Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 47 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I Nr, 47 / 19, 11. 37 LLES ORGAN DES „SCHILD", PSPORTBUND HSBUNDES JÜDISCHER FRONTSOLDATEN Kampf mit 60000 Kugeln Eindrucksvolle Verlauf de 2. ßeic isineistet schäften 60 000 Kugeln rollten fünfzehn Stunden lang auf siebenundzwanzig Bahnen, über 300 Teilnehmer, 150 davon aus allen Tellen des Reichs, gaben 530 Meldungen ab als Beste aus ' zahlreichen Ausscheid ungskämpfen der 20 0 0 Sportkegler unseres Sf ortbundes. — Großartig ist die Leistung des Re ichsobmanncs Hörwitz und seiner Mitarbeit :r. Großartig aber auch die sportliche Haltung der Kegler, eindrucksvoll das äußere Bild d eser Meisterschaften, vorzüglich die sportlichen Ereignisse des 13. und 14. Novembers in Berlin. In einheitlicher weißer Kleidung,: unterschieden nur durch die Abzeic len der einzelnen Riegen, traten die Kegl :r hinter die Glaswand, die die eigentliche Sporthalle mit den Bahnen von den Zuschauern trennte. 100 Kugeln waren zu schieben, die Gesamtzahl zu werten. Das verlangte äußerste <onzentration, restlosen Einsatz aller körperlichen Reserven bei den letzten zwanzig, letzten zehn Schub. Eine vielseitige Turnierleitung hi tte die Bahnen eingeteilt, die am Morgen ausgelost worden waren, jeder Kegler trat zur festgesetzten Minute an die Bahn, unaufhörli :h rollten die Kugeln, fielen die Kegel, blinkt :n die Zahlen auf, wechselten die Kegler. 1(0 Kugeln in einer .halben Stunde auf zwei od< r vier Bahnen zu schieben, eine mit der gleichen Präzision der Sportkegter-Veeinigung des „Schild" wie die andere, das ist eine große j sportliche Leistung. Wie stark auch hier dajs Können entscheidet, das besagt das Ergebnis: die Favoriten blieben in Front. Die Reichsmeisterschaft wurde auf Bohle, Schere und Asphalt mit 100 Kugejn ausge* kegelt. Ein Seniorenkampf, ein Zweier^Mannschaftskampf, ein 100 kugel-Leistijmgskampf umrahmten die Meisterschaften. Zum ersten Male wurde das Gassenkegeln, der Kampf um das Leistungsdiplom 'ausgetragen, das der allgemeinen Leistungsnadel anderer Verbände entspricht. Bei 100 Kugeln mußten auf Bohle auf zwei Bahnen einmali 25 links, dann 25 rechts, dann wieder 25 links und 25 rechts aufgesetzt werden. Traf eine Kugel nicht das entsprechende Vordereck i der neun Kegel, so lag ein Fehler vor, ein ,,Pudel, Ratte, Pumpe“ — wie ein Wurf neißt, der die Bahn verläßt —, eine schwere1 Schlappe. Mit sechs bis acht Teilnehmern, die mehr als 96 Gassen erzielen würden, wurde gerechnet. Es wurden aber mehfe/re: Dutzend, über 50% aller Starter, die ihre Klasse bewiesen: S. David, Dr. Beiser, M. Reichmann, W. Prager, R. Tworoger erzielten 100 Gassen. Die Diplome reichten bei weitem nicht aus! Die Berliner lieben die Bohle. So stellten sie auch mit Max H i r s c h e I, den Reichs- Fördert das WettkampMTurnen! üh oFfi lim Am 7. November 1937 kame0 für Turnen aus sechs Landess mit dem Reichsobmann für Turr um durch unsere beiden besten dem Reich die Pflichtübungen mende Reichsmeisterschaft vorfi und sie endgültig festzusetzen. Zu der letztwöchentlichen teilung über unsere Reichsih im Turnen ist noch zu bemerk): Landessportverband nur drei Ti Turnerinnen zu den Reichsiji melden darf. Ausscheidungskämpfe dess po rt v erb ä n de zur Ei Besten sind daher nicht nur we Förderung des Turnens, sond Fall sogar in vielen Landessi Vorschrift. Ab 1939 sollen die Ausschreib|i seren Reichsmeisterschaften du gen an den Schaukelrin werden. die Obleute ßortverbänden en zusammen, Turner aus für die komren zu lassen In der allgemeinen Aussprache war man iziellen Miteisterschaften n, daß jeder er und drei eister^chaften erje der) Lanijmittluiig ihrer ttkampfmäßige :m in I diesem jortverbänden ungen; zu unilch U je b u n - gen vermehrt SW''1 llcn/ze ALLIGATOR doi sind q o t »• Lcd UNSERE VERKAUFSOES' Essen, Am Bochnm, Frankfurt i Zwiralt, C c i w u r c n Berlin, Tananfrienitrahe 16 Hainbarg, Jugfaraatie* 43 Ksln a. Rh„ Hob*«trab« 115 Eatan. Umbackstaba 10 WuppaetaMQberiald, sich darüber einig, daß die Forcierung der Unter- und Mittelstufe, besonders in den Jugend- und Schüler-Abteilungen, für die Vereine wichtiger sei, als die Fortbildung der Geübtesten, die natürlich! trotzdem keinesfalls vernachlässigt werden {soll. Die wünschenswerte Breitenarbeit kann durch Mannschaftswettkämpfe und durch Einzelwettkämpfe in verschiedenen Altersurtd Schwierigkeitsklassen gefördert werden. Die Mannschaftswettkämpfe müßten zunächst! innerhalb der einzelnen Landessportverbände, dann zwischen den Siegern benachbarter Landessportverbände und schließlich zwischen den beiden letzten siegreichen Mannschaften aüsgetragen werden. Für die vorgesehenen Einzelwettkämpfe in verschiedenen Stufen iwird der Reichsobmann Uebungen ausschreiben. Doch kann ein derartiges allgemeines Epizel-Wettturnen allein schon wegen der sejhr hohen Reisekosten z. Zt. nicht vom Sportfbund veranstaltet werden, sondern diese Wettkämpfe müssen zunächst innerhalb der Vereine, Bezirke und Landessportverbände aüsgetragen werden. Weiter wurde über die unbedingt notwendige Vorturner-Ausbildung ujiq -Fort b i 1 d u n g gesprochen. Der Rei<jhsobmann gab hierbei einen Ueberblick über!die wichtigsten einschlägigen Lehrbücher. Alle Teilnehmer hatten den Eindruck, daß diese Zusammenkunft, die leider jnicht von allen Turnobleuten besucht war, 'nicht nur wegen der Besprechung der Pflichtübungen zur Reichsmeisterschaft, sondern auch wegen der persönlichen Fühlungsnahme der für das Turnen im Sportbund „Schild“ verantwortlichen Mäpner und durch den Meinungsaustausch sehr nutzbringend verlief. 1 Dr. P..F. Auf der Bohlenbahn Bild: Dzabftt meister 1937 auf Bohle, vor Cohn und Rüben, Berlin; die beste Zehnerriege mit 7071 Holz Berlin vor Hannover und Öberschlesien. Sie verteidigte damit erfolgreich den Titel. In der Reichsriege, welche die 10 Besten umfaßt, sind sie fünf Mal vertreten. Eine Wiederholung der Vorjahrsergebnisse war die Reichsmeisterschaft auf Schere. Wieder wurde der Kriegsbeschädigte Fröhlich, Berlin, mit 634 Holz Meister, — überhaupt waren 80% aller Teilnehmer rrontsolda|ten — der. Dritte des Vorjahres, Brauer, Beuthen, konnte sich als Zweiter plazieren. Berlin stellte wieder vor Oberschlesien die beste Riege, wieder wurde Essen Dritter in diesem Wettbewerb. Was den Berlinern die Bohle, das ist den Süddeutschen, besonders : den Frankfurtern ihre Asphalt bahn. Im Vorjahr waren sie die best, Zehnerriege, stellten sie den Reichsmeister, und auch in diesem Jahre konnten sie nach scharfem Kampf mit ihren selbst mitgebrachfen Kugeln den Angriff der Berliner erfolgreich abschlagen, wieder die beste Riege’ mit 5041 Holz vor Berlin und Leipzig stellen. Reichsmeister wurde Rüben, Berlin, mit 557 Holz, vor Tworoger, Berlin und Henschel, Frankfurt ä. M. Im Senioren kampf siegte Krämer, Berlin, mit 719 Holz, aber noch größere Begeisterung umjubelte den 73jährigen Rosenthal, Oberschlesien, der 632 Holz erzielte. Das Zweier- Mannschaftskegeln gewannen Richard Frönlich, Heinz RosCnbaum, Berlin; den 100 Kugel- Leistungs kampf am Sonnabend A- Mever, Hamburg, und am Sonntag Davidsohn| Berlin. Leider fiel auch ein Schatten auf diesen glanzvollen Sporttag. Mitten im Kampf um sportliche Ehre starb Kam. Paul Spiegel aus Hannover an einem Herzschlag. Schweigend ehrten ihn am Abend bei der Siegerverkündung hunderte Sportkanieraden, aus deren Reihen er so plötzlich gerissen wurde. Sie werden ihn nicht vergessen. — Eindrucksvoll sind die zweiten Reichsmeisterschaften der Sport-Kegler-Vereinigung im „Schild“ verlaufen. Außerordentliche Opfer sind zu ihrer Durchführung gebracht worden. Weite Reisen mußten durchgefühTT, wochenlange Vorbereitungen getroffen werden. Und wenn nun jetzt wieder Training und Wettkampf im heimatlichen Bezirk beginnen, dann sollen alle Kegler, , die diese beiden Tage in Berlin erlebten, etwas von dieser Begeisterung und Kameradschaft in ihre Kegelgruppe hineintragen, mit ihr immer neue Kegelbrüder werben: sportlich zu kegeln. Dann waren diese Tage nicht umsonst. Ergebnisse der-Reichsmeisterschaften: ' Relcbsmcietefschalt auf Bohle: 1. Max Hirschei, Berlin, 745 Hz. Reichsriege: 1. Hirschei, Berlin, 745 Hz.; 2. Eugen Cohn, Bin., 723 Hz.; 3. Rüben, Bin., 721 Hz.; »