Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 53 (31.12.1937)
- Date
- 1937-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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OFFIZ! Nr. 53 / 31. 12. 37 DES D ieHeaft 7FIZI ELLES ORGAN DES „SCHILD", PSPORTBU REI ipLLES ORGAN DES „SCHILD", PSPORTBUND CHSBUNDES JÜDISCHER FRONTSOLDATEN Sportbund~Bi(anz 1937 Von Kam. Walter Beck, Gtschäflsjührer des Sportbundes „Schild" „Wir wissen nicht, was uns das kommende Jahr bringen wird, wohl aber glauben wir uns eins mit allen unseren S >ortkameraden und Sportkameradjnnen in der esten Absicht, auch weiterhin alle unsere Krältc einzusetzen zum Wohle unserer jüdischen Jugejnd.“ So schloß ich in der „Kraft“ vam 11 Januär meinen Artikel „1936 — ein Rückblick“. Heute wissen wir nun, was uns das Jahr 1937 gebracht hat. Es war füi uns alle ein schweres, aber erfolgreiches Ji hr. Selbstverständlich, die persönlichen Not: und Sorgen jedes einzelnen sind nicht gerin jer geworden, aber auch in diesem Jahr Itonr ten wir unser Ziel, für die jüdische Jugend zu arbeiten, in dem uns möglichen Ranmen verwirklichen. Ein höheres Ziel gibt es für uns Juden in Deutschland kaum noch, dem, alle unsere Kräfte müssen darauf abgestell: werden, der jüdischen Jugend eine neue Zukt nft zu weisen, sie geistig und körperlich zu stärken und sie hart zu machen für den komm :nden Lebenskamptf. Daß diese Zukunft aufs engste zusammenhängt mit der Fragt der Auswanderung versteht sich n ich der Lage der Dinge von selbst. Genau so, wie ein Sportverband niemals sich allein zu (lunsten Irgend welcher Spitzenkönner betätigen darf, sondern immer die Gesamtheit aller Ve einsmitglieder bei seinen Maßnahmen im Aug! haben muß, genau so darf auch die jüdische Deffentlichkeit nicht zögern, unserer jüdischen Jugend in allen Phasen ihres Lebens zur Siite zu stehen. Starke Auswanderung Die Auswanderung der Splortkameraden,. die schon in den vergangenen Jahren sehr stark war, hat insbesondere in diesem Jahre einen noch größeren Umfang angenommen. Zu Tausenden haben unsere S[ ortkameraden und Sportkameradinnen sich m der Fremde eine neue Heimat gesucht, Wir haben, soweit es in unseren Möglichkeiten la j, sie hierbei gefördert und unterstützt, und wenn wir dies auch in aller Stille und ohne große Worte getan haben, so dürfen wir doch mit Freude die Anhänglichkeit und innere Verbundenheit unserer Ausgewanderten mit uiserem Sportbund noch aus weiter Ferne verzeichnen. Das zeigt uns aber auch, daß unser: Erziehungsiarbeit, die nicht auf „Schlagv orten“ oder „Richtlinien" beruhte, richtig und darum auch erfolgreich war. Vyie groß dies e Auswanderung ist, wie stark aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unserer Mitglieder sich bewährte, das beweist die Tatsache, daß in fast allen Haupt- und Großstädten in Uebersee sich zahlenmäßig oft recht starke Gruppen unserer Schildspo rtler zusan mengefunden haben und sich auch dort gegenseitig raten und helfen. So zählen wir allein m New York weit über 100 ehemalig: Sportbund- Mitglieder. Auch in ihrer muen Heimat bleiben sie alle wenn nur irgend möglich bei ihrer sportlichen Betätigung. Wiederholt haben sie in den' Verschiedenste n Sportarten sich erfolgreich durchsetzen köi nen. Nur in diesem Zusammenhang erinnern wir jan den erfreulichen Erfolg unserer Gretcl Bergmann, die wenige Wochen nach ihrer Uebersiedlung schon zweifache jyieisterin der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika weiden konnte. T- AIs wir kürzlich in der „Kraftt“ ein Bild einer jüdischen Fußball-Mannschaft in Cali (Columbien) brachten, die zum großen Teil aus ausgewanderten Schildsportlerh besteht, da mag 1 vielleicht mancher zum, erstenmal erfahren naben, daß es diese Sjtadt überhaupt gibt. Für uns aber war dieses 13ild ein Beweis sportlicher Verbundenheit über alle Grenzen und Meere. So grüßen wir an dieser Stelle unsere Jun£ wo sie auch sein mögen. Wir sind daß sie auch in schwerem Kampf denn auch ungs utjd Mädels, überzeugt, um neuen JBC,, Berlin" baut vergeblich schöne Mauern, das Torverhältnis macht Wiesbaden zum Turniersieger. Zu Rasensportier au) Winterfuise ' Bild: Dzubai Lebensraum sich durchsetzen werden! Trotzdem Bestand gehalten Uns, die wir für die sporttreibende jüdische Jugend arbeiten, stellt diese Auswanderungsbewegung vor neue Aufgaben. Erfreulicherweise ist es der Zusammenarbeit aller gelungen, die Lücken, die diese Auswanderung in alle Vereine gerissen hat, zjum großen Teil auszugleichen. Eine umfangreiche'Werbearbeit, bei der wir nicht mit papiemen Versprechungen arbeiten, sondern bei welcher wir gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen ist, so hat doch die Schlagkraft unseres Sporirbundes nichts eingebüßt. Im Gegenteil! Sowohl organisatorisch als auch sportlich haben*-* wir unsere Arbeit vorwärts .bringen können. Die organisatorische Arbeit unserer Vereine und Landessportverbäfide hat sich verstärkt ünd vertieft, die sportliche Arbeit hat das Ziel_ ergeben, auf das wir stets hingearbeitet haben: Sportliche Förderung des Nachwuchses unsere sportliche Arbeit für s ch selbst der Wettkämpfe unserer Jugend-Mannschaften. sprechen_ lassen konnten, brachte erfreulich * Aus den Kreisen dieses Nachwuchses schälten Sich Könner heraus* die schon in diesem Jahr starken Zugang, hauptsächlich aus den Kreisen des Nachwuchses, so konnte der I Sportbund in seiner Oesamtheit seine Mitgliederzahl von 21 000 auf der Vorjahrshöhe halten. Dagegen wurden verschiedentlich einzelne unserer Vereine, welche nicht mehr voll arbeitsfähig .waren, mit leistungsfähigeren Vereinen zusammengelegt. Hierdurch und durch die Unterstützung der großen Vereine war es möglich, auch zahlreichen kleinen < jemeinden die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung zu erhalten. Wenn auch die Zahl unseier Vereine Immer stärker wurde die Zahl unserer Jugend-Abteilungen und damit auch die Zahl zur. Spitzenklasse unserer Besten in vielen Sportarten aufrücken konnten. So konnten wir z. B. kürzlich an dieser Stelle feststcllen, daß allein in der Leichtathletik von acht unserer neuen Reichsmeisterinnen fünf noch Jugendliche waren. Diese Jugend füllt auf immer breiterer Basis die Lücken aus, die durch Auswanderung oder Aelterwerden unserer Spitzenkönner entstanden sind, und verstärkt damit auch erfolgreich unsere Reichsmeisterschaften. TrotzSdiwierigkeiteiierfolgreicfieReidismeisterschaften Die Sportarten, in denen wir Reichmeisterschaften durchführten, erhielten eine Erweiterung durch die erstmalig in diesen) Jahr am 31. Januar in Hamburg aurchgeführten Reichs- Tummebterschaften. Diese Meisterschaft war ab erstmalige Veranstaltung nur auf die Spitzenklassen der Männer beschrär kt. Trotzdem war das Mekieergebnis gut uid die gezeigten Leistungen standen nicht nir bei den Siegern auf beacht Aiswerter Höhe. Die Durchführung dieser Turnmeisterschafteni gab der ganzen Sparte einen erfreulichen Aifschwung. Die Landessportverbände erkannten auf Grund der Ergebnisse die Notwendigkeit, sich mehr als bisher für das Turnen zu interessieren. Wieder einmal wurde die alte Talsache bewiesen, daß jeder Sport nur dann erfolgreich vorwärts gebracht werden kann, wenn er wettkampfmäßig durchgeführt wiiid. Diese wettkampfmäßige Durchführung des Turnens lipß Anfang dieses Jahres und auch früher vieles fcu wünschen übrig. Die Verantwortlichen, an der Spitze der Reichsturnobmann, setzten daher alle ihre Kräfte ein. Die. Zahl der Städtewettkämpfe vermehrte sich| im Laufe dieses Jahres erfreulich, ln Vortu'ner-Lehrbriefen und Richtlinien wurde auch die wettkampfmäßige Förderung der unteren Turnklassen angeregt. Unsere nächstjährig|en Reichsturnmeisterschaften, w.elche diesmal auch für Frauen offen sind, werden zweifellos die Fortschritte beweisen, welche in diesem Jahr erzielt wurden. Unsere Reichsmeisterschaften im Schwimmen, die am 28. Februar in Hindenburg ausgetragen wurden, zeigten, daß auch diese, wohl am stärksten durch fast völligen Mangel ah Schwimmöglichkeiten zurückgesetzte Sparte, nach wie vor äußerst lebendig ist. Hier mußte intensives Einzeltraining, oft genug nur der gute Wille an die Stelle sportlicher Wettkämpfe treten. Rund siebzig ausgewählte Teilnehmer an unseren Schwimm-Reichsmeisterschaften bewiesen den, ungebrochenen Leistungswillen unserer Schwimmer und Schwimmerinnen. tyas wir aber wirklich auch in diesem Sport und trotz aller Schwierigkeiten zu leisten im Stande sind, bewies die Veranstaltung des JSV. Breslau am 31. Oktober deren Ergebnisse sicherlich noch in aller Erinnerung sind. Auch hier wurde^ wiederum der Beweis geführt, daß die Schwimmer und Schwimmerinnen unseres Sportbundes allein führend im jüdischen Schwimmsport Deutschlands sind. So manche zur Förderung unseres Schwimmsports geplante Veranstaltung ist leider nicht durchführbar gewesen, aber trotzdem wird auch in dieser Sparte mit ungeminderter Kraft gearbeitet, wurden mehrere' neue Bestleistungen aufgestellt. Ad