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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-09-15 · 12 (15.9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
12 (15.9.1929)
Date
1929-09-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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OUf Sitjithf 'WHt’llttfjlvtfttt’jltM’ ^owfffWi<5W WHf fyflHtt'ltHtytwif WotfUmum & $w#&w- U-iilv'U-H l-T. IKauucv, avvUU'u und Minbee, in einem Hause ton jenwteit, mehlere stunden loitfl bi*;n»i Eintressen des brili scheu Militärs dein"arabischen Mob Widerstand, Hier zeichnete iich hejottdeis -Fudah Eppel ans Wilna ans, der seinerzeit nach Palästina anstvandene, als die polnijctW Regierung vor acht Fah >eii die Maiiatres der t'r'lnischen Soldaten gegen die Hilden von i-öi11ui nichts Verbindern tonnie, Hariniv nnd Hnlda sind fast voll »andig avgevrannt Besonders tapfer hielt sich auch die.Kolonie Beil) Alpha, Ehatakteltttitch in, das; die Aiaher, nirgends Positionen äuge gniie» baden, von denen twkannt war, daß die jüdische seldslver teidignng dort gut organitiert ist, sie grissett mit Borliebe iso liette iU'Oliiiuieii und jene stadle an, in denen die :Keflienuifi einen jüdischen selvtischntz nicht znließ oder wo ein solcher selbst >ch»N nberbanpt nicht erisnerte, des sind aber auch Hölle von ara btschei» Heroismus bei der Verteidigung angeririsjener ^»den be tonnt geworden, ,'mi Hebron »nd anderswo lind '.'lraber, die die ^»den veueidigte», verlebt worden, Man bat jeb> dlenninis von Briefen provokatorischen Inhalts erbalten, die der t^roß '.o>nsti von Fernsalent »nd samt»», der Sohn von Mnja Kazim Pascha, dein Präsidenten der arabischen Eiekniive, an die '.'lraber i»i ganzen Lande geschickt haben, Ter i'hoit n>»iii ries die Glätthigen s»r dzti Freitag nach Fernsalent, obwohl dieser rag keinessalls ein hoher Feiertag war,' samnt» liebte dierelt zn Angrissen ans Ariden, Das indische Palästina ist in heller Empörnng gegen die britische '.'ldininisiration, ihre Falschheiten nnd Bertuschnngen, aber tiietnand vredigt Hast gegen^die Araber. Das palästinensische Fu Seizinm erachtet so lange Vetu'it nnd Eigentum in Gefahr, bis nicht dnrchareiiende Aenderungeu in dein Personalstatns »nd im Weifte der Adntinistration vor sich gegangen sind. die große Kundgebung -er Jewish /lgencp in deutschlanü. Tao Fudcntum wird sein friedliches Aufbauwerk in Ercz Israel mit unverminderter Energie fortsühren. B c v I i », (FTA.) Tie deutsche» Mitglieder der „Irwish Agenen snr Palästina" hatten für Tonnerstag, 5. September, abends, nach dein Bachsaal, Liitzowstraße, zn einer Knndgebung anläßlich der Ereignisse in Palästina geladen. Lange vor Beginn der Kundgebung waren Saal niid (Valerien überfüllt, so daß für viele Hunderte Besucher, die nicht mehr Einlaß finden konnten, im Tchivechlen Saal eine Parallelversainnilung abgehalten werden mußte, Tie Bersanimlnng im Bachsaalwar ^von Direktor Tskar Wassermann, die im schwechtensaal von Kommerzienrat t^erson Timon geleitet. Beide Kundgebnngen machten a-if die zahlreiche KnHorerschaft einen sehr tiefen Eiildrink, -.'lls erster Redner, ergriff dann R abbin er D r, B a e ck das Wort: Unser tiefstes Empfinden, sagte er, wendet sich den Brüdern »nd Schwestern in Erez Israel z», die für Kidnsch Haschem ihr Leben gelassen haben. Aber Mitleid allein ist wesenlos, ja unmoralisch, tvenn es nicht den Menschen einporhebt in die Sphäre der Tat, Tie Arbeit lvird sortgesührt (spontaner, langanhaltender Beisalll die Hilfsbereitschaft wird sich verdoppeln, Tskar Wass.ermann führte aus: Das Unglück ist geiibeben, die 'Tpser sind gefallen, Wir beklage» sie tief, aber wir dürfe» uns nicht ans die Trauer beschränken. Wir wollen »ns »ich! im geringsten TJo» der Fortsetzung, intensiven Fvrtsetzung des Werkes M'ringen lassen. Die englische Regierung hat Berpslichtnnge» übernoinmen. Wir müsse» verlange», daß diese Berpslichtnngän lopal ersiillt iverden. Mit vermehrten .Mlüfte» ivollen Nur den Aufban betreibe», Tie jüdischen Siedler haben sich tapser verteidigt, ihre Vermehrung, erhöht ihre Sicherheit, Wir ivollen das llusrtge tun, um die jüdische Einwaiideruug »ach Palästina so zn sleiger», daß sie in absehbarer ^eit ihre Sicherheit in sich selbst findet. Wenn die »beitbeit der Welt das ihrige tut, dann gelingt eS nnd dann werden wir ivie Nehemja sagen: Tnrch de» Beistand (Lottes, durch den jüdischen (Rist, ist dieses Werk getan worden, ,'i » r t B Ininenfeld, Präsident der F, B, f, D,, führte ungefähr ans: schweres haben wir erlebt, aber die Verantwor- 4. tung für das Werk wurde dadurch nur gesteigert. Wir erleben jetzt die dritte Heimkehr, Ewiges erstreben wir, und wir erlebten die Einigung der ganzen Fudenheit, Auch die erste und die zweite Heimkehr sind nicht ohne Tpser vorübergegangen. Auch die Ovfer von heute sind für uns gefallen. .Wir sühnen ihren Tod, indem wir den Lebenden helfen. Wir sind nicht von Gefühlen d»r Rache beherrscht, wir wollen eine Verständigung mit den Arabern. Wir wollen eine geeinte jüdische Welt, Wir wollen Prüfung Reinigung, wir wollen eine neue Auslese. Unser Gelöbnis tst: Hilfe - durch Aufbau. Damit Helsen wir uns, Professor Franz Tppenheimer führte aus: Eine elementare Katastrophe ist über Palästina hereingebrochen, eine Naturkatastrophe, wie Sturm, Meer, Feuer, Hüten wir uns vor Haß, Aber wir wollen nicht feigen Uebersall vergeben, wir sorder» Recht, Die Täter, die.Berantwortlichen sollen der verdienten Strafe zngeführt werden. Wir fordern weiter, daß die Macht, die nus nicht schützen konnte, uns die Möglichkeit gibt, uns selbst zu schützen. Wir haben ein Recht auf das Land, das uns zugesprachen wurde, aber auch eine Verantwortung für die Bewohner, die uns mit dem Lande anvertraut wurden. Hütet euch vor Haß! Tr, Friedrich Brodnitz formte seine Rede zu einem Bekenntnis seines Kreises, insbesondere der n i ch t z i o n i st i » scheu jüdischen Fugend in Deutschland, zur jüdischen, Einheit und zum jüdischen Werk in Palästina, Im Banne der furchtbaren Ereignisse in Erez Israel, müssen wir den Blick nach vorwärts richten. Dieser Augenblick findet das Judentum geeint. Wir haben den Ruf der Fewish Ageney begrüßt und sind ihm . gefolgt. Unsere Bedenken, daß ivir dadurch wertvolle Kräfte bet Arbeit im deutschen Judentum, das um seine Existenz kämpft, entziehen, haben wir überwunden: für Begeisterung und Opferbereitschast gibt es keine Grenzen: dieses wie jenes kann getan werden, Ei» starkes Gefühl der Liebe zu Erez Israel geht durch die ganze jüdische Jugend, Wenn wir die Einheit im Judentum erstreben, wünschen wir kein Aufgeben von Ueberzengungen, kein faules Kompromiß. Aber wir sind der Schlagworte müde. Wir ivollen gemeinsam für den Aufbau kämpfen, das sei das Gelöbnis dieser feierlichen Stunde. . Tr, Alfred Klee: Tpser sind gefallen, aber wer wagt es, von „Katastrophen" zn reden? Keinem Volke fällt die Freiheit in den schoß, Ter Tberkommissar Chaneeller nannte die Schnldigen eine „verbrecherische Rotte", Damit ist nicht das arabische Volk gemeint. Es gibt in Palästina Tausende arabische Menschen, bie von diesen Verbrechen abrücken. Wir sind nicht Feinde des arabischen Volkes, aber Feinde von Unkultur. Verbrechen inüsfen gesühnt werde)!. Aber auch bei nus ist Selbstprüfitng notwendig, Hätten wir unsere Pflicht stets erfüllt, unsere Kräfte verdoppelt, es lebten heute 400 000 jüdische Menschen in Palästina, Und dann wäre das Entsetzliche nicht geschehen. Aber nun gilt es, die doppelte Kraft anznsetzen, bis der Tag der Freiheit kommt. Alfred Lisser, Vorsitzender der Repräsentantenversamm ln»g der Hamburger Jüdischen Gemeinde, erklärte es als ei» Glück, daß nun Iionisten nnd Nichtzionisten geeint sind und mit vereinten Kräften das Werk weitersuhren werden. Eröffnung -er zweiten Kneffio Geöaulo. W i e». (FTA.) Am Dienstag, lO, September (.'», Elul), nachmittags, wurde in Wien die zweite Knessio Gedaulo (Kongreß der Weltorganisation Agndas Fijroel) bei Anwesenheit von Hunderlei! Delegierten und zahlreiche» Gästen feierlich erösfnet. Unter den Telegierten befinden sich etwa lät) Rabbiner, unter ihnen die höchsten Autoritäten auf dem Gebiete des religiösen jüdischen Schrifttums, sowie eine Anzahl proininen'er Rabbis, die in der Ehassidini-Well hohe Berehrnng genießen. Ter Vorsitzende des Geschättsführenden Anslchnsses der Agn das Fisroel, Rabbiner Tr, Pinchas Kohn^ erüsfitete den Welt kongreß mit einer feierlichen Ansprache, in der er die zweite Knessio Gedaulo und insbesondere die hohen religiösen Autors täten begrüßte nnd in einem feierlichen „Fiskor" der zahlreichen jüdischen Märtprer gedachte', die in den letzte» Woche» in Palä stina für Kiddusch Haschem (Heiligung von Gottes Name») ge fallen sind. Es folgte ein vom Vorl>eter gesprochenes.,.El mole rackmmiin" (Gebet an frischen Gräber»), das alle Anwesenden zn Träne» rührte. Rabbi Lewin aus Rzeszow schilderte ausführlich die Vorgänge in Palästina und erhob flammenden Protest gegen die An «risse arabischer Horden ans bifc Inden in Palästina, die »nr friedlicher Arbeit nnd sroinme» Tate» leben wolle». Er beklagte den Tod so vieler Juden, die von den Arabern grausam abge schlachtet wurden. Unter diese» Toten waren arbeitende Juden, Rabbanim, Iaddikiüt und thorabeslissene Jugend, Während der Rede von Rabbi Lewi» spielten sich erschütternde Szenen ab, auch die löO aus dem Kongres; anwesenden Rabbiner konnten sich der Träne» nicht enthalten, , iEs solgten Ansprachen des Rabbi von Ezortkow und des „Gerer Rebbe", die die Versaininlung segneten nnd ihr große Resnltaste wünschten. Hieraus hielt Tr. Nathan Birnbaum ein Referat über die religiöse Krise der heutigen Menschheit. Herr Iaeob Roseiiheim (Franksurt a. M.) sprach über die Kiele der Weltorganisation Agudas Fisroel »nd deren Einheitsgedanken: „Thora - Erez—Fsrael". Beide Referate wurden mit großer Spannung angehort.

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