Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 53 (31.12.1937)
- Date
- 1937-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4911661-5448596-5449737--356-4916465- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
An nee Zar grafen ' Llppstadt Am 22 Dez. verstar > infolge eines Herzschlages der langjährige V orsitzende unserer Ortsgruppe Kam. Sanititsrat Dr. Max QrQneberg im 68 Lebens iah r. Er hat sich für die Interessen unseres Bu ides jederzeit wärmstens eingesetzt und war ms ein lieber und treuer Kamerad. Währenc des Krieges war er Oberstabsarzt d. L., le tete zeitweise ein Reservelazarett und war im fernen Osten als Truppenarzt an der Front. Nit einer Reihe hoher Auszeichnungen kehrte er zurück. Nahezu 30 Jahre war er Leiter der Sanitätskolonne in Lippstadt und erhielt auch lier für seine erfolgreiche Tätigkeit hohe Aus; eichnung. Das Oedenken an ihn wird über da; Grab Hinaus in uns lebendig bleiben. Berlin. Dr. Julius Neuman i , Ortsgruppe Stegfried, wurde für immer aus tnseren Reinen genommen. Berlin. Die Ortsgruppe Ost betrauert den Heimgang ihres Kam. Hugo Rund. Wir werden des Verstorbenen in Ehren gedenken. Ehrentafel Jflfflfdier EamHIen Bonn. Kam. Moses B e h ■ in Beuel, Ehrenmitglied der Orts puppe, vollendet am 14. 1. 1938 das 9t. Lebensjahr. Kam. Behr hat die Kriege 1364/1866 und 1870/71 als Infanterist an der Front mitgemacht. Sein einziger Sohn, Kam. Isidor Behr, Mitglied der Ortsgruppe Kö n, hat den Weltkrieg von Anfang bis Ende mitgemacht, war zweimal verwund« t und wurde mit dem EK. ausgezeichnet. Wir wünschen unserem Altv iteranen Kam. Moses Behr einen schönen Lebensabend in weiterer körperlicher und geistiger Frische. Berlin. Frau Dora Lachmat n geb. Wohlgemuth beging am 28. 12. 1937 ihren 80. Geburtstag. Im Weltkrieg hatte sie vier Söhne unter den Fahnen: Kant. Max Lachinänn (Ortsgr. Osten), Inh. des EK. I, Kam. Benno Lachmann (Ortsgr. Bayern), Inh. des EK. II, Kam. Isidor Lachmann (1 >21 gestorben) und Kam. Hey mann Lachmann (Ortsgr. Osten), clflr zweimal verwundet war. Der Frontkämpfer-Mutter gellen für ihren Lebensabend unsere besten Wunsche. 0er Jubilarin wurde vom Vors'and der Ortsgruppe Ost das Liebermann-Bild „Den Müttern der Zwölftausend“ überreicht. Frankfurt a. M. Den 85. Gel urtstag feiert in voller körperlicher und geistiger Frische der Kameradenvater Joseph Rothschild I in Hörstein .(Unterfranken). Seine acht Söhne waren während des Krieges 191« i/18 Soldaten, sieben von ihnen an der Front Frankfurt a. M. Den 85. Qeburtstag beging am 25. Dezember in voller könerücher und geistiger Frische der Kamerad envater Gottschalk Mayer in Marxheim, Rheinhessen. Sein Schwerkriegsbeschädigter Sohn ist Mitglied Maitjz. wehrgesdil i unserer Ortsgruppe Airs der Frortsoidate bewegung des Auslaß Der Bund jü jüdisches1 Frontsok. relchs wandte sich in einer Erk die in Versammlungen des „An des“ in Wien und Graz aufj_ hauptungen, jüdische Soldaten s des Krieges nicht ai der Front dern in Kanzleien und Magazine dort gestohlen. Der Buna jüd Soldaten Oesterreichs bezeichnete der Presse veröffentlichten Erl Behauptung als unwahr und ste ca. 30000 jüdische Soldaten ii reichisch-ungarischen Armee ihi lassen, daß viele tausende „ i kämpfer hohe und höchste Kriegs keitsauszeichnungen erworben na n«jch heute viele Tausende Jud< reich leben, die ihre Kriegsverkt Auszeichnungen vorweisen könnt i Di^ Palästina-Regierung hat weitere,650 jüdische Hilfs für Jerusalem und Umgebung ei #!• des ■aten Oesterarung gegen tfsemiten-Buntellten Beilen während gewesen, son- und | hätten scher!Frontin seiner von Mlärung diese Ute fest, daß der östcr- Lebeii gecher Front- und Tapfern und daß in Oesterzungen und n. a ben beschlossen, o 1 iziste n ühzustellen. (hflkh ii. * Wehrrecht im jüdischen Altertu -n Unter dem etwas trocken anmutenden Titel „Studien zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum“ ist von Hans Zucker kürzlicti im Schocken-Verlag ein 199 Seiten umfassendes, sehr gehaltvolles und wissenschaftlich stark untermauertes Buch erschienen, das in der Lektüre tatsächlich auch den interessierten Laien zu fesseln vermag. Wir weisen unsere Kameraden darauf hin und richten^ unser eigenes Augenmerk insbesondere auf die Darstellung wehrrechtlicher Frager bei unseren Vorfahren im Altertum. Gerade diese uns besonders interessante Seite des alten jüdischen Verwaltungsrechts tritt; in den meisten Darstellungen allzu sehr in den H intergrund. Daß dies in Zuckers Buch inichj der Fall, ist dankenswert. I Er greift zurück bis auf die kampfer Besitznahme Palästinas durch die 1 Stä Israels um 1200 v. d. gew. Z., die,, wie Nomaden, eine Sippenordnttng hj An der Spitze stehen die A e 11 e s t e i Geschlechter. Sie und der Heerbann o« sich in Notzeiten erfolgreichen TruppienfObrem unter. Wir kennen sie aus der Bibel «unter dem Namen der ,,Richter“. Wie demnach also die Führerstellung des biblischen „Richters“ einen wehrpolitischen Urspnwg hatte, so auch das Amt des Königs. Sauls Wahl erfolgt nach Besiegung der Atnmolniter. David wird Stammkönig von Juda in einer Versammlung der „Männer Juaas“ (II. Sam. 2,4); die umfassende Versammlung der Waffenfähigen ist bei dem einzelnen Stamm noch möglich. David, selbst als Söldnerführer emporgekommen, sichert sich seine Unabhängigkeit von den „Aeltesten“ Israels durch ein Söldnerheer, das in persönlicher Gefolgschaft zu ihm steht. Salomons Thronbesteigung wird nur mit Hilfe det Söldner und der David nahestehenden Hel den“ möglich. Dem König steht ein Kabinett von neun. Obersten zur Seite, ihr gehört neben 'dem Oberpriester und anderen hohen Würdenträgern der Oberste über das Heej an. Nach der Reichstrennung besteht im Lande Juda ein verkleinertes Kabinett: Hofmärschall, Schreiber und Kanzler und dazu Oberprjester und Heeroberster. Jerusalem, die Hauptstadt des jüdischen Reiches, die „Dakidsstadt“, gehört nicht zum alten Stammland der jüdischen oder benjaminitischen Geschlechter; daher fehlt für Jerusalem die in ( der Sippenverfassung den Aeltesten gegenuberstehende Versammlung der Wehrfähigen. (Die- Mannen, „Isch “.) Jeremia gliedert Könige, Oberste, Priester, Propheten, Volk. Unter Obersten (Ssarim) sind die königlichen ■ Beamten wie auch die Obersten des Häeres zu verstehen. Im Reiche Israel, unter der Regierung Ahabs, scheint die Sippe als Vtfehrverband keine Qeltung mehr zu haben; die Kerntruppe wird durch die Leute der königlichen Obersten gebildet. 1 Einen tiefen Einschnitt in diese Entwicklung bedeutet das babylonische Exil nach der ensten Eroberung Jerusalems 597'. Die Ssarim, j die Obersten, werden in die Verbannung geführt, ihre ehemalige Stellung als königliche Beamte ist gegenstandslos geworden; so greifen die Exilierten auf die alte Sippenordnung zurück und ordnen sich den Oberhäuptern der Geschlechter unter. Das Exil zerschlägt also; die Sippe nicht, sondern erneuert ihre Bedeytüng gegenüber der Königszeit. Die ärmere Bevölkerung, von der nur ein Teil deportiert wurde und die als nicht waffenfähig keinerlei Geschlechtern angehört hat, ordnet sjich nach, den judäischen Landstädten, aus dpnen sie - herstammt. Sehr interessant und klar sind (l>e Ausführungen des Verfassers über die Rechtsstellung Esras und Judäas überhaupt unter der persischen Reichs Verwaltung, neben der es in scharfer Abgrenzung eine jüdische Selbstverwaltung gibt. Organ des' Perser-Reiches ist der „Statthalter“, ein Amt, c$ ans All-Israel das z. B. Nehemia als Jude bekleidet hat. Palästina ist ein Teil der Satrapie Syrien, Samaria einer ihrer Unterbezirke. Dem Statthalter unterstehen die Obersten der neun Bezirke, die in der Liste Nehemias beim Mauerbau erwähnt werden. Außerdem gibt es einen 'Obersten der Burg in Jerusalem. Saar (Oberster) ist jetzt wie in der Königszeit eine Amtsbezeichnung, die militärische und zivile Befugnisse einschließen kann; „Oberster der Burg“ ist immer ein militärischer Rang, die Obersten sind durchweg Juden. Mit dem Abbröckeln des Perserreiches stärkt sich die Stellung des Hohepriesters, die z. Zt. der Eroberung durch Alexander d. Gr. sich bereits in ihrem ganzen Einfluß abzeichnet. Im ptolemäischen Reich (3. Jahrhundert) ist Judäa kein eigener Verwaltungsbezirk, sondern in Syrien bezw. Koilesyrien einbegriffen, das einem Strategen untersteht. Neben militärischen Unterbefehlshabem finden wir z. B. in Galiläa Zivilbeamte. Innerhalb des ptolemäischen Reiches ist Judäa kulturell und politisch selbständig. Verhandlungen mit den Reichsbehörden _führt der Heeroberste. Eine Besatzung scheint Jerusalem erst 201—200 im zweiten Kriege Antiochus III. gegen Aegypten erhalten zu haben. Die syrische Reichsverwaltung innerhalb des Seleukidenreiche% ist straffer als die ägyptische. Die Burg von Jerusalem erhält dauernd eine syrische Besatzung. Aus den Hellenisierungsversuchen unter Antiochus IV. entwickelt sich der Makkabäer- Aufstand. Während Hohepriester und wohl auch ein Teil des Adels den Hellenisierungsßestrebungen bereitwillig — entgegenkommen, erstrebt die Bewegung der Makkabäer die Freiheit d^: Kultes. Ihre geistigen Führer werden die Träger der nationalen und religiösen Tradition, die Schriftgelehrten.. Die Erhebung erkämpft nicht nur die Kultfreiheit, sondern die Losfösung des jüdischen Staates von Syrien überhaupt, die Unabhängigkeit des Makkabäerreiches: „lm 170. Jahre sei. Aera Brandenburg Frankfurt a. O. Am 2. Januar 1938 begeht unser Kam. Julius E i n b i n d er seinen 50. Geburtstag. Seit Gründung der Ortsgruppe ein eifriges Mitglied, seit mehr als 10 Jahren sich im Vorstande bewährend, Inhaber der silbernen Ehrennadel, hat er stets treue Kameradschaft erwiesen, bei allen Veranstaltungen der Ortsgruppe sich betätigt und die Ideale unseres Bundes vertreten. Wir wünschen ihm und seiner Familie Gesundheit und frischen Mut zu weiterem, segensreichen Wirken. Baden Lörrach. Die Ortsgruppe hatte vor einiger Zeit Gelegenheit, den Besuch unseres Kam. Emil Forsch aus Karlsruhe, Kriegsbeschädigtenreferent beim Landesverband Baden, zu’ einem Vorträge über einschlägige Fragen zu benutzen. Aus seiner großen Erfahrung in Versorgungs- und Rentenfragen gab Kam. Forsch einem größeren Mitgliederkreis Auskunft über seine und des Bundes zum Teil viel zu wenig bekannte Tätigkeit. Wir waren dem Kameraden für seine Mühewaltung besonders dankbar. Ost- Westpreußen Königsberg, Pr. Am 25. d. M. beging Kam. Kantor Hermann Wollheim, Mitglied unserer Ortsgr. seit Gründung, seinen 60. Geburtstag. Er versieht seit Jahren den Posten des Kassenprüfers im Landesverband, der Ortsgruppe und bei der Sportgruppe des „Schild“ Königsberg. Unsere Zusammenkünfte verschönt er durch seinen erhebenden Gesang. In der hiesigen Gemeinde ist er als Betreuer aller Notleidenden bestens bekannt. Seine Verdienste, insbesondere um die Chewra Kadischa, hob Herr Oemeinderabbiner Dr. Lewin beim letzten Sonnabend-Gottesdienst in ehrender Anerkennung hervor. Wir wünschen dem Jubilar und treuen Kameraden, weiter 60 segensreich wirken zu können. 0 3