Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 53 (31.12.1937)
- Date
- 1937-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4911661-5448596-5449737--357-4916466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I! ' (143 2) wurde das Joch der Volker von Israel genommen und das Volk Israel finjg an, in Urkunden und Verträgen zu schreiben: Im Jahre Simons des Hohepriesters, Feldherrn _und Führers der Juden.“, (I. Makk. 13,36ff.) Die Dreiteilung des neuen Königsamtes ist damit aufgezeigt. Die Autorität d.er neuen Hohepriester-Fürsten beruht 'auf der Gründung des neuen Staates und auf deren kriegerischen Erfolgen. In der Folge wirken sich die Parteien der Pharisäer, und der Sadduzäer und ihre Gegensätze zunehmend auf die' innere Entwicklung aus, die immer deutlicher durch den Machtkampf zwischen der pharisäisch-schriftgelehrten Gerujie (Aeltesten-Rat) und dem kriegerischen, vom pharisäischen Standpunkt aus unwürdigen— Hohepriester - Fürsten bestimmt wird. So jnuß Johann Hyrkan einen Aufstand "Blutig ni^derschlagen, Alexander Jannai harte und langq Kämpfe mit den Pharisäern führen. Blutigeiruderkriege unter den letzten Makkabäern führen zur Einmischung der, Römer, •vur Einbeziehung Judäas in das Römische ■Reich unter Pompejus bei jüdischer bezirksweiser Selbstverwaltung. Nach der Schlacht bei Pharsalusl (9. 8. 38 yj und dem Tode des Pompejus! unterstützten die Juden (Hyrkan und Anti^ater) Casar und sandten ihm unter Antipaterä Führung ein Hilfsheer nach Aegypten.! Rom schließt einen Bündnisvertrag •mit den Juden. Tatsächlich untersteht freilich Judäa der Oberhoheit der Römer. Die Gestalt des Merodes, dessen Charakterbild in der Ge- ••chichtc s chwankt, beginnt, in den Vordergrund zu treten. Vom Senat Tn Romi holt er 'ich die (önigswürde, aber sein Reich muil er sich er t in dreijährigen schweren Kämpfen -elbst erobern. Ein ntiuer Hellenisierungsver- 'bich am lidentum beginnt. Soi werden unter Merodes; bgesehen von babylonischer Juden! r e ui d e Söldner ii der Armee bevorzugt, die Komrrandosprachejund auch die Beamten- 'nrache si id griechisch, Seiner diitigen Regierung folgen jschwerc Wirren unter seinen Tsachfolgern. bc Judäa •■uter Aug istuWein Teil der römischen Provinz .'\\cien wiid, deren Statthalter in Cä$area jeweils \om Kaiser ernannt wird. (6n. d. gew. Z.) Trotz der, l’eberführuiig Judäas in “das römische Proiiinzialsystem j verbleibt jedoch den luden nocji_eine gewisse Selbständigkeit; da die Juden inicht iin Kriege von den Römern besiegt worden-sind, können sie nicht rechtlose- Untertanen (dediticii) sein; das im Jahre Ibl v. d.j gew. Z. geschlossene und durch Cäsar 47 [erneuerte Bündnis besteht formell bis zum (Jahre 70. Der Hohepriester steht an der Spitze Iler Organisation der Juden. Im Gegensatz zum königlichen Amt; darf er krinc Truppen halten, nur die Gerichtsbarkeit "ird ihm; ais dem Vertreter des jüdischen Volkes übfcrlassen. Seihe Ernennung «berträgt ■'er Kaisej seinem “Prpkurator. bis im Jahre II Kaiser; Claudius den Enkel des Herodes Agrippa I., zum Herrscjher über das ehemalige Reich seinles Großvaters macht. Er und seine Nachfolge#, Herodes; von Chalkis und Agrippa II, erhalten nun das Recht, den Hohepriester ztj bestellen. Erst mit der Zerstörung Jerusalems verschwindet das Hohepriestertum, <1. h. die Von Rom anerkannte Vertretung der Juden im Imperium, und als im Kriege Unterworfene werden die Juden „dediticii“: rechtlose Untertanen Roms, das eine politische Repräsentation der Juden nicht mthr will. Nach dem so unglücklich geendeten, wie mit höchster Tapferkeit geführten jüdisch-römischen Kriege würde' nun noch diel blutige Episode dfcs heroischer Bar Kochba-Aufstandes in den Rahmen unsjerer Betrachtung fallen. Wir glauben bereit?* gezeigt zu haben, daß Zuckers Buch sehr j vieles enthält, was für den wehrteschichtlici interessierten jüdischen Leser vonr hohem Wert ist, naturgemäß über das hier Erwähnte hihaus sehr viel mehr, was dieser Aribeit Beachtung sichert. > Magister-Kirsch 4 Aus einem Kriegstagebuch tt’ir geben hier einen Auwchnitt aus <len Kriegsaufzeichoungefi des . Kam. Fritz Kahn, Paderborji. wieder, die sehr lebendig die Zeiten an der Front erstehen lassen. ... „Zerrhaitnes“ war ein Original, in der ganzen Kompagnie nur unter diesem Spitznamen bekannt. Er gehörte seit Mai 1915, wo ich vom Landsturm-Bataillon zum Reserve- Regt. 13 gekommen war, zu meiner Korporalschaft. Er nannte mich immer, wenn er, was nicht selten vorkam, einen über den Durst -getrunken hatte, seinen Lebensretter. Ich hatte ihn ausgegraben, als im Juni . 1915 unser Graben am Chemin des Dames gesprengt und er dabei verschüttet wurde. Die Sprengung geschah abends um 11 Uhr als Revanche dafür, daß wir; 2 Tage vorher auf Befehl der Diviston den feindlichen Graben gesprengt hatten, und verwandelte unsere schön und stark ausgebaute Stellung in einer Sekunde auf eine Länge von 30 Metern in ein1 einziges Trümmerfeld. Wegen der Sjjrengungsgefahr war der erste Graben nur schwach besetzt. Ich hatte Grabenpatrouille und \|ar in dem Augehblick von der Sprengstelle nui* 20 Meter entfernt. Zerrhannes, der als Posten auf der Brustwehr stand, ragte noch mit dem Kopf heraus. Die starke Erderschütterung wurde auch in dem 20 Minuten entfernten Cruy gespürt und alarmierte die Kompagnie, die mit dem Kompagnieführer, Leutnant Bröhl| herbeieilte. Als sie ankam, halte ich Zerrhannes gerade frei bekommen. Wir arbeiteten unter dem Störungsfeuer des Feindes die ganze Nacht und hatten bis morgens 10 Uhr al|e geborgen, darunter drei als Leichen. Daß ies nicht, immer gelang, alle Verschütteten zu bergen, davon zeugte ein Kreuz, das im Bereich unserer Nachbarkompagnie auf einer alten Sprengstelle angebracht war, mit der Aufschrift: „Hier ruhen 2 tapfere Krieger“. Zerrhannes spielte Mundharmonika und leitete in Cruy unsere Hauskapelle, die Begleitmusik machten 3 Mann auf Topfdeckeln und selbstgearbeiteten Instrumenten nach Art der Singenden Säge^ Einen schlimmen Fehler hatte Zerrhannes; —; Er biß. Nicht im Streit oder aus Bosheit, sondern m. E. aus reinem Uebermut. Wenn er biß, war er gut gelaunt und lachte, als wenn er einen guten Witz ge macht hätte. Selbst ein Schlag ins Gesicht, den er im Anschluß daran kriegte, konnte ihm die gute Laune nicht verderben. Wir kannten diese Angewohnheit und sahen uns vor, bei mir hat er es merkwürdigerweise nie versucht, obwohl es ihm nicht darauf ankam, auch mal einen Vorgesetzten in den Arm zu beißen. Sonst war er ganz normal, obwohl ein bei unserer Feldküche beschäftigter Mann, von Beruf Metzger, immer behauptete, er sei „total meschugge“. Dem Berliner Schauspieler Harry Waiden hat Zerrhanhes mal den Arm blutig gebissen. Waiden war bei den Pionieren, die zwischen Cruy und Chamouille lagen. Die Stellung war ein beliebtes Ziel der Artillerie. Einige Pioniere, darunter Harry Waiden, waren unserem Bataillon zugeteilt; sie trieben einen Stollen unter den 30 m von uns entfernten feindlichen Graben. Die Mitarbeit bei uns war freiwillig und wurde besonders bezahlt. Auch Zerrhannes war einer der freiwilligen Arbeiter; das Geld war eine willkommene Zulage für seine alkoholischen Bedürfnisse. Der Stollen war 60 bis 70 cm hoch und auch ebenso breit. Nur ein Mann konnte immer im Stollen arbeiten.'; Er füllte die vorn losgestochene Erde in einen Sandsack; wenn der Sack gefüllt war, kroch er damit zurück und ein anderer* kroch hinein. War genügend Erde herausgeholt, wurden die vier Stollenbretter davorgesetzt und ineinandergeschoben, um ein Nachstürzen der Erde zu verhindern. Es entstand so eine 50 bis 60 cm lange Kiste, die bis (en :1 it a gte, unter Gearbelt brechul er gel; Dynam gebrac" Die K verbun wurde, zündet es konjr werden. der Fe daß urft er eim betrieb: ab. Wi liehen Daß unter s erlebt, und s. arbeite 5 oder einer heimlich sitzendas Ol auch Zeit d darunter Leute, stand, Auf ich auf Erst Streich nach, kamen. Iabyrin Wester l: auf fr« i Einschip; worum ihnen dain gn m< i; d< cl C e sie 7 Schl|g< durch Leute lauscht Klopfsi i liehe Man bei ..guten ich in daß ging- Staat Variete und se: Bühne lange Töne, viel erkund der lai es war kl ii Der kiirzlict feierte, schiede; i j ü d i s so ein tiken Gedenk! mund, Pirmas^n: den Na die beiden liefs und de VT; Wa p| Berlin, mann 31. De; NI Wilhelm 1. Januar KOrnbci (. zweiten feindlichen Graben reichte, et wurde Tag ui d Nacht ohne Unterr. War der Stoib n fertig, dann wurde en, das heißt, ei wurden Kisten mit t bis an das äußeiste Ende des Stollens und mit Sandsiicken verbarrikadiert, sten wurden mit einem Kupferkabel len, der aus dem Stollen herausgeführt und konnten zu gegebener Zeit entwerden. Die Arbeit war schwer, denn te nur in liegender Stellung gearbeitet außerdem sehr gefährlich, denn wenn nd durch Horchpo.ten festgestellt hatte, er ihm gearbeite: wurde, dann setzte Gegenmine, die von oben heruntcrn wurde, und cuetschte den Stollen haben auf diese Art mal einen feind- Stollen abgequetscht, man sich auch irren kann, wenn man ich „Klopfen“ hört, haben wir einmal Ein Mann kam eines Nachts zu mir daß unter ihrem Unterstand gcwürde. Ich gingt hinein und fand die 6 Mann, statt sctilafend aufgeregt bei trennenden Kerze sitzen. Es ist ein unes Gefühl, auf einer Sprengmine zu Ich legte mich ‘auf die Erde, preßte r auf den Bodei, wie es die Leute _ :macht hatten, und hörte von Zeit zu (Jutlich klopfen. Ich war überzeugt, daß r gearbeitet würde, und brachte die obwohl noch keine Sprenggefahr bceinem anderen Unterstand mit unter, inem weiteren Patrouillengang glaubte einmal, dieselben Klopftöne zu hören. :hte ich, daß meine Nerven mir einen spielen, .ging abjsr weiter den Tönen i lie immer in derl gleichen Abständen Mein Weg führe durch ein Grabenh, das ich aber auch nachts wie meine asche kannte, na:h hinten und zuletzt es Feld. Hier traf ich Pioniere beim gen von Pfählen. Ich sagte ihnen, es sich handele, und verabredete mit Oopfsignale. Nach 15 Minuten sollten it beginnen une immer mit Pausen je machen und dies längere Zeit hiniortsetzen. Ich ging zurück, holte die nd wir legten uns alle auf die Erde und n. Deutlich karren die verabredeten nale. Wir atmeten auf, die vermeintfahr war vorüber- (hmal saß Harry Waiden ausgepumpt im Graben und wir sprachen von alten Zeit“. Einige Monate .später fuhr Urlaub- Am Bahr hof Laon erfuhr ich. Zug erst einige Stunden später abder Zahnradbaiin fuhr ich zur Oberging ins Theater, wo gerade eine Ich ging nach oben leere Loge- Auf der d< r Mit i nd Dame und sang Vorstellung war zte mich in eine tanzte eine elegant gekleidete riesen- „ dazu die höchsten Nachher sang die pame noch mit einem Duett. Im Fortgehen dem „Portier“ nach hatte richtig getippt. neren Herrn eiti gte ich mich bei gen Dame; ich Harry Waiden. Kam. Friti Kahn, Paderborn. bekannte Bildhauer Benno Elkan, der im Auslande seinen 60. Geburtstag hat nach dem Weltkrieg auch ver* e Grabmäler und Gedenktafeln für he Kriegsgefallenc geschaffen. Grabdenkmal mit symbolischen anaffen in Mannheim, ferner Gefallenen- :afeln in den Synagogen von" Dort- Weinheim, Sßeyer, Landau, Konstanz, ns u. a. Einige von ihnen tragen außer nen der Gefallenen und Kerzenhaltern ppen der zwölf Stämme Israels. Die Gedenktafeln in Dortmund zeigen Redem Kampfe Jakobs mit dem Engel Klage Davids um Jonathan. Aus Kameradenu. Familienkreisen 3rtagr. Prenzlauer Berg. Kam. Siegmund Hirtigid Frau Selma geh. Schwersenz, begehen am ihre Silberhochzeit v. :zen ber Ein treuer Kamerad der Ortagruppe, Kam. railthelmer und Frau Paula, begehen am 1938 daa Fest der Silbernen Hochzeit 1