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Der Schild · 1937-12-31 · 53 (31.12.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
53 (31.12.1937)
Date
1937-12-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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J diesen Tagen zu jener Zeit, da wir-so sehr an die damaligen glaubtet und uns für das Hingaben, j für das unsere Brüder gefallen sind. Den Menschen ist es beschieden, oft zu irren, in allen Lebensverhältnissen. Aber die Besten haben sich Immer für das geopfert,, an was sie je und je glaubten; ob dieser Glaube nun.. Bestand haben durfte aus [ den tiefen Gründen heraus, die zunächst unerforschlich waren, oder nicht, das steht hierbei j nicht zur Frage. Wichtig ist die augenblickliche Bereitsjchaft des Einzelnes, sich um dieses Glaubens, willen ganz dem Ziele zu weihen bis zur Selbsta ui gäbe, die im Letzten Selbstf bejahusgist. ■ lind eben die, die sielt damals, aus jener seelischen j Einstellung heraus, hingaben, werden es jetzt auch der von vielen neu gefun^ denen, doch so alten Gemeinschaft gegenüber tun und sich ihr gegenüber bewähren.! Und sicher ist, [daß die, die damals versagten,! auch jetzt den heuen Anforderungen gegenüber versagen werpen, wenn ~es ums Leben geht, um die letzte Erprobung. Es wird Ideutlich sein, was damit ausgesprochen werden soll: Auf die immer Aengstlichen-und die ewigen Rechner ist kein Verlaß bei dem, was uns vpn nun an obliegt; sie sehen nur sich und [ihr eigenes kleines Leben in der Vereinzelung! damit aber werden sie selbst iimmer irt der Loft hängen, während die anderen die Sicherheit [des — um an dieser Stelle militärisch zu sprechen — rechten ifnd linken Anschlusses fühlen, und damit ruhiger sein können vor jeder Uejberraschung auch in diesem scjhweren ungewöhnlichen Alltag, wie er unseren Vätern so tätige Zeit erspart geblieben ist. Das Wort j Kameradschaft bedeutet jeden nichts, weil i sie selbst nicht bereit sind, sie zu gewähren, Kameradschaft ln einem weiten Lebensverhältnissen, die Schicksals sich bewußt Wir unter uns, die wir jene Jahre unauslöschbar Sinne und in allen des gemeinsamen i*t in diesen Tagen, die Erinnerung an haben, wir Frontkameraden, wollen an diesem Zeitabschnitt das Gute des Früheren nicht einander nicht verg-essen auch im veränderten Dasei einmal so! sind, wie uns geschaffen1 hat, jeder an dort, wo Herkunft und stellt haben — -wie cius zu jener [Zeit.... vergessen, wollen n, weil Wir nun die Vergangenheit seinem Platz, jeder Fähigkeit ihn hingein diesen Tagen Rabb. Dr. Baeck’s Amtsjubiläum Am 28. d. M. kannte Herr Rabbiner Dr. Leo Baeclc das Jubiläun seiner 25jährigen Amtstätigkeit als Gemeinterabbiner der Jüdischen Gen einde zu Berlin begehen. Unter den Gratulanten hat d^r Rcichsbund jüdischer Frontsoldaten nicht gefehlt; Bundesleitung wie Landesvertjand Berlin und Mark haben dem verehrten Jubilar ihre Glückwünsche ausge- -pzechen. Noch ist in unseren Reihen unvergessen, was er in den Vier harten Jahren des Weltkrieges als Feld- und ArmCerabbiner uns jüdischen Frontsolda en, den gefallenen wie den überlebenden, immer wieder an Aufrichtung und Gläubigkeit gespendet halt. Eigenschaften, cle der Soldat br, lucht: Gottvertrauen, Geduld, Mut und Zuversicht hat er in unsere Herzen gestreut, hat uns auf gerichtet, unsere Verwundeten und Kranken betreut und war ihnen Trott und Stütze. Und auch nach dem Weltkriege sahen wir Dr. Mal in feierlicher Stunde das Wort nehmen.- Ueber diese besondere den ehemaligen jüdischen aus genieißt die Seelsorgerische und wissenschaftliche! Leistung Dr. iaecks, deren Wirkung weit über die, Gemi inde Berlia hinausreicht, unsere dankbare Würdigung. Nicht zuletzt aber gedenken wir heute seiner beispielhaften Verantwojrtungpreudigkeit, mit der er in den letzten Jahren i das schwere Amt an der Spitze der Reichsvprtretung der Juden in Deutschland und jdami^ eine wahrhaft geschichtliche Mission I übernommen hat. Wir Baeck so manches in unserem .Kreise Verbundenheit mit Frontkämpfern hinfözlf von ) Jahren / jm w Aufbau Fünf Jahre sind eine kürzt — 8ie sind eine lange Zeit, wenn sie bis izum Bersten gefüllt sind mit ereignisreichen, jäh wechselnden Schicksalen. Ein Spiegel der letzten fünf Jahre ' jüdischer Gemeinschaftsarbeit ist eine Broschüre, ih der der „Zewtral-Ausschuß für Hilfe und Aufbau “bei der Reichsvertreti ing kurz, knapp und eindrucksvoll über di« letzten 5 Jahre Rechnung legt, die gleichzeitig die fünf Jahre seines Bestehens si ld. Wer Zahlen zu lesen versteht, dem sagt if re nüchterne Sprache mehr als schwungvolle Worte. So ist es auch hier. Die ZSffem, in denen sich dic[ Arbeit von 5 Jahren acsdrückt, erzählen Geschichte — unsere Geschichte —, sie stellen aber auch die Leistung unter Beweis. Für Wai derung wurden 4,5 Millionen aufgewandt, furch die etwa 70 000 Menschen zur Auswanc erung verholten wefden konnte. Für Beiufsumschichtung wurden 3 Millionen RM verwandt, um über 15 000 Menschen zir Handarbeit umzuschichten, tw Arbeite- und Ausbildungsstätten mit insgesamt 2100 Plätzen stehen derzeit zur Verfügung. Für das Schulwerk brachte der Zentral- Ausschuß 2,7 > Millionen RM auf, mit denen mehr aLs 17( jüdische Schulen mit ca. 1300 Lehrkräften, befördert und erhalten wurden. Für Wirtschaftshilfe wurde fast 1 Million RAi verwandt, um dutch Darlehen und Kreditgewährung Beistand zu leisten. ln die Wohlfahrtsarbeit flössen 1,75 Millionei RM; über 80 000 Menschen wurden in s:hwerster Not unterstützt; beispielsweise lut sich die Zahl von 2000 Plätzen ' in jüdischen' Altersheimen seit 1033 um 1100 Plätze verme hrt. Insgesamt i ind etwa 13 Millionen RM in 5 Jahren für diese Aufgabengebiete verwandt worden. Es darf, was in der Broschüre selbst nicht geschieht, an dieser Stelle erwähnt werden, daß sich auch der Beitrag des Zentral-iAusschusses für die Krieg sopferarbe it des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in diesen Beträgen findet. Daß die A rttel zur Verfügung' standen, ist nicht allein auf die dankenswerte Hilfsbereitschaft einiget .großer Auslandsinstitutionen zurückzuführen, sondern zu einem erheblichen Teil auch auf das Solidaritätsbewußtsein der Juden in Dei tschiand, die von der bekannten „Blauen Beitragskarte“ für Hilfe und Aufbau mit großen und kleinen Spenden Gebrauch gemacht haben und machen, t So wird cieser kurze, knappe Tätigkeits- Bericht mit seinen sprechenden! Zahlen »zu einem Dokument dafür, daß wir in den letzten 5 geschichtlichen Jahren nicht allein Objekt des Gescheh;ns waren, sondern daß es bei uns Juden auch eine „Aktiv“-Seite gegeben hat. Die Zei hen der Zeit mahnen uns freilich, bei dem Rückblick auf diese Leistung nicht ai szuruhen, sonders sie zu steigern. de n In 1938 kafi Zen bei auf ein« blicken fünf Hali Waijdi -um Si zu der öffentlich sozialen land nicht Der Deutschi des frü kerung stehen p an Zukui vei müssen gang z ausbilduhi Planung durch die gleichem der Not Zurückbfe daß die struktiv Mit der gleichen fenden flossener getragen bliebenei i werden, unter fortgefüHri tend sich keil i hi i demung liehen Gemeinsfc! Erneut meinden bewußt schaff v dem m 5 Jahreri bewußtst erhalten Aufbau! Berlin R e i glauben unsere Empfindungen nicht besser zum Ausdruck bringen zu können als durch den Wunsch, daß Dr. Baecks segensreiches Werk ihm selbst zi reichem Segen gedeihen möge. Prof. S. Frankfurt 70 Jahre Ein Bund vie der unsere, der'sich mit besonderem Narhdruck für den jüdischen Siedlungsgedunken einsetzt, hat allen Anlaß, des 70- Geburtstages einer Persönlichkeit zu gedenken, di: zu den wenigen unfi wirklich führenden iidischen Fachmännern auf landwirtschaftlich-kolonisatorischem Gebiet gehört: Professor Si lomon Frankfurt. Es ist unserep Les :rn bekannt, daß Herr Prof. ■ Frankfurt seton vor dem Kriege in Rußland auf agrikultui ellem Gebiet eine hervorragende Rolle spielte, daß er_Leiter des größten agrikultur-chemis« hen Laboratoriums, führendes Mitglied maßgebender wissenschaftlicher und industrieller Vereinigungen auf dem einschlägigen Gebiet und (neben seiner wissenschaftlichen^ Tätigkeit) auch praktischer Organisator von hohem Erfolge war.' Ordensauszeichnungen, Titel und andere Ehrungen waren die äußere Bestätigung dieser Anerkennung hi 1 durch d nicht Können machen, Nach S. Frank Fi Landarb« i Frontbund keinen Er üben Martin streitbar« lung T eil ge dessen nachdem kennung schäftsfüli Dem und seines Blick u; wir noch Juden tuiji Frankfu Rat ihm nunmehr beginnenden Kalenderjahr n der ralausschuß für Hilfe und Aufbau der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Tätigkeit von fünf Jahren zurückin dieser Zeit hat er sich auf den iptgebieten seines Wirkens: erung — Berufsausbildung und ichichtung — Schulwesen —• Wirt- «jhaftshilfe — Wohlfahrtspflege cntralen Planstelle entwickelt, die als e Hand aus der wirtschaftlichen und Hilfsarbeit für die Juden in Deutschmehr wegzudepken ist. Auflösungsprozeß der Judenheit in 1 ind setzt sich fort. Etwa ein Drittel 1 eren Bestandes der jüdischen Bevöl- Deutschland bereits verlassen, viele ihrer Auswanderung, viele weitere folgen. Die Notwendigkeit, diesen Vori^lbewußt durch zweckmäßige Berufsig und durch geeignete Wanderungsin geordnete Bahnen zu lenken und mäßige Aufbauarbeit den Weg in nft zu ebnen,! besteht weiter. In Umfange verbleibt die Verpflichtung, des Tages zu begegnen und für die eibenden zu sorgen. So ist es nötig, Juden in Deutschland ihr großes kon- Werk ferner erhalten und festigen. fleichen Entschlossenheit und dem elbstvertrauen, mit dem alle hel- und aufbauenden Kräfte in den verjähren das Werk geschaffen und haben, muß die Lösung der ver- Aufgaben in Angriff genommen Die Arbeit hierfür soll im Jahre 1938 Parole „5 Jahre Hilfe und Aufbau“ t wertfen. Diesej Parole soll verpflichnen, die Energien wach zu halten, er unberechtigten Verzweiflungsstimizugeben und nicht über den persön- S^rgen die Sorge für das Schicksal der haft zu vergessen, rufen wir die Juden in allen Ge- und in allen Gruppen auf, sich dessen zu bleiben, was diese ihre Gemeinihnen fordern darf und weiter for- Was uns „Hilfe und Aufbau“ in war, muß jüdisches Verantwortungsin und jüdischer Opfersinn aufrecht und ausbauen. 5 Jahre Hilfe lind Helft weiter! Ende Dezember 1937 rhsVertreturig der Juden in Deutschland. < n i ß. :n russischen Staat, die ihn jedoch iderten, sein reiches Wissen und auch dem ludentum nutzbar zu zu dem er sich stets bekennt. zu dem Kriege finden wir Professor Furt in Deutschland. Als die Jüdische t GmbH. (ILA) unter Führung des les gegründet wird, kann der Blick auf 1 esseren Mann fallen, als auf ihn. r immt die Geschäftsführung der ILA: Qerson steht ihm zur Seite. Der unbe- und beispielhafte Erfolg der Siedß-Gaglow ist zu einem wesentlichen ijade Prof. Frankfurts Erfolg; sich l erinnern, ist jetzt Anlaß gegeben, er kürzlich unter ehrenvoller Anerdes Geleisteten aus der ILA-Gerung ausgeschieden. Geburtstagskind in seiner geistigen perlichen Frische, mit dem Motor 1 emperamentes, dem ungetrübt klaren ifd dem seltenen Wissen wünschen lange, gesegnete Jahre und dem selbst wünschen wir, daß Prof, reiche Erfahrung, sein wertvoller noch lange erhalten bleiben mögtti. köi p ii ts

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