Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 47 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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hicranj höchst irjferessiert ist und sich seine persönliche Meinung bilden wird. Unser Augenmerk ,konzentriert sich vielmehr immer wieder aui jene Momeijte, die uns naturgemäß insbesondere am Herzen liegen, die_ s o I d a t i sehen. Auf siel erneut zu verweisen, scheint uns um so mehr Pflicht, als wir sie nicht für ein Problemneben vielen, sondern für ein, ja vielleicht für das Grundproblem halten. Ein aus 'Jerusalem stammender Beitrag der Jüdischen Rundschau vom 9. 11. 1937 war überschrieben: „Die große Gefahr: Mangelnde Vorbereitung“. Er weist darauf hin, daß möglicherweise schon jm kommenden Herbst mit der Konstituieruiig des jüdischen Staatswesens zu rechnen sei, [und fordert mit Recht eine beschleunigte und durchgreifende Vorbereitung auf diese Möglichkeit. Unsere besondere Beachtung findet, wbs-er zur Wehrpflicht ausführt: „II. W ch r p f iji h t : Mä;i kann d»c ob -4-irtv U eh.-ffwcht q; 1; wird oJ.*r nichr. nicht m d?n -letzten vu.r4- •!/u.uztC Munden überlegen, aber man wird sa in <Je.i er-Tv*! vicrudzwanzfaf Stunden des Jud,n<tja|s entj.h.i.iji, n Mar. mutf sich vorher darüber klar werden.J z.i t.:u thrpfUhe, falls wir sic i’intuhrcn. eine rein jn:.;* r;>.he -e.:i raud, oder ob sie glekh/e.tig tut A l t Arl ciHiitenst zur Uurch- Tuhrurig, Jur d• .1 .Vi.ji > :k itr.r.-.i; iLwcr. kolomsatortSeh.r V< rber*. tun. >.lr.- jte.i kann. Man wird sich Vorsteher d i. d«c E n/uhr.n^ einer kombinierten Mehr* uni ni:ht nur für dfre schwierig* Vatc;i :i v.r r »e U >’ >•••i<itori1che Unrerneha >.n W.v: . - . dorn dad die*c Wehrpflicht fir bestraft!.' Altersgruppen a.ich ein Bestandteil der EinwanderunjfsbeiÜ *g ingeii f. :: unhcr, -rjehyben. D. Red. J >sht vi.) >. : k nJL.;nn >),. Voreinheit uhung unseres VuUuk, die iu ^r.t j^ir Liiwandcrung immer schwieriger ••ird. h. r)>. /; hn :i tun Jic Z-.isarnrnenluhrung unserer Mens, hi n.. u.« aj-, -1 v. :~<h *. Jenen kulturellen und zivüi* 'ut r.sihva t-n.v .'.to,: . i -n zu fordern, und — last r.-.t lta-t iUi die |E •:;'jhr.mg der Wehrpflicht auch für Wue.n«-f Jir 1. J e s hn«\!e Hcbraisierung der in Frag-’ koa::icn.!vii_ Aitvr»gruf;-.:i garantieren wurde!“ Ein Hinweis wie dieser ist zu begrüßen; denn er dient dhzur das Interesse der jüdischen Kreiser aifch in Deutschland, von den sonstigen, noch so niveauvollen und gedankenreichen lli-kussionen auf die Realitäten und damit auf den Kern der Dinge — hinzulenken. ln das jüdische . Kolonisationswerk in Palästina sind (nach Angaben des erwähnten Dr. Karpf) über 400 Millionen Dollar investiert worden. Die Beträge wurden sicherlich zu einem recht erheblichen Teil von Nichtzionisten, vor allem Amerikas, aufgebracht. Eine solche Investition setzt ein hohes Maß von Vertrauen voraus; Vertrauen freilich nicht allein 4n die kolonisatorische Leistung die damit vollbracht werden soll, sondern mindestens ebensoviel Vertrauen .zu der Macht, . die zum Schutze einer solchen Kolonisation unerläßlich ist. Als kurz nach Errichtung der -jüdischen Heimstätte das gegebene Schutziustrument, nämlich die dem Verband der britischen Armee angehörige Jüdische Legion m - Palästina aufgelöst wurde, war damit offensichtlich die Entscheidung dahin gefallen, daß die-Palästinaregierung bezw. die Mandatsmacht diesen Schutz nicht jüdischen Gewehren anver-« trauen, sondern sich selbst Vorbehalten wolle. Von einem bew ußten jüdisch-soldatischen Standpunkt aus war dies zu bedauern. Mit welch geringen polizeilichen Mitteln man freilich d3nn den für eine umfangreiche Kolonisation erforderlichen Schutz gewährleisten zu können . glaubte, läßt sich u. a. im Peel-Bericht nachlesen. Die Unzulänglichkeit dieses Schutzes beweist die lange Reihe der Aufstände seit 1920 und die Liste der Todesopfer bis in die jüngsten Tage. Immerhin: Im Vertrauen auf die Schutzmacht England sind die ins Judentum der ganzen Welt aufgebrachten 'Mittel für - die Heimstätte nacti Palästina geflossen und dort investiert worden. Und nun ist eine entscheidende Wendung eingetreten. England ist, dies scheint festzustehen, nicht gewillt, das Mandat über Palästina beizubehalten. Die Errichtung eines Judenstaates bedeutet, daß Engjand den bisher ausgeübten Schutz des jüdischen „National Home“ nicht mehr in alleiniger Verantwortung übernimmt, — Judenstaat besagt vielmehr: jüdischer Selbstschutz. Damit taucht das militärische Monjentin seiner überragenden Bedeutung zum ersten Male so deutlich aut! "Es muß jetzt sichtbar werden auch -für diejenigen,' die ihm — im Unterschied zu uns Frontloldaten — bisher zu geringe Beachtung. Beigemessen hatten. Jene jüdischen Kreise, dip am Aufbauwerk Palästinas stets mehr die finanzielle (lediglich durch eifrige Geldsamm ung zu lösende) Seite des Problems erkannten, werden ihren Blick der wehrjiolitischen nunmehr stärkstens zuwenden müssen. Denn jen :s Vertrauen,. das die Voraussetzung künftiger Investitionen in die Heimstätte bildet, wird wesentlich bestimmt sein durch den militärischen Schutz, den der jüdische Stkat seiner Kolonisation angedeihen läßt. Wefjrbereitschaft, Wehrkraft werden zu den bestimmenden Realitäten. Doch \yir sprechen als Frontsoldaten nicht in erster "Linie von den finanziellen Opfern, die für den Aufbau Palästinas gebracht wurden;;vir sprechen von den Opfern an kostbarem Blut, das in Palästina vergossen wirde und dessen Herr Dr. Baeck in seiner ers ten Rede am 11. d. M. mit ergreifenden Worten gedacht hat. Dieses Blut der Gefallenen des jüdischen Aufbauwerkes bedeutet eine jüdische Verpflichtung, die in ihrer Reinheit und Unbedingtheit jenseits aller jüdisch-poli ischen Meinungen undl weltanschaulichen Unterschiede als verbindlich empfunden wird. Wejnn wehrhafter Geist und militärische Kraft in , Zukunft den starken Schutz friedlicher jüdischer Arbeit in Palästina, aus der jene Opfer gerissen wurden, gewährleisten werden, $o hat'ihr Opfertod einen tiefen Sinn gehabt.! Die Ehrenrunde Aus schlesischen Kameradenkreisen erhalten wir folgende beachtenswerte Anregung: „Seit (jem Sommer beginnen wir jeden Skat mit der „Ehrenrunde für die Kriegsopfer“. Wir spielen 1 10 Pf., die Ehrenrunde 1 5 Pf. Das Ergebnis der Ehrenrunde wird der Kriegsopferabt. zugeführt. Bis heute konnten wir 42.— RM spenden. Wenn jede Skatgemeinschaft die Ehrenrunde einführeo würde, so würde das für den Einzelnen keine neue Belastung, für die Kriegsopferbetreuung aber eine wesentliche finanzielle Unterstützung bedeuten. Darum, Kameraden: Von jetzt an kein Skat ohne Ehrenrun.de für die Kriegsopfer!“ Kam. O. in Str. Die Verleihung der Bulgarischen Erinnerungsmedaille für den Krieg 1915/18 erfolgt an Angehörige der ehern, verbündeten Heere, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben, nur durch die Vermittlung des Militär-Atach£s bei der Königlich-Bulgarischen Gesandtschaft, Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 184/5, an den auch die Anträge zu richten sind; die Bulgarische Kriegserinnerungs-Medaille kann ohne besondere Genehmigung getragen werden. Ein Anrecht auf Verleihung «haben die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der verbündeten Heere, die am Weltkrieg 1914/18 teilgenommen haben, die Militärärzte, Militärkapellmeister, Feldprediger, die Militärbeamten der Intendanturen in Offiziersrang und Personen, welche besondere Verdienste während des Krieges nachweisen können. Auf Band mit weißem Streifen wird die Erinnerungsmedaille u. a. an die Heeresb( amten, Zivilärzte, Apotheker, wenn sie besc adere Verdienste für die Kriegsführung aufw :isen, an Krankenschwestern und freiwillige Sä nitäter verliehen. Auf Band mit schwarzem St 'eifen wird die Erinnerungsmedaille an El :ern oder Witwen der im Kriege Gefallenen, Vermißten oder an ihren Verle zungen Oestorbenen verliehen, wenn letzte e das Anrecht auf die Verleihung der M :daille gehabt hätten. Die Antragsformulare mit den genauen Bestimmungen sind bei der eingangserwähnten St Ile zu erhalten. Die Uebernahme des Israelitischen Helmathapses, in Berlin, Oormannstr. 3, Altersheim Volksküche, durch die Berliner Jüdische Gemeinde gibt uns Anlaß, uns seines Gründers erinnern: Hermann Abraham, des Mai 1932 verstorbenen „Volksküchen- Attraham“, der sein ganzes Leben in den Dienst der sozialen Fürsorge gestellt hatte. Weltkrieg schuf er die Kriegs- und ttelstandsküchen in allen Teilen Berlins. Er auch der Gründer der Berliner Volks-! In M kt chea, Volkskindergärten und lun geheime. Kindererho- Kam. M. W affentilchtigkeit bei den Juden im Mittelalter \uf die Tüchtigkeit und Oeübtheit in der W affenführung bei den Juden während des M ttelalters macht Abraham Berliner in se nem sehr aufschlußreichen Buche „Aus d<:m Leben der Juden Deutschlands im Mittelalter“ aufmerksam, das soeben in neuer Fassung Ismar Elbogen herausgegeben und mit einem Nachwort verse ien hat. (Bücherei des Schocken-Verlages/79 Btrlin 1937). Berliner bemerkt, daß es den JuJen im Mittelalter im allgemeinen verboten w; r, Waffen zu führen, daß sie aber doch, w< raufvereinzelte Spuren hinweisen, durch kr egerische Tüchtigkeit ihren Zeitgenossen Athtung abzugewinnen vermochten, und führt in diesem Zusammenhänge den Aufesft „Streitbare Juden im Mittelalter“ von Kad'Seifarts in der Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte, 18 >7 an. Berliner ergänzt die dortigen Bemerkt: ngen und weist auf die böhmischen Juden hii i, von denen berichtet wird, daß sie stets be vaffnet einhergingen, erwähnt auch die W irmser Juden, welche, als die Stadt belagert t rde, gemäß der Entscheidung des R. Eleasar se bst am Sabbath die Waffen ergreifen du rften, um der Bürgerschaft Beistand zu lei;ten, ferner auch die Kölner Juden, denen eit Teil der Festungswerke zur Verteidigung de Stadt überwiesen wurde, und die 1252 bei de - Belagerung der Stadt, auf der Stadtmauer postiert, die Bürger in der Verteidigung der Stjdt tapfer unterstützten. (S. 71). las Intereise im Diaspora-Judentum des en ten nachchristlichen Jahrhunderts an mllitäi Ischen Veranstaltungen. In dem soeben bei Herder in Freiburg Br. rschienenen Buche „Paulus“ von Dr. D. Josef Hdzner wird in recht lebendiger und bildhafter Sprache das Leben und die Leistung Apostels dargestellt, ln dem Kapitel „Ji gend- und Vorbereitungsjahre“ analysiert H# Izner die Haltung des Diaspora-Judentums im ' ersten nachchristlichen Jahrhundert, aus den der Apostel Saulus aus Tarsus hervorgej angen. Aus den Darlegungen in diesem Ka litel ist ersichtlich, daß man im Diaspora- Jut entum jener Zeit, wie es z. B. in der unter hellenistischem Einfluß stehenden Oroßsta 1t Tarsus in Erscheinung trat, an militä ischen Veranstaltungen nicht aef tlos vorüberging. Denn Holzner macht darauf aufmerksam, daß die von Saulus ver sendeten Bilder vom Stadionläufer, vom Sie (espreis, vom Triumphzug, von römischen Wa :htposten u. a. zeigen, daß er in seinen Jugendjahren jich auch für Wettkämpfe und mfItärische Paraden interessiert habe (S. 5). Btt.-Rabb Dr. Sttdtelmachar Ludwigshafan 2 i*