Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 47 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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% Jakob, Infanterist, 12. 9. 1916; Morgent h a u , Simon, Landsturmmann, 13. 6. 1919; N e u h a u s ,'Sally, Vizefeldwebel*?1. 6. 1916; Roos, Wilhelm, Leutnant d. R., 24. 10. 1917; Rosenräuch, Samuel, Hauptrn., 29. 12. 18. Iqfcuajßfe foßefafett ftuferessierf'— Die Heeresstärke Im Weltkrieg . . . Nach der Durchführung der Wehrvorlage von 1913 betrug sie 800 675 Mann und KV 092 Dienstpferde, die in 25 Armeekorps gegliedert waren. Im einzelnen gab es 217 infanterieregimenter, 18 Jägeruad Schützenhataillone, 1 Infanterie-Lehrbataillon, 9 Unteroffi/ierschulen, 26 Maschinengewehr-Abteilungen. 110 Kavallerieregimenter. 100 Regimenter Feldartillerfe und eine Schießschule, 24 Regimenter Fußartillerie mit einer Schießschule, >3 Pionierbataillone. 8 Eisenbahnbataillone, u Telegraphenbataillone und 8~Festungs-Fernsprcchkompagaien. je 5 Luftschiffer- und Fliegerbataillone, 1 Kraftfahrbataillon, 1 (bayrisches) Luft- und KraftfahrbatailTon und 25 Train-Abteilungen. Für den Ernstfall standen dem deutschen Heer bei Kriegsbeginn annähernd zehn Millionen Wehrpflichtige im Alter von 17 bis 45 Jahren zur Verfügung, davon etwa, die Hälfte Ausgebildete. Natürlich trat zunächst nur ein Teil von ihnen unter die Waffen, Im Laufe der Mobilmachung stieg das deutsche Heer einschließlich seiner I Kriegsformationen auf '1822 450 Köpfe, die Sich wie folgt verteilten: höchste Kommandobehörden 3489, Festungsgouvernementsstäbe und ähnliche Behörden 0389. Fddtruppen 1328 526, Reservetruppen 586 619. Belagerungsfbrmationen 7982, Nachschub- und Etappenformationen 91 739, Stellvertretende Behörden 76 166, mobile Landwehrtruppen 270 343. immobile Landwehrtruppen 82 OOi, immobile Festungsformationen 27 933, Er>at/truppen 954 110 und Landsturmtruppen 384 126. Die Infanterie1 stellte außer einem — aus dem Lehrbataillon gegründeten .— aktiven Regiment 113 Reserve- und 96 Landwehrregimenter, 86 Brigade-Ersatzbataillone und 334 Lahdsturmbataillone auf. Aus den Jägern und Schützen* entstanden 18 Reservebataillone. Zu dett 110 aktiven Kavallerieregimentern traten 33 'Res^rveregimenter, 56 Landwehr-, 74 Landsturmeskadrons und 19 Kavallerie-Ersatz-Abteilungen. Zur aktiven Feldartillerie traten außer;einem Lehrregiment noch zwei aktive Oarderegimenteri 29 Reservetegjmenter, 13 Landwehr- und 23 Landsturmbatterien und 40 Ersatzabteilungen zu je zwei Batterien. Die Fußartillerie erfuhr eine völlige Neuorganisation. Sie stellte auf: 26 schwere Feldhaubitzbataillone für die Armeekorps, 14 Mörserbataillone und ein 10 cm-Kanonenbataillon ■ •'■■ui.muh..... iwtiimwniiinHim Wer überläßt Radio-Apparat für einen lOOo.'o kriegsbeschädigten Kameraden. Angebote an den Landesverband Berlin und Mark, Berlin C 2, Königstraße 50 erbeten. imumunuiiiuiii»'uintiiMwniiiinmiiiiim»HiiiiiuuiHitiiiiMMimiHw>wwiwiiMiiw»uutw>«u fiir die Armeen und 16 Bataillone für das Besatzungsheer. Dazu kamen 50 Reserve- und 24 Landwehrbataillone, Die Pioniere und Verkehrstruppen wurden im allgemeinen in Kompagnien aufgeteilt, stellten aber zum Teil auch noch Reserve- und Ersatzformationen auf. Die Fliegertruppe war noch sehr unentwickelt. Lediglich jedes aktive Armeekorps erhielt eine Feldflieger-Abteilung zu je 6 Maschinen, desgleichen jedes AOK. Außerordentlich groß war die Zahl der Kolonnen und Trains. So mußten allein annähernd 1000 Munitionskolonnen aufgestellt werden. Beim Ausmarsch ins Feld gliederte sich das dentsche Heer in 8 Armeen mit .25 aktiven Korps, 14 Reservekorps, 1 Landwehrkorps, 1 selbständige Reservedivision, 4 Höheren Kavalleriekommandos mit 10 Divisionen, 1 selbständigen Kavalleriedivision. Dazu kamen noch Landwehrbrigaden, Ersatzbrigaden, Festungsformationen usw. Sieben Armeen mit etwa 1 600000 Mann kamen nach dem Westen, die achte mit rund 200 000 Mann nach dem Osten. fm Laufe des Krieges hat sich die Stärke des deutschen Heeres bedeutend vergrößert. Im September 1916 betrug sie über acht Millionen Mann, davon über fünf Millionen beim Feldheer. Zu Beginn der Offensive im Frühjahr 1918 zählte das Heldheer nur noch 4 800 000 Mann, davon 3 6500C0 Mann im Westen. Im Ganzen wurden während des Weltkrieges auf deutscher Seite 13 387 000 Mann einberufen. H. 1. Lieder im Schützengraben Isaac Rosenberg, ein englischer Dichter der Frontgeneration *■ Vor kurzem sind bei Chatto u. Windus die gesammelten Werke Isaac Rosenbergs in einem Bande erschienen, von E. W. Harding und Gordon Bottomley herausgegeben. Seine Lebensgeschichte ist kurz erzählt. Ein junger englischer Jude ging auf die Volksschule in Stepney, wurde dann Lehrling in einem Verlage und studierte alte Geschichte. Er begann früh zu schreiben und fiel im Alter von 27 Jahren im Kriege an der französischen Front. Als Dichter war er vor seinem Tode, fast unbekannt. Erst im Jahre 1922 gab Gordon Bottontley eine Gedichtsammlung von ihm heraus. Die jetzt erst veröffentlichten gesammelten Werke' zeigen Rosen >erg als den einzigen Dichter dieser Zeit, cer in einem Atem mit Wilfried Owen genani t werden kann, dessen Vollendung er wohl erreicht hätte, wenn es vom Schicksal nicht ai ders bestimmt gewesen wäre. Der vorliegende Ban i enthält zunächst tzwei Gedichtsammlungen, .Nacht und Tag“'und „Jugend“, sodann das dramatische Gedicht „Moses“, „Lieder im S :hützengraben“ und das Schauspiel „Das Einhorn“. Es folgen dann noch einige Jugendgedi :hfe,. Essays und Briefe. In seinen „Liede-n im Schützengraben“ und Brief;n zeigt er eine fast unirdische Gelöstheit on allem Persönlichen und bewunderungswür lige Hingabe an das große Gefühl der Vat« rlandsliebe. Trotz völligen Aufgehens in der Idee vergißt er nicht den unter den Anstre igungen des Schützengrabenkrieges ächzend« n Körper, wunde Füße, Krankheit, Hunger, Xurst und Tod so zu schildern, wie es die Millionen Soldaten des Großen Krieges wirk! ch erlebt haben. In seinem „Moses“ sehen wir die Entwicklung, die er gen« mmen hätte, wenn er nicht gefallen wäre. I las Gedicht enthält — nach allgemeiner Meint ng — mit die schönsten dramatischen Verse de; Jahrhunderts. In dem Vorwort, daß Sassoon dem Buche widmet, weist er auf di e herbe, ernste Klarheit und die klanglich und bildlich wunderbare Sprache hin, in der sei i toter Kamerad seinen Gedanken Worte verleiht. Vieles von dem, w;s wir sehen, ist noch jung uqd unfertig. Abe an den starken Stellen ist es, als ob eine fJebe Iwand einen Augenblick zerreißt und uns eine 1 errliche Welt erschauen läßt, um sie gleich wieder vor unseren staunenden Augen zu verb rgen. Seine Werke vermitteln uns Fragment« einer großen Persönlichkeit, die noch de ■ Entwickelung harrte. Wäre er am Leben g blieben, so hätten sich Form und Phantasie in Ihm zu Wunderbarem vereinigt. Der Tod im Feld traf einen Großen. Hier eine Probe —: Marsch ’m Feuer. Vor meinen Auren schwanken Die anstrengungsröten, kraftvollen Nacken meiner Kameraden Auf und ab. I Briefmarken Awrtln W-«S, n t rniz Li ItapwatvS« lewln 91A. Hin und her Wie flammende Pendel Schwingen ihre frostrotglänzenden Hände Ueber dem staubfarbenen Graubraunfarblosen Khaki Im Gleichschritt. Der urewige Ruhm des Kriegers Strahlt, von unseren armen Nacken und Händen. Das alte Feuer glüht noch In der Schmiede des Mars, Doch die Kunst ist größer, Mit der er schmiedet Und seinem Pferd Tod die Hufe beschlägt. Da rast es heran! Unsichtbare Hände Lassen blind Aus eiserner Wolke E wige Finsternis Herniederregnen Auf unsere Augen. Sportkam. Dr. W. L. Ein Armee-Codor des Großen Knrtorsfen Dm B'lttsrn da Verbinde« indischer Hehaitvcreine «erdenken wir in Nr. 11 vom November 1917 einen j rom «nnittrgeschlchtlichcn Gakbttpunkl her biter- | «einten Hin web: < „F ach der Hinrichtung des „Münzjuden Lip- '' pold '* lebt fast 100 Jahre hindurch in der Mi k Brandenburg kein. Jude mehr — oder nur einer. Dieser eine ist Israel Aaron, „Fattor“ bei der Armee des Großen Kui fürsten, der, gegen den eigenen Willen fast, den Anstoß zur Begründung einer jüdiscl en Gemeinde auf dem Boden BecUn* bildi t. B< vor Israel Aaron, um dessen Lebensweg noch viel Dunkel waltet, nach Berlin kam, hatti er seinen Wohnsitz in den östlichen Teil n der kurmärkischen Lande gehabt. Man gehl wohl nicht fehl in der Annahme, daß Aaren in dem Raum zwischen Ostpreußen und der Ostgrenze der Mark geboren ist. 1653 als er schon in reiferem Mannesalter steh', finden wir ihn zum ersten Male in Preißen: er erhält die Bestallung, die kurfürstlich« „Hoffstadt mit Weinen, Viktualien, und and« ren Waren zu verlegen“. Aber erst zwei Jahr: später nimmt er im Lande seinen festen Wohnsitz, 1655 ist der „Hoffjude Israel Aaron“ in d :r Stadtbürgerliste von Landsberg a. d. W. verz :ichnet. Nach wie vor durchreist er das Lan«, wie sein Beruf es mit sich bringt. Er, der als wirtschaftspolitisches Instrument, der _ Landesherren dient, der bei der „Müntz allhi :r mit Einkauf und Anschaffung Silbers; getri ulich gedient“ hat, auch „bey Unse-' rer Armee in allerhand nützlichen Verrichtung :n und unvorweißlichen Fleiß befunden“ wor«en ist, ist ständig unterwegs und'genießt dab« i freilich auch den besonderen Schutz des Kurf irsten. Als in Polen die Pest ausbricht, Kurf irsten. Als in Polen die Pest ausbricht und zuwandernde Judensie nach Königsberg einsc ileppen, weist der Kurfürst alle Juden, aus der Stadt, „doch ohn den Factorn bey Unserer Armee, Israel Aaron, und etwa Zween öder Drey seiner Leute“. Ein Schutzbrief von 1657 gibt ihm die Freizügigkeit im Herzogtum Preußen. 1663 endlich siedelt er nach Berlin über und bewohnt, wenn er nicht in C eschäften umherreist, „«fas Haus in der Stral lowschen Straßen, so der Bahder am Crög eil erbauet“. Doch noch 8 Jahre hindurcl bleibt Aaron mit den Seinen der einzige Jude in Berlin“. En t im Jahre 1671 hat dann der Große Kurfi rst auf Bitten der aus Wien vertriebenen Juden die Genehmigung erteilt, sich in B« rlin und der Mark niederlassen zu dürfen. 4