihnen zu danken wifjeti, wenn sie Mul uitb Bleitblick in dieser an 'Attslojiingserscheinnngen jo überaus reichen Zeit ansbringen, einen iieuen, aber »nsjichls Los vom Waschtag im Hause! Die Hausfrau denkt heutzutage nicht mehr daran, unnütz Kraft, Zeit und erhebliche Kosten an eine der schwersten Arbeiten des Haushalts zu verschwenden. Es ist ja für sie viel bequemer und auch bedeutend billiger, ihre Wasche in kürzester Frist schnee. weiß gewaschen, schonend behandelt und preiswert nach Gewicht berechnet wieder zur Hand zu haben. Dafür sorgt in vorbildlicher Weise Großwäscherei Hayungs Die Hilfe der Heusfreu! Drakenburger Strafie 36 lansa 1700,1701,1702,1704,1705