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Der Schild · 1937-10-22 · 43 (22.10.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
43 (22.10.1937)
Date
1937-10-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Hrtefisßesdildiflldie Dohumenle Eine Ergänzung Unter der Ueberschrift „Kriejbgeschic Dokumente“ wurden auf Seite $ in Nr. d it liehe „Schild“ acht Fälle von Verleihung« n des EK. I. an jüdische Frontkämp :er auf jrurid von Unterlagen wiedergegeben. Der un er 11. angeführte Kam. Thalheim« r (nicht Th^ilheim) aus Lehrensteinfeld hatte — wora lf wir hingewiesen werden — noch sieben Brüder an der Front, ln dem Lehrenst ünfeld b machbarten Dorfe Affaltrach war i:s die Familie L e v i, die gleichfalls acht Söhn e im Feli le sah. Unter den acht ausgewählten Fällel der Verleihung des EK. I. befan« sich zufällig keiner der einen jüdischen Sanitätsoffizier betraf. Tatsächlich haben sich jücische A« rzte an der Front in erheblicher Zahl das EK. 1. verdient*). Ein solcher Fall soll hier;ls IX. zur Ergänzung der Veröffentlichung in 4r. 41 nachgenolt werden. IX. Tagesbefeh 1 11. baye■. Inf.-Dh’. D. St. Ql. 28. 2 1918 ..Im Namen Seiner Majestät des deitschen Kaisers verleihe ich a) das Eiserne Kreuz I. Klasse; dem Stabsarzt d. R. Dr. B a e i , Isidor, Chefarzt, Feldlaz. 37, für seine ofl im heftigsten Art.-Feuer und unter schwier gsten Verhältnissen vor Verdun unter rücksichtslosem Einsatz seiner Person durchgeführe Tätigkeit als Truppen-Arzt und seine umsichlige und mustergültige Tätigkeit als Chefarz; seines} Feflö- Lazaretts.“ I r Der hiergenannte Stabsarzt Dr. Baer war zunächst Stabsarzt der Reserve und Bat.-Arzt des I. Bat. des Res. Inf.-Reg. Nr. 10, im gjeicnen Regt, dann Chefarzt des Feldla zaretts 37 und zuletzt stellvertr. Divisionsarzt der 11J bayr. Inf.-Div. Er erhielt am 21. 1. 16 das l:K. 11, am 9. Juni 16 den Kgl.^bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern; am 22. 8. 19 erfolgte die Beförderung zum Ober- Stabsarzt d. R. Zur Ergänzung mag noch folgender Be- ■ rieht dienen: Im Felde, d. 5. XI . 1917. „Iji den schweren Kämpfen der 11. bayer. Inf.-Div. bei Mylsk am 25. Ji ni 1916 wurde die lerste Batt. 21 b. Feld. A. Ri gts. vor einem russischen Fesselballon erkannt der da! Feuer einer russischen schweren Bitterie dorthin leitete. Der Feind lag ausgezeichnet mitten in der Batterie und ein Volltreffer in ein Geschütz verschüttete auch den Notunterstand und verwundete mehrere Katoniere jschwer. An der Befehlsstelle der Abt. 1/21, die vielleicht 600 Meter seitlich der Battete sich' befand, war der Abteilungsarzt Dr. Baer. Von der Batterie wurde telephoniert, daß einige Schwerverwundete zum Abte lungsarzt herübergebracht würden, die Batlerie liege aber noch unter schwerem Feuer; kurz darauf waren alle Leitungen zerschossen, ei ne Verbindung zur! Batterie bestand nicht. Munitionswagen der; L.M.K. 1/21, die eben zur ersten Batterie Murjition bringen wollten, konnten infolge der heftigen Beschießung nicht einfahren. Da es völlig unsicher war, ob die Verwundeten geborgen werden konnten und da weitere Verluste zu befürchten waren, entschloß sich Stabsarzt Dr. Baer, dessen P erd zufällig .in der j Nähe war, trotz Abraten s, zur Batterie zu reiten. Er ritt auch tatsächlich in die Feuerstellung, die fortgesetzt unter stärkstem Feuer lag und deren Bedienung ausgetreten war, half *) Eine reiche, wenn auch schöpfende Zusammenstellung und Leistung der Aerzte far Sondernummer „Der jüdische krieg“, Schild Nr. 12 vom 22 waren die Kriegsverluste der jL. schäft, besondere Auszeichnun \ \ v. Mohenzollem usw.) und vie” heiten zusammengetragen. noch nicht erüber Wirken d sich in der Arzt im Welt- 3. 1935. Hier indischen Aerzteen (Hausorden e andere Einzelfühl en Der Leiter der Kriegsopfer-Abtei Köln. Der Landesverband Westdeutschland hatte wieder einmal die Freude, «Jen Kam. OLOR. a. D. Dr. Ernst Rosenthal von der Bundesleitungals Redner in verfc hiedenen Kriegsopferversammlungen seiner Orsgruppen begrüßen zu dürfen. So sprach 1 am. Dr. Rosenthal am 2. 10. in Essen, am 3. 10. in M.-Gladbach und Recklinghausen, am 4. in Koblenz und am 5. 10. i t K ö l>n. In allen Versammlungen gedachten] die Vorsitzenden einleitend der 12 000 jüdischen Gefallenen des großen Krieges, deren Heldentod die erschienenen Kameraden und Fra len durch die traditionelle Schweigeminute ehrten. I Von dem Gedenken an diese 11000 gefallenen jüdischen Kameraden ausgehend, entwickelte sodann der Redner des Abends die Arbeit dfes Bundes. Nach einer historischen Betrachtung über die Kriegsfürsorge im allgemeinen, gab er ein klares Bild über die man-, nigfache Arbeit des Bundes zu Gunsten seiner Kriegsbeschädigten, Kriegereltern, -IX itwen und -Waisen. Es mag besonders hervorgehoben werden, daß sich diese Arbeit keineswegs in der materiellen Hilfeleistung allein erschöpft, sondern daß insbesondere auch die seelische Betreuung der an Körper und S :ele Ge- . r ung in Westdeutschland schädigten mit im Vordergrund stehen müsse. Es Jvüjride im Rahmen dieses Berichts zu weit all die Leistungen aufzuzählen, die minmehr 18 Jahren zu Gunsten der Opfer Krieges bewirkt wuAfen. Jedenfalls haben alle anwesenden Kameraden und auch «rschi ebenen Kameradenfrauen erneut davön l überzeugt, daß der Bund selbst und die Ortsgruppen nicht nur bestrebt, sondern auch in den Lage waren und sind, für die ihnen anvertrauten Opfer des Krieges und deren Hinterbliebene tatkräftige Arbeit -zu leisten, von; der leider einem großen -Teil der jüdischen'[Allgemeinheit noch wenig bekannt ist. R|eiaher Beifall lohnte dem Kameraden Dr. Rosenjhal für seine Ausführungen in allen Ortä gijuppen. Möge der Redner, dem auch an dieser Stelle der Dank des Landesverbandes dafür ausgesprochen sei, daß er sich, wie s« hon so oft, auch jetzt wieder den Ortsgrupp :n des Westdeutschen Landesverbandes zur Verfügung gestellt hat, die Ueberzeugung mitgenommen haben, daß seine Ausführungen den lebhaftesten Widerhall bei den versammelten Kameraden gefunden und diese zu weiteier intensiver Tätigkeit für die Opfer des F Krieges und damit für den Bund selbst anger:gt haben. Dr. Baer, rtzte, er- Oberlt d. A.R. selbst die Verwundeten bergen uni brachte sie in das Zelt, des Abteilungsstabes. Die Batteriestellung mußte kurz darauf räumt werden. 1 Das Verhalten des Stabsarztes das ihn persönlicher Gefahr auss:_, scheint mir weit über das pflichtm ißige hinauszugehen. Durch seine freiwillige Hilfeleistung machte er es überhauDt mc glich, daß den Verwundeten ärztliche Hilfe zuteil wurde, die unter den obwaltenden Umständen sonst unmöglich gewesen wäre. gez. Noris, damals Adjutant der 1/21. Bayr. Fe i Die Richtigkeit der Abschrift bestätigt; 28. 11. 1917. j Der Chefarzt i. V. Dr. Tölken, Stabsarzt. Stempel des bayr. Inf. Div. Lazare ts Nr. 37. Kam. Dr. Baer war in Wiesbaden geboren und lebte dort, bis ihn vor 10 Jahren )der Tod allzufrüh abberief. Sein Vater, Bernhard Baer, war. Freiwilliger im K r i eg e 1 8 7 0/71 , Frontsoldat, Unteroffizier im hess. Art.-Reg. Nr. 11. Seine Tochter ist unsere Spörtkameradin, die bekannte Schwimmerin, ehern. . akadem. Meisterin Lolo Baer, in Frankfurt a. M., ihrem Vater gleich Medizinerin. | Das „American Jewfsh Yearboolj“ gibt in seiner Ausgabe für 5698 die Gesamtzahl der Juden in der Welt mit 155B4 621 an. Hiervon leben 9 390113 in Europa, 593 736 in Afrika, 774049 in Asien, 26954 in I Australien und 4 739769 in Amerika. Demnach leben 60,49 v. H. in Europa, 30,53 v. H. iri Amerika, 4,99 v. H. in Asien, 3,82 v. H. in Afrika und 0,17 v. H. in Australien. - | In seinem Verzeichnis der jüdischen Organisationen in Amerika führt das „Yearbook“ drei soldatische an: Die! American Palestine Jewish Legion mit 500 Mitgliedern, die Jewish Valor Legion mit 638 Mitgliedern und die Jewish War Veterans of the United Staates mit 60 000 Mitgliedern..1 Alle drei haben ihren Zentralsitz in New York. In der recht umfangreichen jüdischen Presse Amerikas wird das in Hobokjen (N. J.) erscheinende Blatt „The! Jewish Veteran" aufgeführt. In früheren Jahren sind folgend^ kriegsgeschichtliche Darstellungen im American Jewish Yearbook erschienen: „Liste der jüdischen Soldaten und Seeleute, die im! Spanischamerikanischen Kriege dienten“ üa"irg 5661). „Die Beteiligung der Juden Frankreichs am Großen Kriege“ (Jahrg. 5680). „Geschiohte völlig geder britischen Judenheit im Krieg“ (Jahrg. 5680).l „Die jüdischen Bataillone und der Palästina-Feldzug“ (Jahrg. 5680). „Sammlung der jüdischen Kriegsstatistiken“ (Jahrg. 5679). „Amerikanische Juden im Weltkrieg“ (Jahrg. 5680). „Jewish War Relief Work“ (Jahrg. 5678).I SQdweatdeuischland Wiesbaden. Am 14. 10. beging Kam. Kantor Saul L i I i e n t h a I seinen 60. Geburtstag. Er hat seine Ausbildung in Danzig und Berlin genossen, woselbst er auch Schüler von Lewandowski war. Seine Berufstätigkeit führte ihn nach Leipzig, Düsseldorf, Zürich, Posen, Freibjirg i. Br., Wiesbaden. Er ist auch mit sehr I beachtlichen Synagogen-Chorkonzerten an die Oeffentlichkeit getreten. Den Krieg hat er als Artillerie-Unteroffizier mitgemacht und wurde 1918, _im Westen, schwer verwundet Im Gjemeindeleben war er von Anfang an vielfach bahnbrechend tätig, ist in den Jugendorganisationen führend nervorgetreten und hat eine ganze Reihe von Jahren hindurch sich auch [sehr aktiv im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, als Leiter der Wiesbadener Ortsgruppe und als Vorstandsmitglied im Landesverband betätigt, sowie sich mit Vorträgen: im Reich und auch durch die Gründung von Ortsgruppen für die Bundes ziele eingesetzt, [wofür ihm als Anerkennung die Goldene Bund Air* Kamaradan- und Famlllenkreleen Mot}; VSfccrt ist kur Atte^l 22. Ol 87. 0< Sonnet» i d. J. Sonnet*) der E.K. II Fr w Hahn Kam. Mitbegfü; Inhaber unseren Beileid, gefundein Lkfiitt stellv. burtstai Hand brieftau erhielt daillen. snadel verliehen wurde. lieh L B. Oie Mutter unseres Frontkunersden Herrn h e i m e r , Billigheim, Ortsgruppe Mosbach i. B., nach Vollendung ihres W. Lebensjahres verschieden, ihausen. Frau Karoline Sonneberg feiert am 1 tober in körperlicher und geistiger Frische Ihren burtstag. Sie ist die Mutter unseres Kam. Carl rg der Ortsgruppe Nassau, der am 10. November das Fest der Silbernen Hochzeit begeht Kam. rg war vom 5. August 1914 bis Kriegsende an •nt, verschiedene Male verwundet und ist mit dem ausgezeichnet Bcrt|i. Im 76. Lebensjahr verschied Frau Hedwig geh; Schereck, die Witwe unseres unvergessenen Den. Sanititsrat Dr. Ludwig Hahn, der zu den Indern unseres Bundes gehörte und einer der ersten der Goldenen Bundesnadel war. Ihrem Sohn, Kameraden Leo Hahn gehört unser aufrichtiges Die Beerdigung bat am letzten Montag statt- Itx. Am 30. Oktober vollendet unser Kam. und Vors, ehern. Uffz. Adolf Kamm seinen 68. Oe« . Im Felde wurde, er durch Flieger an der linken erwundet und mit E.K. II ausgezeichnet. Im Reise« ben-Wesen hat er einen bekannten Namen und bei Ausstellungen und Brieftau bcn-Rcisen 32 Me« 3

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