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Der Schild · 1937-12-03 · 49 (3.12.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
49 (3.12.1937)
Date
1937-12-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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tyuaifc ZUbfotat Rußlands jüdische Soldaten im Weltkrieg In dem Leitartikel ..Ein krie^sstatistischer Ueberbliek“ in Nr. 44 war auf dne Schwierigkeiten w allen Ermittlungen üb(er das alte russische Heer und dessen jjidische Soldaten utid Gefallene hingewiesen worden. Die Zahl der in der russischen Armtee während des Weltkrieges stehenden Judeh war mit 600 000 angegeben und als Schitzungs/iffer bezeichnet. Die statistische Grundlage sei einleitend hier kurz nachgewiesen: In einer eingelenden Veröffentlichung des Verlages Rasum in Petersburg 1911 hat M. C. Ussow die genauen Ziffern der jährlich zur russischen Armee eingerückticn jüdischen Soldaten voi 1880 bis 1910 wleder^egeben. ln den zehn Jahren von 1900 bis 1909 sind 170 244 Juden |zur Armee eingerückt. Bei Beginn des Weltkrieges gab es in Rußland auf Grund der amtlichen Ziffern ca. 400 poo gediente jüdische Soldaten, sodaß deren Gesamtzahlim Weltkrieg durch Aushebung neuer und alter Jahrgänge auf ca. 600 000 [gebracht worden ist. Dies entspricht 10 v. Hl der jüdischen' Bevölkerung im alten russischen Reich. (S. a. ..Schild“ 1927, Nr.-6 ..Die Nikolaicwer Soldaten“). * Die eingangs erwähnten Schwierigkeiten.'die -ich def Gewinnung' kriegsgeschichtlicher Erkenntnisse Jn diesem jüdischen Sektor entgegensteilen. verhindern uns, ein wirklich ge- 'Chlosserfe' Bild des russischen Judentums im Weltkrieg zu erhalten. Eine der wenigen Glichen nieten di« Ausführungen, die i. J. 1916 der jüdische Abgeordnete Friedmann vor der Reichsdurna gemacht hat. Umso dankenswerter ist jede neue Qselle, die sich unserer Erkenntnis erschließt. So ist gerade jetzt in deutschsprachiger iJcbersetzung ein bemerkenswertes Buch erschienen, die Lebenserinnerungeiu des bedeutenden jüdischen Historikers Simon Dubnow, die auch zu. unserem Thema mancherlei aussagen. (Simon Dubnou ...Mein Leben“, herausgegeben von Dr. Elias Hurwicz. 1937,' Jüdische Buchvereinigung, Bertis). Erst kürzlich, bei Würdigung des 1. Bandes der Volksausgabe seiner „Weltgeschichte "des jüdischen Volkes“] deren beide weitere Teile hoffentlich bald "folgen, wurde hier auf djk-sen großen Historiker hingewiesen. Wenn ej\ nun seine Erinnerungen, die Geschichte sfcines eigenen ereignisreichen Lebens in fesselnder Form erzählt, so läßt er dabei zugleich ein Stück moderner Geschichte des Judentum«), insbesondere des Judentums in Rußland, plastisch und packend erstehen; die Memoireniorm gibt dieser Zeitgeschichte besonders lebhafte F'ärbung und Unmittelbarkeit. Ein Kapitel, das 14., ist der Zeit des Weltkrieges gewidmet. Und wir sind dankbar, hier wieder einmal durch eine berufene Feder einige tiefere Einblicke in das für uns so schwer zugängliche Weltkriegsschicksal der Juden-Rußlands zu gewinnen. Das erwähnte Kapitel „Im Weltkrieg“ schlägt den geschichtlichen Bogen von de« Tagen der K r i eg serklärung, als auch das Judentum Ruß^nds trotz seiner bedrückenden Sonderstellung, von eine'r starken patriotischen Stimmung ergriffen, in einer Kundgebung in den Straßen Petersburg; endend mit einem Kniefall vdr dem Denkmal des Zaren Alexanders Hi., eine sinnfällige Bekundung zu seinem Heimatlande in der Stunde der Gefahr abgab, — bis-zu dem für. Rußland so unglücklichen Ausgang des Krieges, zur Februar-Revolution 1917 und zum Frieden voir Brest- Litowsk. Was an Ereignissen dazwischen liegt und von pubnowd Feder festgehalten wird, entrollt erschütternde jüdische Kriegsschicks;ale, vor allem der zahlreichen jüdischen Zivilbevölkerung im Operationsgebiet. Dubnows Schilderungen stützten sich u. a. auf Berichte wie sie das - „Hilfskomitee für. jüdische Kriegsopfzr“ von seinen in die von Juden bewohnten Frontabschnitte entsandten Vertretern erhielt. Abseits! hiervon interessiert eine beiläufige Tagebuch-Notiz Dubnows aus dem Herbst 1915: „Heute war Anski in Uniform bei mir Er hat (palizien und Wolhynien bereist und viel Schreckliches gesehen. Er ist von Jabotinskis Romantik angesteckt und will nach England, um! die Idee englisch-jüdischer Legionen zu propagieren, die Palästina befreien söllen...“ Einschließlich der drei Punkte, ii denen diese Aufzeichnung Dubnows so charakteristisch ausklingt, ist sie ein Bewe s dafür, daß auch ein großer Gelehrter um Geschichtsforscher in die Gefahr kommen kat n, gerade das für „Romantik“ zu halten, wa sich tatsächlich als echte Realpolitik erwei;en sollte. Zusammengefaßt: Die Lebenserinnerungen des greisen Geschichtsforschers sind ein jiies Geschichtsdokument, nicht allein für dasl Weltkriegsschicksal in Rußland, sondern auca für die anschließenden revolutionären Zeiten, von denen wir nur zu wenig wissen. Dieses wichtige Buch ist unseren Lesern zu ’ehlen. Kam. Dr. W, DerHn | j Altpapier | Adolf Naftanlel N4«. AmIkwdliataaS / 4tMas kauft mit Kleetampf•aerentle | Ankauf | lllnenlae Akten unter Oarantle niipapiBr der Eine tempfnng HERMANN BEYERSDORFF * SOHN SW 48. Kockau. 84a Tel. 17717« City-KemtuiM**an« Frtnliiitkt Str. 13 Ständiger An- ■- Verkauf eleganten Mobilara, echte* n-dentaAerTeppiAe, Porxellnnservtce, Silber etc. ALT - PAPIER - ZENTRALE Richard Kr aalte / Mit 1616 SW «5 / Schätze nttr. 66 / 173933 Herr.- u. Dsmen-Garderobe PELZE |ek>|m sucht dringend Perelmanniunlandatr.14 Tel. 310861 U Aufzüge | ABtZNNe alle» flllCHM Pflege, Rep. osw. die HERMANN MONSTER Anfxogbm W Inh. M.Pfiedldnder. Uaf. a Mltfl.dJ.S Charlottenb«., WlodsAeldatr 37 / 31 «3 M g Autobereifung R HcMWIll! »Utfnu«chn«Mn Reperatnsen. Mt'. Nen-Verkaof prciiim. Batterien neu n. zur Miete. Ladeatatl^n lag. 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