Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 52 (31.12.1937)
- Date
- 1937-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rheydt 1× ep/1045545
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organisch in dessct) ganzer Entwicklung. Bereits im (iriindungsaufruf des Frontbundes war 1919 der Siedlungsgedanke nt finden. Für körperliche Ertüchtigung und gesunde Berufsschichtung' hat der Bund_ sich immer und immer " eingeietzt. Es darf nicht vergessen werden,“ daß schon vor langen Jahren unser Bundesvorsitzendcr /. B. für die Schaffung eines jüdischen Arbeitsdienstes eintrat, und es darf auch an die höchst erfolgreiche landwirtschaftliche Siedlungstiitigkeit in Groß-Gaglow erinncct werden. So war der Siedlungsgedanke in unserem Bunde i m m e r lebendig, und es ergibt sich von selbst, daß er in heutiger! Zeit auch für die Wandern n g s plane und -Ziele in unseren Reihen stark bestimmend ist. * Bei dieser Gelegenheit weisen wir unsere Kameraden, Sportkameraden und Sportkameradinnen erneut auf die Veröffentlichung der Bundcsleitung in N'r. 49 des „Schild“ hin. Die dort angekündigten Rundschreiben der . Bundesleitung betr. Gruppensiedlung stnd allen Ortsgruppen des Reichsbundes und allen Sportvereinen des Sportbundes „SchiM" zugegangen, ebenso die Fragebogen. Alle an der Gruppenwanderung Interessierten/die bisher noch keinen Fragebogen erhalten haben, bitten wir. sich bei ihren Ortsgruppen bzw. Sportvereinen einen solchen zu beschaffen und genau au<gefüllt abzugeben! Das Jüdische Auswandere.Tehrgut Groß- Breesen bei Obcntigk»Schlesien teilt uns mit. daß zu Ostern einige P I;i t / e für Jungen unJ Mädchen — nicht ünter 13 Jahren zur. Ausbildung in Landwanschaft und Gärtnerei frei 'intl. Amkiinfte erteilt die Leitung des J .ehrgutes. Frontkämpfer in den Gemeinden Plauen i. V. Bei der atn li*. Dez. d. J. abgehaltenen <ieineinderätswahl . w urde Kam. <iarl W o 1 f s b e r g . Plauen, wiedetßew ä'nlt: außerdem wurde Kam. Dr. F riedlander. Bad Brambach, neu in den Gemeinderat gewählt. Es gehören somit dem Gemeinderät 5 Kameraden .unseres Bundes an". * Unsere Bundeskameraden in der Berliner RepräsentantenverSammlung ijjyen einer Einladung des Gemeindevorstehers Herrn Moritz Rosenthal an die GemeindeVertreter zur Be- '•■ichtigung der unter seiner Leitung stehenden Altersheime der jüdischen Gemeinde am letzten -Sonntag vormittag gefolgt. Der viel zu kurze Vormittag ließ zunächst nur den Besuch der Heime in det-Berkaer Str., in Lichtcrfelde-Ost und Köpenick zu, nur einen Ueberhlick, nur ein fluehtiges Beschauen. Aber alle Teilnehmer dieser Fahrt waren tief beeindruckt von dem reichen Schaffen und der Ueberlieferung früherer Generationen, von dem anheimelnden Frieden in den gepflegten, mit Lifbe verwalteten Räumen, in denen müde gewordene alte Menschen ein neues Heim ge- * funden haben: alle waren dankbar für den Einblick in eines der wichtigsten Aufgabengebiete der Jüdischen Gemeinde und von dem Wunsche erfüllt, «faß solche Besichtigungen möglichst vfelen Gemeindemitgliedern ermög- - _liebt werden möchten, damit Anblick und Ein- , druck dieser wahrhaften „Wohl“-Taten jüdischen Gemeindesinnes die eigene Kraft und den Willen stärken, an dieser und allen Arbeiten der Gemeinde „mit ganzem Herzen, ganzer Seele und mit allem Vermögen“ mitzuwirken. Kam. Dr. Di. BrlelBarkev - frlfz Lcwln ■■rw w u, utzomna* n/k Zur groOeni Armee Aschaffertburg. Die Ortsgruppe gibt ton dem Ableben unseres Kauf. Leopold Worms Kenntnis.! Berlin. Ortsgr. Stegfricu betrauert dis AKlebcn des Kam. Otto Weil. M. Gladbach Rheydt. Die Ortsgruppe betrauert das Ableben des Kam. Karl Sander. Wie er der Sache des Bundes stets die Treue hielt, werden wir ihn in treuem Andenken bewahren. Ehrentafel JOdUcher Familien Oppenheim, , Rhei/t. Die Kriegereltern Albert Me y e r I -feiern ein seltenes Geburtstagsfest. Die Mutter unseres Kam. Willy Meyer, der als Kriegsfreiwilliger bei dem 10 RIR. 223 stand und am 14. 11. 1914 gefallen ist, ist in den letzten Tagen 77 Jatire alt geworden und der Vater des toten Kameraden feiert seinen 70. Geburtstag. Den 90. Geburtstag begeht die Kriegermutter Rosina Mendel, Alzey, in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische. Auch sie hat ein Blutöpfer gebracht, denn ihr ‘Sohn, der heute ihr Ernährer gewesen wäre, ist auf dem Felde der Ehre geblieben. Biiligheim (Ortsgr. Mosbach). Am 17. Dez. 1937 starb im Alter von 79 Jahren Herr- Synagogenrats-Vorstcher Abraham Strauß.- Er selbst hatte aktiv gediente d r e i Söhne stellte er als Frontkämpfer ins Feld, die alle mit dem EK. II.-ausgezeichnet wurden. In Tilsit, wo er jetzt wohnte, ist der langjährige Kantor und Religionslehrcr Abr. David- ■> o h n der Synagogengemeinde Rastenburg 81 Jahre alt, gestorben, wo er 44 “Jahre, davon 37 als Beamter und 7 Jahre als Vorstandsmitglied, tätig* war. Er war ein Mensch von großem jüdischen Wissen. Seine 4 Söhne waren während des Krieges zum Heeresdienst eingezogen. Davon drei an der Front. Zwei waren -Kriegsfreiwillige. Einer von ihnen ist gefallen, Zwei erhielten das Eiserne Kreuz. Nach beendetem Kriege war der eine der Kriegsfreiwilfigen noch weiter als Soldat bei der Truppe. » Die Gemeinde Rastenburg war bei der Beerdigung durch ihren Vorsitzenden Kam. Leo Rynar/ewski vertreten,' der am Sarge der Verdienste des Verstorbenen gedachte und ihm ehrende Worte widmete. Berlin. Frau Flora Marcuse geb. Simon aus Bad Schönfließ NM., jetzt Berlin, Christburger Str. 47, beging am 20. Dez. ihren 85. Geburtstag. Sie hafte zwei Söhne und zwei Schwiegersöhne_ an der Front. L'singen. Am 16. Dez. ist Frau Babette Rosenberg geb. Bacharach im 79. Lebensjahre hier verschieden, ihre beiden Söhne naben den Krieg als Frontsoldaten mitgemacht. Kam. Moritz Rosenberg wurde mit dem EK. I und II, Kam. Siegfried Rosenberg mit dem EK. II und der Hess. Tapferkeitsmed. ausgezeichnet. Beide gehören unserem Bunde seit etwa 15 Jahren an. Wir sprechen ihnen unser Beileid aus. - Berlin. Am 26. Dezember vollendet Frau Henriette Kuba (früher Schrimm in Posen) ihr 79. Lebensjahr. Ihre drei Söhne waren während des Weltkrieges an der Front und sind seit Gründung unseres Bundes unsere Kameraden. Adolf K. und Hermann K. gehören zur Ortsgruppe Berlin-Nord, Max K. zur Ortsgruppe Forst (Lausitz). Adolf K. wurde als gedienter Feld-Artl. gleich ib den ersten Mobilmachungstagen eingezogen.’Hermann K. geriet im Herbst 18 in englische Gefangenschaft und kam erst gegen Ende 1919 zur Entlassung, er ist seit mehreren Jahren Lehrer an der Gemeindeschule Kaiserstraße, nachdem er vorher an der städt. Schule Charlottenburg angestellt war. Das greise Geburtstagskind, das sich der besten körperlichen und geistigen Gesundheit erfreut, lebt seit über einem Jahr im Altersheim Iranische Str. 2, Zweig-Abt. Krankenhaus. Wir werden uns freuen, im nächsten Jahr s. G. w. zum 80. gratulieren zu können. ku Mfnessfarf”" Sol daten-Grabstein aus der Römerzeit, Sch an lange vor Beginn der gew. Zeitrechn Ulfe haben Juden, zum Teil in geschlossenen Formationen, Dienst im römischen Heere getan. Die herodianischen Fürsten stellte 1 mehrfach ihren römischen Hoheitsherrei Hilfstruppen; bereits in den Kriegen Cäsar; im vorderen Orient standen geschlos senc jüdische Formationen in seinem Heere, ja, haben ihm wertvolle und dankbar anerkinnte Waffenhilfe geleistet. Die militärischen Aushebungen Roms erstreckten sich besor ders auf das nordpalästinensische Gebiet und i eine den Juden blutsverwandten Grenzvölke die sich in jener Zeh bereits überwiegtnd zum Judentum bekannten und schlic Blich größtenteils in ihm aufgingen. Zu ihnen zählten auch die Ituräer, von denen Flavii is Josephus in seinen „Jüdischen Altertümei n“ des öfteren spricht. Die Bibel erwähn: (1. Buch Mose, 25,15) ihren Stammvater Jetur als Abkömmling Fsmaels; Koni- Davit hatte mit ihnen kriegerische Verwicklungei. Schließlich wurden sie von dem Makkabäerfürsten Aristobul I. (104—103 v.( unterworfen; ein Teil ihres Landes wurde mit Judäa vereinigt, die Bewohner nahmen die Besehne düng und das jüdische Gesetz. Itui äische Soldaten gelangten mit den römischen Heeren in alle Weh. Sie wurde« natürlich auch zur Besatzung der römischen Stützpunkte und Kastelle verwendet, die zur 7' Sicherung - eroberter Gebiete dienten und aus deneij schließlich Ansiedlungen und volkreiche Städtfc wurden. Diese Tatsache, die von den Ergebnissen der Ausgrabungen immer wieder bestätigt wird, ist für die krieg&geschichtliche [Arbeit, wie sie von unserem Frontbun/ gepfligt wird, bedeutsam. Wie nämlkdi unser Kam.lRabb. Dr. S. Levi (Mainz) in einer gediegenen' und tiefschürfenden Abhandlung in der .Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland“ (1. Jahrgang 1929, 1. Heft) mittelte, befinden sich in den Altertum., Sammlungen von Mainz, unter den Ausgrabungen Jus der alten römischen Feste Moguntiacum | auch drei Grabsteine ituräischer Soldaten! Sie stammen aus einer Zeit, die nach der Bekehrung der Ituräer zum Judentum aber Lor der Zerstörung des jerusalemiti6chen Tempels durch Titus (70 n.) liegt, und sind mit den Bildnissen der Toten geschmückt. Die Inschifften lauten in der Uebersetzung: 1. LMonimus, des Jerombal Sohn, Soldat der drsten Ituräer-Kohorte, der 50 Jahre alt war und 16 Jahre im Dienste stand, ist hier bestattet.“ 2. „Sibbaeos, des Ero Sohn, Bläser aus der ersten Ituräer-Kohorte, Soldat von 24 Lebens- und 8 Dienstjahren, ist hier bestatten“ 3. Caeus, des Hanelus Sohn, Soldat von der ersten Kohorte der Ituräer, der 50 Jahrei alt geworden ist und davon 19 ini DiensJe stand, ist hier bestattet. — Sein Bruder Jamlicus ließ (ihm -diesen Grabstein) machen.“ Es handelte sich also um aftgediente Soldaten J selbst der junggestorbene Sibbacas hatte E Dienstjahre hinter sich: mit 16 Jahren war ej ins Heer eingetreten. Ihre latinisierten Namen führt Kam. Dr. Levi auf entsprechende hebräiJche oder aramäische zurück: so Monimus abf Menachem oder Manaim, Jerombal auf Jelubal, Sibbaeos auf Ziba, Eron auf Eri, Hanelus auf Hannel oder Haniel; auch der Name jjamblichus kam damals in Palästina vor. Zwei Bildnisse der toten Soldaten tragen die ihre1 Tätigkeit kennzeichnen: so halt JeFombal in der linken Hand den Bogen, in der Fechten Pfeile; Sibbaeos ein Blasinstrument. Zwei der Steine sind von den Kriegskameraden gesetzt werden; ob der Bruder Jamhcuk der Caeus den Stein setzte, ebenfalls Scidat war, ob er am Orte wohnte oder den Grabstein aus der Ferne machen ließ, ist nicht zi| ermitteln. Kam. L. Rf 2