Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 52 (31.12.1937)
- Date
- 1937-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 92 / 16. Jahrg. Berlin, 24. Dez. 1937 Preis 11 Pfennig H ERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH * MlfT Beiblatt: „DIE KRAF'1 DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG , Offizielles Organ des Schild, Sportband des Reichsbandes jüdischer Frontsoldaten SduÜtMtaoS uad Verlag! Reich» btmd JSdltdxr 1 Redaktion*. n. Anxeifeaschlak Jeden Dienstag TOC 1 BtiuS»srel«i RM 0,40 aoaillldi nu<4ia AnieigtaUri/ dardi dio rtiinIfiTM ■ allnag i Fi ostaoldaten E. V. Berlin W15, KarfOnMadamm 200. Fantaf 91 8! Bn< Wnaa. Ffli anrerUngt eingehende Manuskripte «rbd katn« Oewthr Poet» wtallgekl. AnsetgenpreUi Dia 9 geepiltana MaUmata(>ZaIla DF Varlag. Banakl 4 Pakoacbaf, Badla V SO, najtnahatgar 71. Poatadiatki Barlin 76142. T>li|)i*iiim*imliilfl i Schtldkamarad. Bai Nlchlllafarung ohoa Verschulden kaiaVarsOtoaOaaaapnidL 040. Stellenangebote and > Oaaucha, FamlUenanaeigan RM 0,10. kraSa 21. Faruearecbar1 24 66 97. Poetatheck. Btelin 82529. rar Groppenstedhing Gesetzestreues Judentum nimmt St sHung Der Siedlungsgedanke im Front >und Der kürzlich an der Spitze unseres Blattes eröffentlichte grundlegende Aufsatz des rlundes-Vorsitzenden über „Gruppenwan lerung — Oruppensiedlung“ hat über die Kreise des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des iportbundes „Schild“ hinaus Aufmerksamkeit erregt. Es wird unsere Leser interessier in, daß die Organisationen des gesetzestreuen Judentums (Agudas Jisroel und Freie Verei ligung für die Interessen des orthodoxen Jude ltumjs) diese Anregungen auch bereits aktiv aufc reifen. Auch sie werden in ihren Mitglieder! reisen Fragebogen verbreiten nach Analog e derjenigen, die im Frontbund und Sportbund ztir Ausgabe gelangt sind und die zunächst einmal zu der erforderlichen „Bestandsaufn ihme“ über die zur Oruppensiedlung bereiten und geeigneten Menschen das Material ollen. Man bringt an führender Stelle d«k gt etzestreuen Judentums in Deutschland dCr ^Wanderung nach Uebersee das gleich' hone Interesse entgegen wie der Ausw^nderunj \ nach Palästina. U e b e r a 11, wo jüdische Me ischen -ine neue Lebensmöglichkeit finden, b igrüßt man dies, wenn sie gleichzeitig i h udcntum in die neue Heimat mitn« hm ei ■ür die Grupnensiedlung — im Unterschied 'ttr Einzelsiedlung — spricht aber b« i d«(r jesetzestreuen Richtung gerade auch das e 1 i g i ö s e Moment mit. Eine I Grupp : von Leligios gleichgerichteten Menschen dürft: sich Aus der Frontsoldatenbewegung des Auslandes ger . Offiziere Palästinas hielt in Tel Awivr eine j ü dis vichtige Beratung ab, die der künftigen W erfassung des Jüdischen Staates galt. her :h r- D. . J11,- rach Das Hauptreferat hielt Hauptmann Goldmann, der als ehemabger Schweizer I :eldartillerie-Offizier für den kommenden <lischen Staat ein Miliz-System Schweizer Muster empfahl. Darüber hinaus bezeichnete er es als tfige Aufgabe für eine künftige jüdische mng, eine wehrsportliche Erfassung uni iiehung der Jugend einzurichten, an der Junehmen für jeden Pflicht sein müsse] uf diese Weise bereits für eine kör Ertüchtigung der für den Milizdiepst in kommenden Jungmannschaft zu sorgen. * Auf der Konferenz des Jüdischen Landwirte-, Verbandes Palästinas in Tel Awiw, auf welcher' •1000 Landwirte von 321 Delegierten vertreten ' aren, wurde u. a. ein Beschluß gefaßt, 'worin cie Bewaffnung der jüdischen Bevöl- 1 erung Palästinas zwecks Selbstkchurzes \ erlangt wird. Opfergemeinschaft Die Jüdische Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat bedürftigen Kriege r w i t w e n , die ihr auf Wunsch durch die Kriegsopfer-Abteilung unseres Landesverbandes Berlin und Mark namhaft gemacht worden waren, zu Chanukka eine einmalige Sotdcrbeihilfe gewährt. Vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten wurde dieses Bekenntnis der Jüdischen Gemeinde Berlin bezw. ihrer Winterhilfe zu den, besonderen Pflichten der Gemeinschaft denj Opfern des Krieges gegenüber dankbar begrüßt. Es sollte allenthalben Schule machen! Ucberdies ist cs geeignet, die Verbundenheit zwischen der jüdischen Gemeinde und ihren Frontsoldaten noch mehr zu vertiefen. Wir haben die Jüdische Winterhilfe stets als ein Werk betrachtet, das die Schicksalsgemeinschaft der Juden — über 1 lies Unterschiedliche hinweg — zur Erschein mg bringt und tätig aktiviert. Gerade darum hat unser Bund sich Jahr für Jahr dafür rückhaltlos eingesetzt, und unsere Kamera len haben sich mit voller Hingabe in den Dienst dieser Sache gestellt, in der der jüdische Gemeinschaftsgedanke und somit die Haltung unseres Bundes besonders klar hervortritt. In dieser Einsatzbereitschaft und Opferfreudigkeit für die Jüdische Winterhilfe kann uns das Verständnis der Jüdischen Gemeinde Berlin für die Kriegsopfer nur befestigen. Im letzten Rundschreiben der Ortsgruppe Düsseldorf an ihre Mitglieder finden wir zum Schluß die folgenden Sätze, die in unserem ganzen Bunde bekannt und beachtet zu werden verdienen! „Wer im Graben sein letztes Stückchen Brot, seine letzte Zigarette und seine letzte Kraft mit seinem Kameraden geteilt hat, darf auch jetzt nicht zurückstehen, wo es gilt, für unsere Kameraden im Lebenskampf, für unsere Jugend die unsere Zukunft verkörpert, Opfer zu bringen. Nur wer Opfer bringt, ist selbst der Opfer wert, die vielleicht auch er einmal fordern muß und nur wer sich wirklich als Kamerad beweist, ist der Ehre würdig, als Mitglied des Bundes Kamerad genannt zu werden. Deshalb ist es nicht eine Bitte, sondern eine Forderung, wenn wir unseren Kameraden der Düsseldorfer Ortsgruppe zunffen: Zahlt pünktlich den kleinen Beitrag und haltet dem Bund die Treue!!“ in ihrer weltanschaulichen Geschlossenheit ganz anders behaupten können als ein Einzelner in fremder Umgebung. Es spricht nichts dagegen, sondern u. E. alles dafür, daß im Rahmen der Planung und Vorbereitung der Gruppenwanderung r:ligiös eingestellte Juden zu Oruppen zusammengeschlossen werden könnten. Dies gilt sow >hl fiir die landwirtschaftliche Vorbildung in eitsprechenden Ausbildungsstätten, wie atch später für die gemeinsame Siedlung solcher geschlossenen thoratreuen Gruppen in Uebers :e. Bei den für die Uebersee-Wanderung inständigen Stellen, d. h. der Jüdischen Lardärbeit OmbH. und dem Hilfsverein, sowie Im Wanderungs-Ausschuß der Reichs Vertretung, dem ja jetzt auch ein Vertreter der Orthoddiae angehört, als der zentralen Stelle verdienen diese Gesichtspunkte der thoratreuen Orgaii;- sationen Beachtung. Sic zeigen gleichzeitig die jüdische Bedeutung der Oruppcnsiedlung ab Wanderungsform erneut auf. De in es wäre sehr wohl denkbar, daß ebenso au:h anderen weltanschaulichen Richtungen u ld Organisationen durch die GruppensiedTung cie Möglichkeit eines Zusammenschlusses thter siedlungswilligen und -fähigen Menschen — auch außerhalb Palästinas — eröffnet wild. Die jüdische Landarbeit GmbH-, wird lei Erfüllung ihrer besonderen Aufgaben (näi nlich: Planung und technische Organisation d -r Gruppenwanderung, Vorbereitung und vor allem Oewjnnung von überseeischen Siedlungsstellen für die Gruppensiedlung) durch unsere Vorarbeiten in unseren eigenen Mitgjiederreihen gefördert. Durch die straffe Organisation des Frontbundes und des Sportbundes „Schild“ vermögen wir rund 50 000 organisierte Mitglieder zu ^erreichen, diese Menschen für den Gedanken der Gruppensiedlung reif zu machen und Erhebungen über die Zahl der hierzu Bereiten und Geeigneten durchzuführen. -Die Bedeutung dieser Möglichkeit liegt auf der Hand: das gesteigerte Wanderungsbedürfnis wird in geordnete Bahnen gelenkt; es wird auch von dieser Seite aus verhütet, daß es sich in panikartigen, planlosen und damit letzten Endes in für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft gefährlichen Formen auswirkt Hiergegen muß von einer verantwortungsbewußten verbandsleitung Vorsorge getroffen werden. Es kommt viel darauf an, keine falschen- Hoffnungen auf Wanderungs- und Siedlungsmöglich - keifen zu erwecken, die noch nicht vorhanden sind und — insbesondere durch die ILA — erst geschaffen werden sollen; ebensoviel aber kommt es darauf an, unseren Mitgliedern die im Siedlungsgedanken liegenden Möglichkeiten aufzuzeigen, ihre Bereitschaft und Eignung für die Gruppensiedlung zu klären und sie psycho-, logisch hierauf vorzubereiten. Daß wir uns dieser Aufgabe im Frontbund und Sportbund unterzogen haben, liegt schon 543^17714232037364605^1