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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-09-15 · 12 (15.9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
12 (15.9.1929)
Date
1929-09-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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\ Interessante Kopfe vom flguöa-Kongreß. Fehuda M. Lchapiro. Bor dem Rednerpult sieht ein Mann in seidenem .Stastan und Lamlhnt. schwarze Locke» itmrahnien sei» (Besicht, ans dem stets ein anziehendes Lächeln schwebt. seine Rede wird oft vom stürmischen Applaus der Bersammlung «ntcrbrochc». seine stimme ist machwoll und dringt in jede Ecke des großen Laales. derart, daß die.Lautsprecher abgcslcllt werden müssen, weil sic zur Plage werden. Yehuda M. Lchapiro, der beste Redner aus dem .Kongreß. in jiddischer spräche — iü der chasjidischcn Welt nnrcr dem Rainen „Piotrkvwcr Raw" bekannt — ist der Mann, der mit Geist 51111t Herren spricht. Aber der Piotrkowcr Raw ist nicht nur ein Mann des Wor tes. Er ist in Mathematik und Astronomie so bewandert wie im Talmud und hat mehrere astronomische Abhandlungen in hebräischer spräche verfaßt. Aus.seinen zcrcmonicllcn Funktionen hat er nie materiellen Gewinn gezogen, seine größte organisatorische Tat war die Gründung einer jüdischen Hochschule in Lublin, die seht zu den größten der Welt zählt. Der „Lokolower Raw". - Er hcißl mit seinem bürgerlichen Rainen .V L. Morgenstern und cntslaninit -einem alten Rabbincradcl. Ein glänzender he bräischcr Stilist, beherrscht er auch — was bei Wundcrrabbis nicht oft vorkonimcn dürste — die lateinische spräche und gilt als großer .Kenner der Weltliteratur, seine Rede ist frei von jedem Pathos, »iitnntcr sogar sarkastisch und mit moderncn Ausdrücken durchsetzt, seiner äußeren Haltung und vernachlässigten Kleidung sicht man die Bildung und Größe dieses Mannes nicht an. den Tausende von Anhängern verehren, seine schlagscrtig kcit und sein Ticssinn sei durch eine Antwort charakterisiert, die er einmal einem Skeptiker gab. Als der Rabbi nämlich einmal gefragt wurde, wo eigentlich sich Gott anshalle, erwiderte er ohne Zögern: „Wo man ihn hincinläßt!" , Abraham Alter aus Gora-Kalvaria. Leine Anhänger nennen ihn den „Gcrer Rebbc". Wortkarg und wachsam in allem, was in der Welt vorgcht, sind dit charak tcristischcn Eigenschaften des angesehensten Rabbiners der osl jüdischen Welt. Ter scchzigjährigc Mann mit dem breiten, weißen Bart und dnrchdringciidc» Angen zählt heule mehr als hundert tausend Menschen zu seiner Anhängerschaft und genießt eine Ber ehrung, wie sic nur die Welt der Mystik und Ekstase hxivorbringen kann. Tcnnoch ist sei» Wesen alles gndcrc denn beschaulich. Er gehört zu den aktivsten Führern der in Polen lebelidcn Fuden, dem insbesondere das Erzichnngswerk am Hcrzc»e,1ibgt. Er tut tcrstütztc eine Bewegung^ die darauf hinzicltc, i»u dien jüdischen Elcinentarschulcii — den >ogcnanntcii Ehadurim — ahch die Lehr gegenstände der allgemeinen Bolksschnlc» mit cinznhezichcn, und gab sogar seine Zustimmung zur Gründung eines weltlichen Gym »asinins in Warschau für die Mädchep orthodoxer Fgmilien. Tic Anstalt erlangte auch bald das Tcsscntlichkcilsrccht. Aron Lewin, der Rzeszower Großrabbi. Ter Großrabbi ans Rzcszow gilt als der beste Redner im ,polnischen Parlament und ist der einzige Akademiker unter den große» Rabbis. Bor ungcsähr zwanzig fahren absdlviertc er die philosophische Fakultät der Wiener Universität, ohne jedoch de» Toktorlitcl zu erwerben, da ihm sonst der Weg zu ckwssidischem Ruhm versperrt geblieben wäre. Tbwohl er erst fünsnndvicrzig Fahre alt ist, sind seine Haare bereits grau, was die Gesami erscheinung dieses Mannes, der in Horm und Bewegung an einen Tiplomaten erinnert, nur noch interessanter macht. Ta xr sowohl Schriften in polnischer Sprache versaßt hat, die litcrarilch wert voll sind, als auch mit jüdischem Wissen vollgesogen ist, stellt er eine wunderbare Synthese von europäischer Bildung mit streng traditioneller jüdischer Mitltiir dar. Israel Friedman», der Ezortkowcr. An Macht und Ansehen dem „Gercr Rebbc" ungcsähr gleich stehend ist Großrabbincr Israel Friedman» ans Ezortkow. Er ist nicht als siebzig Fahre all, von peinlicher Lanbcrkcil. großer Eleganz, und seine Anhänger nennen ihn den „klügsten Man» der Welt". Leine Wohnungsoll für besonderen Luxus und große Bornchmhcit zeugen. Bezaubernd und von majestätischer Größe ist seine äußere Ersitwinung. Leine Gestalt ist groß und schlank, ei» kurzer, weißer Bart und Lilberlocken »mrahmcn das bleiche Gesicht, aus dem große, schwarze Augen melancholisch leuchten. Leine Hände sind schmal und blaß. Leine Lprache ist gewählt und von rührender Frenndlichkril. Man erzählt von ihm, daß er kaum eine Mahlzeit im Tage cinnimmt, von Fleischsz»eisen sogar sich seit Tezennirn enthält. 'S Ich enthebe SiederSorne ' um die Aufbewahrung Ihrer Möbel für kurze und längere Zeit durch meine modernen massiven Kabinenlagerhäuser mit Einzelkabinen und Original-Peltj- Stahltüren nebst Tresorschlofj mit den neuzeitlichsten Einrichtungen versehen. FriedrichBohne Stadt, und Farn-Umjüga Fri.senjt, 28-JO Hansa 90, 95. 97, ISO Gegründet 1813 { Jta0\6cr Hemeinüe Bremen / Tie nächste Ausistsb/des jüdischen lkemeindeblailes erscheint am l. Oktober. Redaktivuss^liiß September. Beiträge fnrde» lokalen Teil iind>»mi die sckuifileiinng des -Fiidischen Gemeiiidcblatls, Breme»,'Gartenstraße 7". zu senden. 1 | Gebetzeiten der Israelinschep i c' E Gemeinde Bremen. N & F» Se»w«»,r»»2» SAU M8» 7 18- 15 60 äi 7 18*' 1« Mo. li 7 18 X 17 -Pi. 12 7 18* 18 MI i:t 7 18- 111 Pp. 14 7 18-?0 -Zr. 15 8 18in-- 21 Co II» >h-\:t0U»iiu <\. .Mloi. .'«> » >Vtftniiih Iktcf 8 imb 1 7 18 22 6p. 17 7 18 n Dtp 18 7 18 24 Pi 1« 7 18 25 M> 20 7 18 2t> Pp 21 7 18- 27 ■Sr 22 8 18" 18- 28 6a 2:1 ttl.UHwm StairUritiV "tvl. i‘> M 1 JVlilübih .Vi.hl M. IWulNii.» II- 18 Tlntunvi b.vr lutwus 211, 6p 24 6 (uhtiiK* I b- 18 :to JKp. 25 c lutviu*? 2 Amtliche öekanntmachungen -es Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Sremen. Bekanntmachung. » Fn meiner Privaiwvhnnng habe ich jebl den Feinspieä, Anschluß: Tomohcidc 2:l!l72. M a x M ä r I r e i ch , .Kohlholein, in. Ausgabe von Platzkarten für den Gottesdienst an den Hohen Feiertagen. ' Tic Abholniigssrist für die Platzkarten ist bis zum 2.7. September verlängert worden, Hvecks .Starten-Ausgabe bleibt unser Gemcindrbureau auch Lonntag, 22. Leptember, vom!> bis 12 Uhr geöffnet. Brrfuche, unser Bureau zur Bevorzugung bei der Platzzuteilyng zu veranlassen, sind zwecklos. Tic Listen sind seit Ende August srrtiggcstrllt, und zwar in der üblichen Reihenfolge der Mitgliedschaft. Bremen, lö. Leptember l!»2!t. Ter B o r ft a n d. Glückwunsch-Ablösung l!t2!« .',l!!»>. Anläßlich des Rcujahrsfestrs werden spenden zur Enthebung von schriftlichen Glückwünschen cnlgcgcngciiommen. Ter Ertrag wird dem jüdischen Wohlfahrtsamt zngcfiihrt: die Bekanntgabe der Raine» der Lpcnder erfolgt im Fiidifchcn Gemcindeblatt. Glückwunsch-Ablösungen lvcrdcn bis znm 2.',. Leptember ins Gcmcindcburcau, Gartenftr. 7. erdeten. j■ Breincn, 2fi. August l!»2!t. Ter B o r ft a n d. i Gottesdienst an den Hohen Feiertagen. Für junge Leute, die in 'Bremen nur voinbeigeheiw m wesend sind, er folgt die .Kartenansgabe am Lonntag. 2!». Leptember l!l2!t. von!t >2 llhr, im jüdischen Gemcindeburea», Garienslr 7 F» Bremen ansässige Fnden, die »nseiei läemeinde mutt nicht angehören, werde» hiermit anigesoideit, ihie Miigliedj.li.tli unverzüglich anznmelden. ' Bremen, I.Y Leptember I!>2!i. T e r B v i st a n d. Gemeinnütziges Bestattungs-Institut QermanlaatraBe 84- / Telephon Roland 1147 Abteilung Sti Waller-Heersirafje ilnhauerei Telephon Roland 10642 Abteilung Pastor^nweg Telephon Roland 1589

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